F5 hat elf Fehler in NGINX behoben, drei davon kritisch. Juniper hat in dieser Woche 17 Advisories mit über 150 Fehlern in Junos OS und Junos OS Evolved veröffentlicht. Rund zwei Dutzend davon sind kritisch und erlauben Befehle mit Root-Rechten oder die volle Übernahme eines Geräts. Beide Hersteller melden keine Angriffe in freier Wildbahn.

F5 und Juniper schliessen über 150 Schwachstellen, darunter rund zwei Dutzend kritische. Betroffen sind Webserver, Router und Cloud-Komponenten. Admins in Schweizer Firmen sollten jetzt ihre Versionen prüfen.
SecurityWeek hat die Meldung am 16. Oktober 2026 veröffentlicht und am selben Tag zuletzt aktualisiert.
Das Wichtigste in Kürze
- F5 behebt elf Fehler in NGINX. Drei davon sind kritisch und lassen sich ohne Anmeldung über manipulierte HTTP-Anfragen auslösen.
- Juniper meldet über 150 Fehler in Junos. Sie stecken in Junos OS und Junos OS Evolved und stehen in 17 Advisories.
- Rund zwei Dutzend Juniper-Fehler sind kritisch. Sie können zu Befehlen mit Root-Rechten oder zur Übernahme des Geräts führen.
- Keine Angriffe bekannt. Beide Hersteller erwähnen keine Ausnutzung in freier Wildbahn.
NGINX-Sicherheitslücken: Was F5 behoben hat
SecurityWeek berichtet über die Updates beider Hersteller. Das Erstveröffentlichungsdatum des Berichts nennt der vorliegende Auszug nicht. Ob es später ein Update gab, lässt sich daher nicht belegen. Juniper hat seine Advisories laut Bericht in dieser Woche publiziert. F5 hat seine Fixes angekündigt. Als Aktualisierungsstand dieses Beitrags gilt der 18. Oktober 2026.
Die elf Fehler in NGINX betreffen verschiedene Bereiche. Zwei kritische Lücken tragen die Nummern CVE-2026-15176 und CVE-2026-93479. Ein Angreifer braucht dafür kein Konto. Er schickt manipulierte HTTP-Anfragen an den Server.
Damit löst er einen Pufferüberlauf aus. Der Server startet dann neu. Das gelingt unter Bedingungen, die der Angreifer nicht selbst steuert. Ist ASLR abgeschaltet oder lässt es sich umgehen, ist Remote Code Execution möglich. Der Angreifer kann dann aus der Ferne Code auf dem System ausführen. ASLR ist ein Schutz, der Speicheradressen zufällig anordnet.
Eine dritte kritische Lücke trägt die Nummer CVE-2026-97205. Sie kann den Speicher beschädigen oder den Worker-Prozess beenden. Bei abgeschaltetem ASLR droht auch hier Codeausführung.
Die übrigen Fehler erlauben laut Bericht unter anderem diese Angriffe:
- Prüfungen und Validierungen umgehen
- Sensible Informationen auslesen
- Angaben einer Anfrage fälschen
- Daten in weitergeleitete Anfragen einschleusen
- Den Speicherverbrauch unbegrenzt wachsen lassen
- Vor der Anmeldung auf geschützte Pfade zugreifen
Daher lohnt sich auch ein Blick auf die nicht kritischen Einträge. Sie sind weniger dramatisch, treffen aber oft genau die Stellen, an denen ein Proxy Anfragen prüft und weiterleitet.
Junos OS Patch: Was Juniper im Cloud-Router behebt
Juniper hat 17 Advisories veröffentlicht. Sie beschreiben über 150 Fehler in Junos OS und Junos OS Evolved. Dazu kommen vier Fehler im Juniper Cloud-Native Router, kurz JCNR.
Rund zwei Dutzend Fehler gelten als kritisch. Sie führen zu Code oder Befehlen mit Root-Rechten, zur Übernahme des ganzen Geräts, zu Kernel-Panic oder Abstürzen. Weitere Folgen sind ein Neustart der Routing Engine und Dienstausfälle. Ein Pufferüberlauf geht auf einen Off-by-one-Fehler zurück.
Zudem hat Juniper mehrere Fehler mit hohem Schweregrad behoben. Sie können zu Codeausführung oder zu Denial-of-Service führen. Bei einem Router wirkt sich das direkt auf den Netzbetrieb aus. Ein Angriff kann so nicht nur ein Gerät treffen, sondern ganze Verbindungen lahmlegen.
Die Zahlen im Überblick
| Kennzahl | Wert | Bedeutung |
|---|---|---|
| NGINX-Fehler behoben | 11 | F5 liefert Fixes für den Webserver |
| Kritische NGINX-Fehler | 3 | Auslösbar ohne Anmeldung, Codeausführung nur bei schwachem ASLR |
| Juniper-Advisories | 17 | Jedes Advisory beschreibt mehrere Fehler |
| Juniper-Fehler in Junos | über 150 | Betrifft Junos OS und Junos OS Evolved |
| Fehler im JCNR | 4 | Der Cloud-Native Router ist ebenfalls betroffen |
| Kritische Juniper-Fehler | rund zwei Dutzend | Root-Rechte, Geräteübernahme und Abstürze möglich |
Einordnung: Was das für Admins in der Schweiz heisst
Wer NGINX als Webserver oder Reverse Proxy betreibt, prüft die eingesetzte Version gegen die Hinweise von F5. Wer Junos-Router oder JCNR einsetzt, sichtet alle 17 Advisories und gleicht sie mit den eigenen Versionen ab. Eine Frist nennt der Bericht nicht. Weil beide Hersteller keine Angriffe melden, bleibt etwas Zeit, doch Details zu den Lücken sind nun öffentlich. Zur Höhe der Kosten macht die Quelle keine Angaben. Der Aufwand liegt vor allem in Tests und Wartungsfenstern für die Router.
Fazit
Du weisst jetzt, welche Produkte betroffen sind und wie ernst die Lage ist. Prüfe als Nächstes deine NGINX-, Junos- und JCNR-Versionen. Plane danach die Updates, zuerst für Systeme, die aus dem Internet erreichbar sind. Kontrolliere zudem, ob ASLR auf deinen Servern aktiv ist.
Quellen: SecurityWeek. Foto: kewl / Pixabay. Stand: 16. Oktober 2026.
Recherche und Entwurf KI-gestützt, geprüft und freigegeben von Andreas Brauckmann · So arbeitet die Redaktion
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