Ein SharePoint-Intranet mit Wiki und ein paar Prozessen kostet bei einer Beratung schnell einen fünfstelligen Betrag. Der Artikel zerlegt ein typisches Projekt in zwölf Leistungen und schätzt für jede den Aufwand eines Spezialisten bei 180 Franken pro Stunde. Daneben steht, was KI mit einem erfahrenen Admin am Steuer kostet und wie viele Stunden beim Menschen bleiben. Alle Stundenzahlen sind Schätzungen mit offengelegter Rechengrundlage. Marktpreise, Anbieterangaben und die Preise der KI-Abos sind mit Quellen belegt. Ein eigener Abschnitt benennt, was KI nicht kann: Workshops, Verantwortung, Change Management, Verträge und politische Abstimmung.

Ein SharePoint-Intranet mit Wiki und Prozessen kostet bei einer Beratung schnell 45'000 bis 90'000 Franken. Mit KI und einem erfahrenen Admin sind es grob 3'500 bis 6'600. Beide Werte sind grobe Annahmen, die Rechnung steht unten offen.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein typisches Projekt kostet bei 180 Franken pro Stunde etwa 44'000 bis 92'000 Franken. Das entspricht 246 bis 510 Stunden Spezialistenarbeit in neun Leistungen plus Schulung, geschätzt mit offener Rechengrundlage.
- Mit KI und einem Admin, der steuert und prüft, liegt derselbe Umfang bei rund 3'500 bis 6'600 Fr. Die KI selbst kostet im Mittel unter 15 Fr. je Leistung, der grösste Posten bleiben die Stunden des Admins.
- Bei Workshops, Entscheidungen, Verantwortung und Veränderung im Team spart KI wenig oder nichts. Diese Anteile bleiben beim Menschen.
- Die Lizenz macht laut einer internationalen Marktangabe nur etwa 20 Prozent der Gesamtkosten aus. Der Rest sind Einführung, Migration, Governance, Schulung und Betrieb. Dort lohnt der Blick auf den Aufwand.
- Das gilt für KMU mit einem erfahrenen Admin. Ohne jemanden, der Ergebnisse beurteilen kann, steigt das Risiko mehr als die Einsparung.
Alle Beträge sind Schätzungen des Autors. Die Rechnung steht im Abschnitt «So rechne ich». Der Lizenzanteil stammt von Beyond Intranet und gilt international.
Was SharePoint-Dienstleister anbieten
Typische Schweizer Microsoft-Partner beschreiben ihre SharePoint-Beratung öffentlich recht ähnlich. Zum Kern gehören die Klärung der Anforderungen, die technischen Voraussetzungen, die Informationsarchitektur, Konzeption und Lösungsdesign, die Umsetzung und der Wissenstransfer. Dazu kommen das Einrichten von Teams, das Abbilden von Strukturen in SharePoint, Microsoft 365 und Teams sowie Beratung für On-Premises und Online.
Das Angebot reicht oft weiter: Intranet-Konzeption, Teams-Governance, M365-Assessments, Workflows mit Power Apps und Automate, Governance der Plattform, Qualitätsmanagement-Systeme auf SharePoint, Migrationen von Fileshares und On-Premises-Servern, Betrieb und Wartung bis zu Beratungs-Abos. Preise nennen die Leistungsbeschreibungen in der Regel nicht. Deshalb braucht ein Vergleich Annahmen, und die lege ich offen.
Ähnlich liest sich das Berufsbild des SharePoint-Architekten. Laut Safari Micro umfasst es Discovery, Informationsarchitektur mit Sites, Hubs und Navigation, ein Governance-Modell mit Besitz, Namensregeln und Lebenszyklus, Berechtigungskonzepte, Migrationsplanung und Vorlagen für neue Sites. Das O'Reilly-Buch zum Thema ergänzt Workshops, Scope, Projektplan und RACI-Matrix.
Was Beratung in der Schweiz kostet
Bei den Stundensätzen gibt es öffentliche Anhaltspunkte. Magicheidi nennt für IT-Consulting in der Schweiz 120 bis 250 Fr. pro Stunde, für Nischenprofile 140 bis 250 und mehr, für grössere Agenturen 160 bis 200 und mehr Franken. Bei Gryps beginnt spezialisierte IT-Beratung wie Cloud-Migration ab 180 Fr., Konzepte und Beratung ab 200 Fr. Berater.ch führt für erfahrene Berater mit Projektleitung einen Tagessatz von 2'000 bis 3'000 Fr.
| Quelle | Angabe | Einordnung |
|---|---|---|
| Magicheidi | IT-Consulting 120–250 Fr./h, Nischenprofile 140–250+, grössere Agenturen 160–200+ | Spannweite des Marktes, je nach Spezialisierung |
| Gryps | spezialisierte IT-Beratung ab 180 Fr./h, Konzepte ab 200 Fr./h | Untergrenze für Cloud-Projekte |
| Berater.ch | Tagessatz 2'000–3'000 Fr. mit Projektleitung | Bei 8 Stunden rund 250–375 Fr./h |
Damit liegt der Ansatz von 180 Fr. pro Stunde im unteren bis mittleren Bereich dessen, was für Spezialisten genannt wird. Ich rechne durchgehend mit diesem Wert. Bei einem Tagessatz von 2'500 Fr. steigen die Budgets um rund 70 Prozent.
Dazu passen internationale Marktzahlen, die ich ausdrücklich als solche kennzeichne. Laut Beyond Intranet macht die Lizenz nur etwa 20 Prozent der echten Kosten aus; Implementierung, Migration, Governance, Schulung und Support tragen die übrigen 80 Prozent. Für Copilot-Readiness als eigenständiges Projekt nennt dieselbe Quelle 75'000 bis 500'000 US-Dollar. Der Intranet-Anbieter Involv beziffert in einem Beitrag vom 2. Juli 2026 ein individuelles SharePoint-Intranet für 500 Mitarbeitende mit 80'000 bis 200'000 Euro für die Implementierung und 30'000 bis 90'000 Euro für Governance und Akzeptanz über drei Jahre. Das ist eine Anbieterquelle in Euro und dient nur als Marktvergleich, nicht als Schweizer Preisliste.
Was KI kostet
Die Kosten der KI sind klein gegen die Stunden. Claude Max kostet laut Anthropic 100 oder 200 US-Dollar pro Monat, je nach Nutzungsumfang. Im Abo sind monatlich API-Guthaben in gleicher Höhe enthalten, Details beschreibt die Hilfeseite zum Max-Plan. Für ein Projekt von ein bis zwei Monaten rechne ich deshalb mit 100 bis 200 US-Dollar Abo.
Die Beträge je Leistung in der Tabelle stammen aus der Erfahrung mit ähnlichen Aufträgen. Sie hängen von der Textmenge und der Zahl der Durchläufe ab. Entscheidend ist ohnehin die zweite Zahl: der Aufwand des Menschen, der Vorgaben macht, Ergebnisse liest und korrigiert.
Zwölf Leistungen im Vergleich
Die Spalte des Spezialisten zeigt die geschätzte Stundenzahl und das Budget bei 180 Fr. pro Stunde. Die Spalte der KI nennt die geschätzten Kosten für die KI und die Stunden, die beim Admin bleiben.
| Leistung | Spezialist: Stunden und Budget | KI: Kosten und Aufwand Mensch | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| Anforderungen und Workshops | 16–24 h, 2'880–4'320 Fr. | unter 5 Fr., 4–6 h | KI bereitet Fragen und Protokolle vor, die Workshops führt ein Mensch |
| Informationsarchitektur | 24–40 h, 4'320–7'200 Fr. | rund 10 Fr., 2–4 h | Sites, Hubs, Metadaten und Berechtigungen als Entwurf, der Admin prüft |
| Konzept und Lösungsdesign | 24–40 h, 4'320–7'200 Fr. | rund 10 Fr., 3–5 h | Gutes Konzept braucht gute Vorgaben aus den Workshops |
| Intranet-Startseite als SPFx-Web-Part | 40–80 h, 7'200–14'400 Fr. | rund 20 Fr., 4–8 h | Code und Gestaltung entstehen schnell, Test und Freigabe dauern |
| Zehn Anleitungsseiten mit Vorlagen | 30–50 h, 5'400–9'000 Fr. | rund 15 Fr., 3–5 h | Inhalte liefert das Fachwissen der Firma |
| Teams-Governance-Konzept | 24–40 h, 4'320–7'200 Fr. | rund 5 Fr., 2–4 h | Regeln schreibt die KI, entscheiden muss die Leitung |
| M365-Assessment | 16–40 h, 2'880–7'200 Fr. | rund 10 Fr., 2–4 h | Auswertung per Microsoft Graph läuft automatisch, Lesezugriff vorausgesetzt |
| Einfacher Power-Automate-Workflow | 24–60 h, 4'320–10'800 Fr. | rund 10 Fr., 4–10 h | KI ist im Low-Code-Designer schwächer, mehr Handarbeit |
| Fileshare-Migration | 40–120 h, 7'200–21'600 Fr. | rund 20 Fr., 8–16 h | Skripte und Mapping schnell, die Laufzeit der Migration bleibt |
| QM-System auf SharePoint | 80–200 h, 14'400–36'000 Fr. | Struktur und Vorlagen ja | QM-Fachwissen und Zertifizierungsverantwortung bleiben beim Menschen |
| Schulung | 8–16 h, 1'440–2'880 Fr. plus Termine | Anleitungen und Videos ja, Präsenz nein | Der Schulungstermin selbst braucht weiter einen Menschen |
| Betrieb | 4–8 h pro Monat, 720–1'440 Fr. | Monitoring-Skripte, 1–2 h pro Monat | Eingriffe bei Störungen bleiben Aufgabe des Admins |
Alle Stunden und Beträge sind Schätzungen des Autors, keine Offerten. Grundlage: 180 Franken pro Stunde, aus dem Bereich der oben zitierten Marktangaben, und die Annahme eines KMU mit 50 bis 250 Mitarbeitenden. Die KI-Beträge sind grobe Schätzungen für Textmengen und Durchläufe.
So rechne ich
Die ersten neun Zeilen und die Schulung ergeben beim Spezialisten 246 bis 510 Stunden, das sind 44'280 bis 91'800 Fr. Auf der KI-Seite bleiben bei denselben Leistungen 36 bis 70 Stunden beim Menschen. Für den internen Admin setze ich 90 Fr. pro Stunde an, als Annahme für die vollen Personalkosten inklusive Nebenkosten. Das ergibt 3'240 bis 6'300 Fr. Dazu kommen rund 110 Franken KI-Kosten für die Leistungen und das Abo von 100 bis 200 US-Dollar, zusammen etwa 3'500 bis 6'600 Franken.
Damit liegt die Einsparung ungefähr beim Faktor 13. Die Spanne ist breit, weil beide Seiten auf Annahmen beruhen. Ausgeklammert habe ich das QM-System und den laufenden Betrieb, weil sie stark vom Einzelfall abhängen. Zudem fehlt auf beiden Seiten die Zeit der Fachabteilungen, die Inhalte liefern und Entwürfe lesen. Sie fällt bei einer Beratung genauso an wie bei KI.
Gleicher Umfang, zwei Wege: neun Leistungen plus Schulung. Rechenweg im Text darüber.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ich habe an einem Tag mit KI ein SharePoint-Wiki mit eigener Startseite gebaut. Die Startseite ist ein SPFx-Web-Part mit neun Kategorie-Kacheln, einem Schnellzugriff und einem Bereich «Neu und aktualisiert». Die Seiten entstehen automatisch aus Markdown über Microsoft Graph. Jede Seite trägt eine Sichtbarkeit, intern oder öffentlich. Ein Artikel-Web-Part übernimmt die Typografie meines Blogs, und eine Redaktor-Prüfung kontrolliert Texte vor der Veröffentlichung. Die KI-Kosten dafür lagen im einstelligen bis tiefen zweistelligen Frankenbereich, plus das Abo.
| Baustein | Umsetzung mit KI | Was der Mensch prüft |
|---|---|---|
| Startseite | SPFx-Web-Part mit neun Kacheln, Schnellzugriff und Bereich «Neu und aktualisiert» | Darstellung auf Handy und Desktop, Rechte |
| Seiten | Markdown wird automatisch über Microsoft Graph zu SharePoint-Seiten | Struktur, Sichtbarkeit intern oder öffentlich |
| Texte | Redaktor-Prüfung vor der Veröffentlichung | Fachliche Richtigkeit |
Das ist ein Beispiel unter mehreren und kein Beweis für jedes Projekt. Es zeigt aber, wie weit sich die Zeilen Startseite, Seitenvorlagen und Automatisierung verkürzen lassen. Eine verwandte Brücke, die freigegebene Intranet-Seiten auf die Firmenwebseite bringt, beschreibe ich im Artikel SharePoint-Seiten auf die Firmenwebseite.
Was KI nicht kann
Die Tabelle zeigt, wo KI schnell ist. Ebenso wichtig sind ihre Grenzen.
- Workshops mit Menschen: KI kann Fragen vorbereiten und Protokolle schreiben. Zuhören, nachfragen und Widersprüche im Raum erkennen leistet ein Mensch.
- Entscheidungen und Verantwortung: Wer sieht welche Daten, wie lange werden Dokumente aufbewahrt, wer gibt frei? Solche Fragen entscheidet die Leitung. KI liefert Optionen.
- Change Management: Ob Mitarbeitende das neue Intranet nutzen, hängt an Kommunikation, Vorbildern und Geduld.
- Lizenz- und Vertragsverhandlung: Preise, Laufzeiten und Konditionen verhandelt ein Mensch mit dem Partner oder Hersteller.
- Haftung: Bei Fehlern in einem QM-System oder bei Datenschutzverletzungen haftet die Firma, nie das Modell.
- Zugriff ohne Berechtigung: Die KI arbeitet nur mit den Rechten, die ihr jemand gibt. Das Bereitstellen von Zugängen, etwa mit Sites.Selected in Microsoft Graph, bleibt Aufgabe eines Admins.
- Politische Abstimmung: Wenn drei Abteilungen um die Navigation streiten, hilft eine bessere Textgenerierung nicht.
Dazu kommt die zentrale Voraussetzung: ein erfahrener Admin, der steuert und prüft. Er muss Berechtigungen, Skripte und Konfigurationen lesen können und Fehler erkennen. Ohne ihn entstehen Strukturen, die gut aussehen und im Betrieb scheitern. Wie sich das Zusammenspiel mehrerer KI-Agenten sinnvoll organisieren lässt, beschreibt der Artikel KI-Sub-Agenten orchestrieren.
Einordnung: Was das für IT-Leiter heisst
Für IT-Leiter in KMU verschiebt sich die Frage von «Wer baut das für uns?» zu «Was brauchen wir wirklich von aussen?». Konzept, Strukturen, Vorlagen und Skripte lassen sich heute mit dem eigenen Admin und KI in Tagen statt Monaten erarbeiten. Extern bleibt sinnvoll, was Erfahrung aus vielen Projekten verlangt: Moderation schwieriger Workshops, Zertifizierungsfragen und die Absicherung heikler Migrationen. Hilfreich ist eine Offerte, die Leistungen einzeln ausweist, so wie die Tabelle oben. Dann lässt sich Zeile für Zeile entscheiden, was intern entsteht und was zugekauft wird. Hohe Budgets sind nicht automatisch überhöht, denn Haftung, Verfügbarkeit und Erfahrung haben ihren Preis. Sie sollten aber erklärbar sein.
Fazit
Auf Papier schrumpft ein typisches SharePoint-Projekt mit KI und erfahrenem Admin um den Faktor zehn bis fünfzehn. Die Einsparung entsteht vor allem bei Konzepten, Vorlagen, Code und Auswertungen. Bei Workshops, Entscheidungen, Verantwortung und Veränderung im Team bleibt der Mensch unverzichtbar. Prüfe die nächste Offerte Zeile für Zeile gegen diese Liste und frage nach der Rechengrundlage.
Geschrieben von Andreas Brauckmann · So arbeitet die Redaktion
Änderungshistorie
- — Artikel veröffentlicht: SharePoint-Beratung gegen KI im Aufwandsvergleich.