Zwischen dem 17. und 20. Oktober 2026 wurde ein schwerer Fehler bei acht Zwischenzertifikaten von eMudhra entdeckt. Die privaten Schlüssel lassen sich innert Sekunden errechnen. Cisco untersucht seine Produkte und Cloud-Dienste und aktualisiert dazu ein Advisory. Admins sollten prüfen, welche Systeme diesen Zertifikaten vertrauen.
Foto: Tumisu / Pixabay
Acht Zwischenzertifikate der Ausgabestelle eMudhra gelten als geknackt, und gefälschte HTTPS-Zertifikate sind in Sekunden möglich. Cisco prüft, welche Produkte betroffen sind. Dieser Beitrag fasst den Stand zusammen.
Das Wichtigste in Kürze
- Acht Zwischenzertifikate sind unsicher. Ein Forscher zeigte, dass sich ihre privaten Schlüssel innert Sekunden errechnen lassen.
- Ursache ist ein Fehler im April 2025. Bei der Schlüsselerzeugung (Key Generation Ceremony) unterlief eMudhra ein beispielloser Fehler.
- Die Reichweite ist global. Sectigo hat alle acht Zertifikate im Mai 2025 gegengezeichnet. Fast alle Geräte und Browser vertrauen ihnen deshalb.
- Cisco untersucht noch. Welche Produkte betroffen sind, steht laut Advisory noch nicht fest.
Was passiert ist
Zwischen dem 17. und 20. Oktober 2026 wurde ein schwerwiegender Fall bei Zertifizierungsstellen von eMudhra bekannt. Ein Sicherheitsforscher belegte, dass die privaten Schlüssel von acht Zwischenzertifikaten grundlegend fehlerhaft sind. Der Fehler geschah bei der Schlüsselzeremonie im April 2025.
Damit kann jede Person mit diesen schwachen Schlüsseln TLS-Zertifikate für beliebige Domains ausstellen. Ein Angreifer könnte so eine Bankseite, ein Firmenportal oder einen Mailserver täuschend echt nachbauen. Der Browser würde das Schloss-Symbol trotzdem zeigen.
Das Advisory von Cisco trägt den Titel „Emergency Distrust of eMudhra Root and Intermediate Certificate Authorities“. Es ist als Information gedacht. Das genaue Datum der ersten Veröffentlichung und der letzten Aktualisierung nennt der vorliegende Auszug nicht. Cisco schreibt nur, dass es das Advisory laufend ergänzt.
Warum die Reichweite so gross ist
Sectigo hat alle acht Zertifikate im Mai 2025 mit seinem Wurzelzertifikat „AAA Certificate Services“ gegengezeichnet. Dadurch vertrauen fast alle Geräte, Browser und Betriebssysteme weltweit den kompromittierten Schlüsseln. Das gilt auch dann, wenn sie den eMudhra-Wurzeln selbst nicht trauen.
Cisco hält fest, dass jedes Produkt betroffen sein kann, das diesen Zwischenzertifikaten vertraut. Dabei spielt es keine Rolle, woher das Vertrauen stammt. Mögliche Wege sind:
- die Vertrauensspeicher von Cisco (Trusted Root Store, TRS)
- eingebettete Zertifikate in der Software
- Mechanismen von Drittanbietern
Zudem gilt eine klare Regel im Advisory. Ist ein Produkt dort nicht aufgeführt, hält Cisco es für nicht betroffen.
Der Stand bei Cisco
Cisco untersucht seine Produkte und Cloud-Dienste. Das Advisory sieht mehrere Listen vor. Sie führen betroffene Produkte mit Anleitung, Produkte mit Software-Korrektur, Produkte in Prüfung und bestätigt nicht betroffene Produkte auf. Im vorliegenden Auszug sind diese Listen noch leer oder nicht lesbar.
| Kennzahl | Wert | Bedeutung |
|---|---|---|
| Entdeckung | 17. bis 20. Oktober 2026 | Der Fall ist erst wenige Tage alt. |
| Betroffene Zwischenzertifikate | 8 | Alle acht Ausgabestellen gelten als unsicher. |
| Fehler bei der Schlüsselzeremonie | April 2025 | Die Schwäche besteht seit über einem Jahr. |
| Gegenzeichnung durch Sectigo | Mai 2025 | Sie machte die Zertifikate fast überall vertrauenswürdig. |
| Status der Cisco-Produkte | In Prüfung | Listen mit Korrekturen folgen laut Cisco. |
Für betroffene Produkte will Cisco einen Artikel auf TechZone mit Schritten zur Abhilfe, Hinweise in den Release Notes oder neue Software liefern. Workarounds dokumentiert Cisco im Abschnitt zu den verwundbaren Produkten.
Details zum Fall liefert die Seite eMudhra Intermediate CA Compromise. Eine technische Analyse bietet der Beitrag Compromised eMudhra intermediate certificates von Cisco Talos. Die Hauptquelle ist das Cisco Security Advisory.
Einordnung: Was das für Admins in der Schweiz heisst
Wer Cisco-Geräte oder Cisco-Dienste betreibt, sollte das Advisory jetzt beobachten. Es wird laufend ergänzt, und erst die Produktlisten zeigen, ob eigene Systeme betroffen sind. Wer eigene Vertrauensspeicher pflegt, prüft, ob die acht Zwischenzertifikate dort stehen. Ein Stichtag nennt die Quelle nicht. Kosten nennt sie ebenfalls nicht. Cisco verspricht aber Anleitungen oder Software-Korrekturen für betroffene Produkte, auf die sich Teams vorbereiten können. Bei Fragen hilft der Cisco-Support.
Fazit
Du weisst jetzt, dass acht eMudhra-Zwischenzertifikate unsicher sind und fast überall Vertrauen geniessen. Der nächste Schritt ist, das Cisco-Advisory regelmässig zu lesen und die eigenen Vertrauensspeicher zu prüfen. Sobald Cisco Produkte als betroffen listet, setzt Du die genannten Abhilfen um.
Quellen: Cisco Security Advisories. Foto: Tumisu / Pixabay. Stand: 24. Oktober 2026.
Recherche und Entwurf KI-gestützt, geprüft und freigegeben von Andreas Brauckmann · So arbeitet die Redaktion
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