Certified Cloud Developer


Seit meinem Einstieg in die Softwareentwicklung in den 80er-Jahren habe ich mich kontinuierlich in der jeweils aktuellen Technologie bewegt: von Assembler über C++ und Lisp/Common Lisp in den 1980er-Jahren, gefolgt von Java und Python in den 1990er-Jahren, später C# und .NET. Seit 2024 widme ich mich verstärkt wieder der Softwareentwicklung, nun im Kontext von KI-gestützten Systemen.

Als Anthropic-Certified Claude Developer setze ich moderne KI-Entwicklungsmethoden produktiv ein: Aufgaben, die früher Wochen an Entwicklungszeit beansprucht hätten, lassen sich heute in Stunden umsetzen. Aktuelles Beispiel ist Kontor, eine von mir entwickelte Handelsoberfläche mit Claude-API-Anbindung und einem eigenständigen Trader-Agent für KI-gestützte Marktanalyse, inklusive eines öffentlichen Wirtschaftskalenders mit allen Terminen.

Engineering is a Passion


Als System-Engineer (MCITP, CCP-V und AI Fluency & Claude Expert) betreue ich Netzwerkinfrastrukturen, führe Planungen durch, schule Mitarbeiter und führe Migrationen von Netzwerk, Server- als auch Client Infrastrukturen bis zum mittleren Enterprise Umfeld durch. Mein Aufgabengebiet umfasste der IT Support von mittelständischen Unternehmen als auch die Umsetzung von Projekten in Server und Clientnetzwerken unter den Betriebssystemen Microsoft, Mac OS und Linux resp. den Hypervisoren VMware, Hyper V und Citrix.

Mein Knowhow und Wissen sammelte ich in Projekten im Bereich öffentlicher und privater Auftraggeber.

 

Acht Projekte gleichzeitig: Wie KI, Outlook und PM-Werkzeug zusammenspielen

Blog · 24.10.2026
BLG-1464-ch-de

Wer acht bis zehn Projekte parallel führt, ertrinkt schnell in Mails, Terminen und Rückfragen. Der Beitrag zeigt eine Architektur, in der ein KI-Assistent Outlook, Kalender und das PM-Werkzeug verbindet: Termine planen und Überschneidungen lösen, Kunden nachhaltig informieren, Servicetechniker und Customer Account Manager briefen und eine Statusübersicht über alle Projekte halten. Dazu Prompts zum Mitnehmen und die Leitplanken, die dabei gelten müssen.

Symbolfoto zum Artikel über Multiprojektmanagement mit KI: Tablet mit Jahreskalender neben Tastatur und Notizblock auf einem Holztisch
8 Projekte parallel:
KI, Outlook und Plan
Foto: Pexels / Pixabay

8 bis 10 Projekte parallel gelingen, wenn Postfach, Kalender und Projektplan zusammenarbeiten. Ein KI-Assistent liest, gleicht ab und entwirft. Der Projektleiter entscheidet und gibt frei.

Warum viele Projekte am Postfach scheitern

Wer mehrere Kundenprojekte führt, sitzt selten im Projektplan. Sein Tag spielt sich im Postfach ab. Ein Kunde verschiebt eine Abnahme, ein Techniker fällt aus, der Customer Account Manager (CAM) fragt vor einem Kundengespräch nach dem Stand. Jede dieser Nachrichten berührt Termine, Ressourcen und Zusagen in mehreren Projekten zugleich.

Dabei liegt die Information verstreut. Mails stecken in Outlook, Termine im Kalender, Meilensteine und Ressourcen im PM-Werkzeug, Absprachen in Besprechungsnotizen. Alles läuft beim Projektleiter zusammen. Dort entsteht der Engpass.

Deshalb setzt das hier beschriebene Vorgehen an der Verbindung an. Ein KI-Assistent bekommt Zugriff auf Postfach, Kalender und PM-Werkzeug, erkennt Zusammenhänge und schreibt Entwürfe. Hinaus geht erst etwas, wenn der Projektleiter zustimmt.

Die Architektur: eine Schnittstelle für alle

Eine Schnittstelle für alle Beteiligten
Der KI-Assistent liest und entwirft, der Projektleiter gibt frei, das PM-Werkzeug bleibt die Quelle
Outlook-PostfachMails von Kunden, Technikern, CAMs
KalenderTermine, Einsätze, Abwesenheiten
BesprechungenNotizen und Protokolle
KI-Assistentliest, fasst zusammen, entwirft, schlägt Termine vor
gleicht ab
PM-WerkzeugProjektplan, Meilensteine, Ressourcen, Status
Projektleiter prüft und gibt freinichts geht ohne Klick nach aussen
KundeStatusmail, Terminvorschlag
ServicetechnikerEinsatzbriefing
CAMLage beim Kunden, Eskalationen
ProjektteamAufgaben, Fristen

Der Assistent schreibt nur Entwürfe. Termine und Nachrichten verschickt der Mensch.

Aufbau in vier Ebenen: Quellen, Assistent mit PM-Werkzeug, Freigabe und Empfänger.

Die Grafik zeigt den Weg einer Nachricht. Oben stehen die Quellen: Postfach, Kalender und Besprechungsnotizen. In der Mitte gleicht der Assistent jede Meldung mit dem PM-Werkzeug ab. Dieses bleibt die verbindliche Quelle für Termine, Meilensteine und Ressourcen. Darunter sitzt der Projektleiter als Tor, erst danach erreichen Nachrichten Kunde, Techniker, CAM und Team.

Damit wird der Projektleiter zur gemeinsamen Schnittstelle für alle Beteiligten, ohne jede Nachricht selbst zu formulieren. Kunden, Techniker und CAMs bekommen ihre Informationen aus derselben Quelle. Widersprüche zwischen dem, was der Kunde hört, und dem, was der Techniker plant, fallen so früher auf.

Ablauf 1: Termine im Kalender planen und Überschneidungen lösen

Termine sind bei parallelen Projekten der häufigste Konfliktpunkt. Ein Servicetechniker kann nicht am selben Vormittag bei zwei Kunden sein, und eine Abnahme braucht oft den CAM dazu. Der Assistent prüft deshalb jeden Terminwunsch gegen drei Dinge: die Kalender der Beteiligten, die Abhängigkeiten im Projektplan und die Zusagen an andere Kunden.

So sieht ein Auftrag an den Assistenten aus:

Neue Mail von Kunde B: Abnahme bitte auf Donnerstag vorziehen.
1. Prüfe meinen Kalender und den von Techniker M. für Donnerstag.
2. Prüfe im Projektplan, ob die Abnahme von offenen Aufgaben abhängt.
3. Prüfe, ob Techniker M. dann schon für ein anderes Projekt eingeplant ist.
4. Schlage zwei Termine ohne Konflikt vor und nenne jeweils den Grund.
5. Entwirf eine Antwort an Kunde B. Nichts senden, nichts eintragen.

Entscheidend ist der letzte Schritt. Der Assistent schlägt vor, der Mensch entscheidet. Kollidiert ein Termin mit einem anderen Projekt, legt der Assistent beide Varianten mit ihren Folgen nebeneinander: wer verschoben wird, welcher Meilenstein rutscht und wen das betrifft.

Ablauf 2: Kundenupdates, die nachhaltig wirken

Nachhaltige Kundenkommunikation heisst regelmässig, vorhersehbar und widerspruchsfrei. Kunden ärgern sich selten über eine Verschiebung, häufiger über eine, von der sie zu spät erfahren. Ein fester Rhythmus hilft: ein kurzes Update pro Woche und Projekt, dazu eine Meldung bei jeder Änderung am Meilensteinplan.

Dafür liest der Assistent die Änderungen der Woche aus dem PM-Werkzeug und die Korrespondenz mit dem Kunden. Daraus entsteht ein Text mit festem Aufbau:

Schreibe das Wochenupdate für Projekt B an den Kunden.
Aufbau: erledigt seit dem letzten Update, nächste Schritte mit Datum,
offene Punkte beim Kunden, Risiken (nur wenn vorhanden).
Ton: sachlich, Sie-Form, höchstens 150 Wörter.
Nenne nur Termine, die im Projektplan stehen. Ist etwas unklar,
markiere es mit [PRÜFEN] und schätze nichts.

Zudem lohnt eine Regel gegen Widersprüche. Der Assistent vergleicht jeden neuen Text mit der letzten Nachricht an denselben Kunden. Weicht ein Termin ab, nennt er die Änderung ausdrücklich und übernimmt sie nie still.

Ablauf 3: Servicetechniker und CAMs briefen

Techniker und CAMs brauchen andere Informationen als der Kunde. Der Techniker will wissen, wo er wann sein muss, was ihn erwartet und wen er vor Ort anspricht. Der CAM braucht die Lage beim Kunden: offene Eskalationen, anstehende Entscheidungen und Termine, die für das Verhältnis zählen.

Daher schreibt der Assistent aus denselben Daten mehrere Fassungen:

Empfänger Inhalt des Briefings Wann
Servicetechniker Ort, Zeit, Ansprechpartner, Aufgabe, Material, bekannte Stolpersteine Am Vortag des Einsatzes
CAM Projektstand, Abweichungen, offene Punkte beim Kunden, anstehende Entscheidungen Vor jedem Kundentermin und wöchentlich
Projektteam Aufgaben mit Fristen, Abhängigkeiten, Änderungen seit letzter Woche Wöchentlich und bei Planänderung

So entfällt das Weiterleiten langer Mailketten. Jeder bekommt das Destillat, das zu seiner Rolle passt, und kann bei Bedarf in die Quelle schauen.

Ablauf 4: Statusübersicht für 8 bis 10 Projekte

Die wichtigste Leistung des Assistenten ist der Überblick. Einmal am Morgen fasst er alle Projekte in einer Liste zusammen. Rot ist nur, was heute eine Entscheidung braucht.

Erstelle die Morgenübersicht über alle aktiven Projekte.
Je Projekt eine Zeile: Ampel, nächster Meilenstein mit Datum,
Änderungen seit gestern, was heute eine Entscheidung von mir braucht.
Quellen: PM-Werkzeug (Termine, Status), Postfach der letzten 24 Stunden.
Sortiere nach Dringlichkeit. Fehlt eine Angabe, schreibe "fehlt".
Zeige am Ende alle Überschneidungen zwischen Projekten.

Auf diese Weise beginnt der Tag mit einer Liste von Entscheidungen statt mit einem vollen Posteingang. Die letzte Zeile des Auftrags deckt auf, was einzelne Projekte verbergen: zwei Einsätze desselben Technikers, zwei Abnahmen in derselben Woche oder ein CAM-Termin vor einem offenen Meilenstein.

Regeln für den KI-Assistenten zum Mitnehmen

Die Abläufe tragen nur, wenn der Assistent feste Regeln hat. Diese Grundregeln gehören an den Anfang jeder Sitzung oder in die hinterlegte Anweisung:

Rolle: Du bist Projektassistent für 8 bis 10 parallele Kundenprojekte.
1. Du sendest nichts und änderst keine Termine. Du schreibst Entwürfe.
2. Verbindliche Quelle für Termine und Status ist das PM-Werkzeug.
3. Steht etwas in keiner Quelle, schreibst du [PRÜFEN].
4. Jede Aussage über Termine nennt ihre Quelle (Mail, Kalender, Plan).
5. Kundendaten bleiben im Projekt. Keine Vermischung zwischen Kunden.
6. Bei Konflikten zeigst du Varianten mit Folgen. Du entscheidest nicht.
7. Am Ende jeder Antwort: Liste der Aktionen, die ich freigeben muss.

Besonders Regel 5 verdient Aufmerksamkeit. Bei zehn Projekten landet leicht ein Detail aus Projekt A in der Mail an Kunde B. Deshalb bearbeitet der Assistent pro Auftrag ein einziges Projekt, die Morgenübersicht ausgenommen.

Welche Werkzeuge die Verbindung heute leisten

Für die Verbindung gibt es zwei Wege. Im Microsoft-Umfeld übernimmt Copilot einen Teil: In Outlook prüft er die Kalender aller Teilnehmenden und schlägt einen gemeinsamen Termin vor. Mit „Automatically reschedule“ verschiebt er eigene Termine selbst, wenn ein neuer Termin kollidiert. Wer das einschaltet, gibt einen Teil der Freigabe ab.

Der zweite Weg ist ein allgemeiner Assistent mit Connector. Claude liest über den Microsoft-365-Connector Mails, Kalender und Dateien mit den Rechten des Nutzers. Schreibrechte schaltet ein Admin gesondert frei, wie der Beitrag Claude Cowork im Web beschreibt. Das PM-Werkzeug hängt über seine Schnittstelle oder einen MCP-Server daran; wie ein eigener Server für Microsoft 365 aussieht, zeigt MCP-Server für Microsoft 365.

Ein Beispiel für ein solches PM-Werkzeug im Microsoft-Umfeld ist TPG ProjectPowerPack von TPG The Project Group. Es baut auf der Microsoft Power Platform auf und hält alle Projektdaten zentral in Microsoft Dataverse. Geplant wird wahlweise im TPG Scheduler, in Planner Premium oder im Project-Desktop-Client, dazu kommt eine Anbindung an Microsoft Teams. Laut Hersteller lassen sich über Copilot aus den gespeicherten Verläufen Trends ableiten. Den Outlook-Kalender bezieht das Produkt laut seiner FAQ nur über eine kundenspezifische Anpassung in die Ressourcenplanung ein. Genau dort setzt der Assistent an, weil er Kalender und Projektplan nebeneinander liest. TPG positioniert das Paket als Nachfolger von Project Online, das seit Oktober 2026 nicht mehr verfügbar ist. In der Schweiz setzt es unter anderem das Kantonsspital Aarau ein.

Baustein Aufgabe Was das für den Assistenten heisst
Dataverse zentrale Projektdaten eine verbindliche Quelle für Termine und Status
Scheduler, Planner Premium oder Project Desktop Terminplanung Konflikte im Plan erkennen, Varianten vorschlagen
Teams-Anbindung Zusammenarbeit im Team Briefings dort ablegen, wo das Team ohnehin liest
Outlook-Kalender Termine und Abwesenheiten fehlt im Standard, der Assistent legt beides nebeneinander

Leitplanken: Freigabe, Kundendaten, Protokoll

Drei Leitplanken gelten unabhängig vom Werkzeug:

  • Der Mensch gibt frei. Der Assistent entwirft Mails, Terminvorschläge und Briefings. Senden, Einladen und Umplanen bleibt beim Projektleiter, auch wenn das Werkzeug mehr erlauben würde.
  • Kundendaten nur in Dienste mit Vertrag. Der Assistent sieht Namen, Adressen und Vertragsdetails. Das geht nur über einen Dienst, mit dem die Firma einen Vertrag hat und der Geschäftsdaten nicht zum Training nutzt. Private Konten und Gratis-Chatbots sind für Kundendaten tabu.
  • Alles wird protokolliert. Festgehalten wird, welche Entwürfe entstanden, was freigegeben und was verworfen wurde. Bei einer Rückfrage des Kunden lässt sich so zeigen, wer was wann geschickt hat.

Hinzu kommt die Prüfung der Fakten. Sprachmodelle können Termine oder Zusagen erfinden, die in keiner Quelle stehen. Die Regel mit [PRÜFEN] und die Pflicht zur Quellenangabe machen solche Fehler sichtbar, bevor ein Kunde sie liest.

Meine Erfahrung

Ich arbeite seit 1985 in der IT und habe in dieser Zeit Hunderte Projekte begleitet. Heute führe ich 8 bis 10 Projekte parallel. Möglich macht das eine KI, die ich mit Outlook und unserem PM-Werkzeug von TPG The Project Group verknüpft habe.

Meine Ziele dabei sind klar. Ich will die Kommunikation im Griff behalten, Termine automatisch planen und Überschneidungen jonglieren. Dazu gehören eine nachhaltige Kundenkommunikation und gut informierte Servicetechniker und CAMs. Für alle Beteiligten entsteht so eine gemeinsame Schnittstelle.

Einordnung: Was das für Projektleiter heisst

Für Projektleiter mit vielen parallelen Projekten verschiebt sich die Arbeit vom Schreiben zum Prüfen und Entscheiden. Wer das umsetzen will, braucht zuerst die Freigabe der IT für einen Assistenten mit Zugriff auf Postfach und Kalender, im Microsoft-Umfeld also die Zustimmung eines Entra-Administrators. Danach lohnt ein Start mit einem Ablauf, etwa der Morgenübersicht, bevor Kundenmails dazukommen. Kosten entstehen vor allem durch Lizenzen je Nutzer; welche Varianten es gibt, zeigt der Überblick zu KI im Projektmanagement 2026.

Fazit

Ein KI-Assistent zwischen Outlook, Kalender und PM-Werkzeug macht aus vielen Kanälen eine Schnittstelle. Er liest, gleicht ab und entwirft, der Projektleiter prüft und gibt frei. Fang mit der Morgenübersicht und klaren Regeln an und erweitere erst, wenn die Entwürfe verlässlich stimmen.

Quellen: Claude Microsoft-365-Connector, Microsoft Support: Besprechung mit Copilot planen, Microsoft Support: Termine automatisch umplanen. Foto: Pexels / Pixabay. Stand: 24. Oktober 2026.

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