Fortinet warnt vor einer kritischen Lücke in der Weboberfläche von FortiSandbox. Angreifer können die Anmeldung über manipulierte HTTP-Anfragen umgehen. Betroffen sind die Versionen 5.0.0 bis 5.0.6 und 4.4.0 bis 4.4.9. Updates auf 5.0.7 und 4.4.10 beheben den Fehler, Angriffe sind bisher nicht bekannt.

Eine Lücke mit CVSS 9,6 erlaubt Angreifern den Zugang zu FortiSandbox ohne Anmeldung. Fortinet liefert Updates für die Versionen 5.0 und 4.4. Dieser Beitrag zeigt, welche Stände betroffen sind und was Admins jetzt tun.
Das Wichtigste in Kürze
- Kritische Lücke in der Weboberfläche: Ein Angreifer kann die Anmeldung über manipulierte HTTP-Anfragen umgehen. Er braucht dafür kein Konto.
- Betroffen sind 5.0.0 bis 5.0.6 und 4.4.0 bis 4.4.9: Version 5.2 gilt laut Fortinet als nicht betroffen.
- Updates stehen bereit: Fortinet empfiehlt 5.0.7 oder neuer sowie 4.4.10 oder neuer. Für PaaS 4.4 gilt der Wechsel auf ein behobenes Release.
- Bisher keine Angriffe bekannt: Fortinet führt die Lücke als nicht ausgenutzt. Einen virtuellen Patch gibt es nicht.
Was Fortinet gemeldet hat
Fortinet hat die Meldung FG-IR-26-185 am 13. Oktober 2026 erstmals veröffentlicht. Am selben Tag erfolgte auch die letzte Aktualisierung. Die Lücke trägt die Kennung CVE-2026-107656 und den Schweregrad „Critical“.
Der Fehler steckt in der grafischen Weboberfläche von FortiSandbox. Fortinet ordnet ihn als Umgehung der Anmeldung über einen alternativen Pfad oder Kanal ein (CWE-288). Ein Angreifer schickt dazu präparierte HTTP-Anfragen an das System. Er muss sich vorher nicht anmelden und kann den Angriff aus der Ferne starten.
Dabei nennt Fortinet als mögliche Folge die Ausführung unbefugter Befehle oder Programmcodes. Eine Sandbox prüft verdächtige Dateien in einer abgeschotteten Umgebung. Wer ihre Verwaltung übernimmt, sieht damit sensible Analyseergebnisse und Einstellungen. Das ist eine Schlussfolgerung aus der Produktart. Details dazu nennt die Meldung nicht.
Gefunden hat den Fehler Adham El Karn vom Product-Security-Team von Fortinet. Fortinet dankt zudem Jason McFadyen von TrendAI Research, der die Lücke ebenfalls verantwortungsvoll gemeldet hat. Die Fortinet-Meldung FG-IR-26-185 enthält alle offiziellen Angaben.
Welche FortiSandbox-Versionen betroffen sind
Fortinet listet die Stände je Produktlinie auf. Die Tabelle fasst die wichtigsten Kennzahlen zusammen.
| Kennzahl | Wert | Bedeutung |
|---|---|---|
| CVSS-Wert (v3) | 9,6 | Kritisch, hohe Dringlichkeit beim Patchen |
| Angriffsart | Ohne Anmeldung, aus der Ferne | Ein Angreifer braucht kein Konto |
| Ausnutzung bekannt | Nein | Fortinet kennt bisher keine Angriffe |
| Virtueller Patch | Nein | Ein Update ist der einzige genannte Schutz |
| Betroffene Linien | 5.0 und 4.4 | Version 5.2 ist nicht betroffen |
Die Zuordnung nach Produkt sieht so aus:
- FortiSandbox 5.2: nicht betroffen, kein Handlungsbedarf.
- FortiSandbox 5.0: Versionen 5.0.0 bis 5.0.6 sind betroffen. Update auf 5.0.7 oder neuer.
- FortiSandbox 4.4: Versionen 4.4.0 bis 4.4.9 sind betroffen. Update auf 4.4.10 oder neuer.
- FortiSandbox PaaS 5.2: nicht betroffen.
- FortiSandbox PaaS 5.0: Versionen 5.0.0 bis 5.0.6 sind betroffen. Update auf 5.0.7 oder neuer.
- FortiSandbox PaaS 4.4: alle Versionen sind betroffen. Fortinet rät zur Migration auf ein behobenes Release.
Daher lohnt sich ein Blick auf die genaue Versionsnummer. Eine Instanz mit 5.0.6 ist verwundbar, eine mit 5.0.7 nicht. Das gleiche gilt für 4.4.9 und 4.4.10.
So gehst du jetzt vor
Die Meldung nennt als Lösung ausschliesslich Updates. Damit ergibt sich eine kurze Reihenfolge.
- Prüfe, ob du FortiSandbox oder FortiSandbox PaaS einsetzt.
- Lies die installierte Version in der Verwaltung aus.
- Vergleiche sie mit der Tabelle oben und der Versionsübersicht von Fortinet.
- Plane das Update auf 5.0.7 oder 4.4.10 ein.
- Wer PaaS 4.4 nutzt, plant die Migration auf ein behobenes Release.
So bleibt der Aufwand überschaubar. Solange das Update aussteht, hilft es, den Zugang zur Weboberfläche zu begrenzen. Dieser Rat stammt nicht von Fortinet. Er ist eine allgemeine Vorsichtsmassnahme. Die Meldung selbst nennt keine Übergangslösung.
Einordnung: Was das für Admins in der Schweiz heisst
Wer FortiSandbox in der Version 5.0.0 bis 5.0.6 oder 4.4.0 bis 4.4.9 betreibt, sollte das Update zeitnah einplanen. Die Lücke braucht keine Anmeldung und lässt sich aus der Ferne nutzen. Das macht sie auch ohne bekannte Angriffe zu einem dringenden Fall. Betreiber von PaaS 4.4 müssen migrieren, weil alle Versionen dieser Linie betroffen sind. Zu Kosten oder Fristen macht Fortinet keine Angaben. Nutzer von Version 5.2 müssen nichts tun.
Fazit
Du hast jetzt die betroffenen Versionen und die passenden Updates. Prüfe als Nächstes die Version deiner Instanzen. Spiele dann 5.0.7 oder 4.4.10 ein oder plane die Migration von PaaS 4.4. Die Quelle bleibt die Meldung von Fortinet, die du auf Änderungen im Blick behalten solltest.
Quellen: Fortinet PSIRT. Foto: QuinceCreative / Pixabay. Stand: 18. Oktober 2026.
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