Certified Cloud Developer


Seit meinem Einstieg in die Softwareentwicklung in den 80er-Jahren habe ich mich kontinuierlich in der jeweils aktuellen Technologie bewegt: von Assembler über C++ und Lisp/Common Lisp in den 1980er-Jahren, gefolgt von Java und Python in den 1990er-Jahren, später C# und .NET. Seit 2024 widme ich mich verstärkt wieder der Softwareentwicklung, nun im Kontext von KI-gestützten Systemen.

Als Anthropic-Certified Claude Developer setze ich moderne KI-Entwicklungsmethoden produktiv ein: Aufgaben, die früher Wochen an Entwicklungszeit beansprucht hätten, lassen sich heute in Stunden umsetzen. Aktuelles Beispiel ist Kontor, eine von mir entwickelte Handelsoberfläche mit Claude-API-Anbindung und einem eigenständigen Trader-Agent für KI-gestützte Marktanalyse, inklusive eines öffentlichen Wirtschaftskalenders mit allen Terminen.

Engineering is a Passion


Als System-Engineer (MCITP, CCP-V und AI Fluency & Claude Expert) betreue ich Netzwerkinfrastrukturen, führe Planungen durch, schule Mitarbeiter und führe Migrationen von Netzwerk, Server- als auch Client Infrastrukturen bis zum mittleren Enterprise Umfeld durch. Mein Aufgabengebiet umfasste der IT Support von mittelständischen Unternehmen als auch die Umsetzung von Projekten in Server und Clientnetzwerken unter den Betriebssystemen Microsoft, Mac OS und Linux resp. den Hypervisoren VMware, Hyper V und Citrix.

Mein Knowhow und Wissen sammelte ich in Projekten im Bereich öffentlicher und privater Auftraggeber.

 

Mac Studio M5 Ultra statt NVIDIA-Workstation für lokale KI

BLG-1480-ch-de

Neue KI-Modelle erscheinen meist zuerst für CUDA, und der Reflex lautet dann Linux-PC mit RTX-Karte. Der Artikel rechnet die Alternative durch: ein Mac Studio mit M5 Ultra, 80-Core-GPU und 96 GB gemeinsamem Speicher gegen einen PC mit RTX 5090 und 32 GB VRAM. Bei ähnlicher Ausstattung liegt der Mac laut eigener Rechnung rund 1'900 Franken günstiger und beim Rendering etwa gleichauf. Dazu kommen die Strategie, sechs bis zwölf Wochen auf neue Modelle zu warten, ein Kriterienvergleich und ein Skript, das nach der Lieferung die Annahmen nachmisst. Alle Zahlen sind Rechnungen vor dem Kauf.

Inhalt 11 Abschnitte
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Das Problem: Neue Modelle erscheinen zuerst für CUDA
  3. Architektur: Lokale KI braucht nicht alles auf einmal
  4. Die Rechnung: drei Varianten und zwei Paarungen
  5. Die Strategie: bewusst nicht an der Front
  6. Entscheidungskriterien im Vergleich
  7. Nach der Lieferung nachmessen
  8. Typische Fehler bei der Hardware-Wahl
  9. Einordnung: Was das für IT-Teams und Kreative in KMU heisst
  10. Fazit
  11. Änderungshistorie
Symbolfoto zum Artikel „Mac Studio M5 Ultra statt NVIDIA-Workstation für lokale KI“
96 GB statt 32 GB VRAM
Mac spart rund 1'900 Fr
Foto: macwelt.de

Ein Mac Studio mit 96 GB Speicher kostet rund 1'900 Franken weniger als ein PC mit RTX 5090 und rendert etwa gleich schnell. So sagt es eine Rechnung vor dem Kauf. Messen lässt sich erst nach der Lieferung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Beim Mac zählt der gemeinsame Speicher, bei NVIDIA nur das VRAM. 96 GB stehen 32 GB gegenüber (RTX 5090). Für grosse lokale Sprachmodelle entscheidet dieser Unterschied.
  • Bei ähnlicher Ausstattung liegt der Mac laut eigener Rechnung rund 1'900 Fr. unter dem PC mit RTX 5090. Gegenüber der RTX 5080 sind es rund 740 Fr. Alle Preise sind Tagespreise vom Oktober 2026.
  • Neue Modelle erscheinen meist zuerst für CUDA. Auf dem Mac dauert es oft sechs bis zwölf Wochen länger. Wer nicht an der Front arbeiten muss, verliert dabei wenig.
  • Die Regel lautet: erst Modelle und Tools festlegen, dann die Hardware.
96 GB
gemeinsamer Speicher beim Mac Studio
32 GB
VRAM der RTX 5090
1'900 Fr.
Vorteil gegenüber dem PC mit RTX 5090 (Rechnung)
6–12 Wochen
Wartezeit auf neue Modelle für den Mac

Das Problem: Neue Modelle erscheinen zuerst für CUDA

Wer lokale KI ernsthaft nutzen will, landet schnell bei NVIDIA. Neue Sprachmodelle erscheinen meist zuerst für CUDA, und der Reflex lautet dann: ein Linux-PC mit RTX-Karte.

Dabei geht eine zweite Rechnung unter. Grosse lokale Modelle brauchen vor allem Speicher. Bei NVIDIA zählt dafür nur das VRAM der Grafikkarte, bei der RTX 5090 sind es 32 GB. Beim Mac teilen sich CPU und GPU einen Speicher, bei der betrachteten Ausstattung 96 GB mit rund 1,2 TB/s Bandbreite. Was in 32 GB nicht mehr passt, läuft im Mac-Speicher noch.

Der Zweck der Maschine ist deshalb entscheidend. Gesucht ist ein kompaktes, leises und wertstabiles Gerät für lokale KI (Sprachmodelle, Avatar- und Videogenerierung) und semi-professionelles Rendern in Blender. Der Kaufentscheid soll nachvollziehbar sein, auch für Kollegen, die ihn später prüfen.

Architektur: Lokale KI braucht nicht alles auf einmal

Der wichtigste Rat aus dem Kollegenkreis lautet, nicht jede Aufgabe auf Maximum auszulegen. Ein grosses Sprachmodell und ein aufwendiger Blender-Lauf schliessen sich auf einer Maschine aus. Deshalb steuert ein kleines lokales Modell über MCP Blender und weitere Werkzeuge. So bleibt die GPU für das Rendern frei.

Zudem lohnt es sich, nicht auf 70 Milliarden Parameter und mehr zu fixieren. Mixture-of-Experts-Architekturen (zum Beispiel 35B-A3B) laufen ab 64 GB so schnell wie ein kleines Sprachmodell mit 3 Milliarden Parametern, weil pro Token nur ein Teil der Gewichte aktiv ist. Die Ausführung läuft über Metal: MLX, llama.cpp und der Cycles-Renderer von Blender nutzen die GPU des Mac.

Die Rechnung: drei Varianten und zwei Paarungen

Die folgenden Zahlen stammen aus einer eigenen Rechnung vom Oktober 2026. Sie beruhen auf Listen- und Händlerpreisen und ändern sich täglich.

Variante Listenpreis Händlerpreis Speicher und Bandbreite
M5 Ultra, 80-Core-GPU, 1 TB
rund 6'300 Fr.
rund 5'700 Fr.
96 GB, 1,2 TB/s
M5 Ultra, 64-Core-GPU, 1 TB
rund 5'070 Fr.
rund 4'610 Fr.
96 GB, 1,2 TB/s
M5 Max, 40-Core-GPU
rund 3'520 Fr.
nicht angegeben
64 GB, 614 GB/s

Die Grafikleistung der drei Varianten zeigt die nächste Karte. Als Basis mit 100 % dient der Ultra mit 80 Kernen.

GPU-Leistung relativ zum Ultra mit 80 Kernen, in Prozent
Ultra, 80-Core-GPU100 %
Ultra, 64-Core-GPU80 %
Max, 40-Core-GPU63 %

Relativ zum Ultra mit 80 Kernen. Der Max liegt laut Blender-Metal-Scores rund 37 % hinter dem Ultra.

Für zwei Paarungen mit ähnlicher Ausstattung ergibt die Rechnung Folgendes:

Paarung Ergebnis Bemerkung
M5 Ultra 80C gegen PC mit RTX 5090 (64 GB RAM, 32 GB VRAM, 1 TB)
Rendering etwa gleichauf, Mac rund 1'900 Fr. billiger
Mit dem Blender-Benchmark nach der Lieferung prüfen
M5 Ultra gegen PC mit RTX 5080
Mac rund 740 Fr. billiger
Die 5080 hat weniger VRAM als die 5090

Die Zahlen belegen keine Überlegenheit des Mac. Bei gleicher Leistung bleiben die Preise vergleichbar, und der Mac liegt beim nutzbaren Speicher vorn. Für Training und Feintuning bleibt CUDA klar im Vorteil.

Die Strategie: bewusst nicht an der Front

Der Reflex, immer als Erster das neueste Sprachmodell zu haben, kostet Geld und Zeit. Auf dem Mac läuft heute schon so viel lokal, dass niemand jeden Tag an der vordersten Front mitarbeiten muss. Erscheint etwas Neues, warte ich sechs, acht oder zwölf Wochen, bis es auf Apple Silicon läuft. Die Lieferzeit von sieben bis acht Wochen passt zu dieser Logik.

Damit wird aus einem Nachteil eine Strategie. Wer ein Release am Tag der Veröffentlichung in der Produktion braucht, bleibt besser bei CUDA.

Entscheidungskriterien im Vergleich

Kriterium Mac Studio M5 Ultra RTX-5090-PC Bemerkung
Nutzbarer KI-Speicher
96 GB gemeinsam
32 GB VRAM
Zählt bei grossen Modellen
Rendering
etwa auf 5090-Niveau
Referenz
Nachmessen
Neue Modelle ab Tag 1
oft Wochen später
meist sofort
Frage der Strategie
Preis bei gleicher Ausstattung
günstiger
Referenz
Tagespreise
Lautstärke und Platz
sehr gut
grösser und lauter
Büro und Homeoffice
Wiederverkauf
hoch
unsicher
Annahme, keine Garantie

Nach der Lieferung nachmessen

Die Annahmen dieses Artikels sind Rechnungen. Deshalb prüft nach der Lieferung ein kurzes Skript den Durchsatz eines lokalen, OpenAI-kompatiblen Endpunkts. Es läuft mit Ollama, LM Studio oder mlx_lm.server.

#!/usr/bin/env bash
set -euo pipefail
BASE_URL="${1:-http://localhost:11434/v1}"
MODEL="${2:-qwen3:32b}"
RUNS="${3:-3}"
PROMPT="Erkläre in 300 Wörtern, wie DMARC, SPF und DKIM zusammenspielen."

for i in $(seq 1 "$RUNS"); do
  start=$(date +%s.%N)
  resp=$(curl -s "$BASE_URL/chat/completions" -H "Content-Type: application/json" \
    -d "{\"model\":\"$MODEL\",\"messages\":[{\"role\":\"user\",\"content\":\"$PROMPT\"}],\"stream\":false}")
  end=$(date +%s.%N)
  tokens=$(echo "$resp" | python3 -c 'import sys,json; print(json.load(sys.stdin)["usage"]["completion_tokens"])')
  secs=$(echo "$end - $start" | bc)
  echo "Lauf $i: $tokens Tokens in ${secs}s, $(echo "scale=1; $tokens / $secs" | bc) Tokens/s"
done

Das Ergebnis gehört mit Parametergrösse, Quantisierung und macOS-Version in die Notiz. Ergänzend kommt der Blender-Benchmark von Blender Open Data. Wie ein Wrapper für Cursor auf dem Mac aussehen kann, beschreibt der Artikel Lokale KI in Cursor: 20 Aufgaben gegen ein Cloud-Modell.

Typische Fehler bei der Hardware-Wahl

  • Hardware nach dem grössten denkbaren Modell kaufen: Die tatsächlichen Aufgaben bestimmen den Bedarf.
  • VRAM und Systemspeicher addieren: Für Sprachmodelle sind sie nicht gleichwertig.
  • Benchmarks verschiedener Versionen vergleichen: Zahlen gelten nur für dieselbe Blender- und Treiberversion.
  • CUDA-only-Werkzeuge übersehen: Wer eines davon zwingend braucht, entscheidet damit die Frage.

Einordnung: Was das für IT-Teams und Kreative in KMU heisst

Für kleine Teams zählt der Betrieb mehr als der Spitzenwert. Ein Mac Studio läuft leise, braucht wenig Platz und kostet bei den betrachteten Ausstattungen weniger als ein vergleichbarer PC. Dafür warten Nutzer auf neue Releases und stehen bei Training und Feintuning schlechter da. Wer vor allem anwendet (Textgenerierung, Avatare, Video, Blender), fährt mit dem Mac gut. Wer selbst trainiert oder CUDA-Werkzeuge braucht, kommt um NVIDIA nicht herum. Entscheide deshalb zuerst über die Aufgaben und danach über die Hardware.

Fazit

Ein Mac Studio M5 Ultra mit 96 GB Speicher ist für lokale KI und Rendering eine nachvollziehbare Alternative zur NVIDIA-Workstation, solange sechs bis zwölf Wochen Wartezeit auf neue Releases vertretbar sind. Die Rechnung nennt einen Preisvorteil von rund 1'900 Fr. gegenüber der RTX 5090. Gemessen ist noch nichts. Lege Werkzeuge und Aufgaben fest, kaufe danach und prüfe die Annahmen nach der Lieferung.

Quellen: Blender Open Data, MLX, Model Context Protocol. Preise und Leistungsverhältnisse sind eigene Rechnungen des Autors, Stand Oktober 2026, und nicht unabhängig geprüft. Zuletzt geprüft: 24. Oktober 2026.

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Änderungshistorie

  • — Artikel veröffentlicht: Mac Studio M5 Ultra gegen NVIDIA-Workstation für lokale KI und Rendering.