In Frankreich haben Angreifer rund 700 Supermärkte über offene Kühlsteuerungen getroffen. Die Oktober-Updates für Windows Server legen laut Microsoft teils Exchange-Server lahm. Eine Lösung gibt es noch nicht. SentinelOne meldet, dass ein KI-Dienst die Analyse von Schadsoftware auf etwa acht Stunden verkürzt.

Diese Woche zählen 700 gehackte Supermärkte, ein Exchange-Ausfall und acht Stunden statt sechs Wochen Malware-Analyse. Der Überblick zeigt, was davon Admins und Firmen jetzt betrifft.
Das Wichtigste in Kürze
- Kühlsysteme in rund 700 Supermärkten wurden gehackt. Die Steuergeräte hingen offen im Internet und liefen mit veralteter Firmware.
- Die Oktober-Updates von Microsoft können Exchange stören. Outlook im Web fällt aus, und die Mail-Warteschlangen wachsen. Einen Workaround gibt es laut Microsoft noch nicht.
- SentinelOne verkürzt die Analyse von Schadsoftware stark. Statt vier bis sechs Wochen braucht ein KI-Dienst von OpenAI etwa acht Stunden.
- Die Muster sind bekannt. Offene Geräte, fehlende Patches und ungeprüfte Updates verursachen den Schaden.
Kühlhack in Frankreich: Offene Steuergeräte als Einfallstor
Laut Ars Technica trafen Angreifer rund 700 Supermärkte in Frankreich. Auch weitere europäische Länder sollen betroffen sein, darunter Spanien, Portugal, Polen und Belgien. Die Angreifer kamen über Steuergeräte, mit denen Techniker die Kühlung aus der Ferne warten. Diese Geräte waren aus dem Internet erreichbar.
Die Täter schalteten die Abtauung so lange ein, bis die Kühlschränke bis zu 50 °C erreichten. Ware verdarb, und in manchen Fällen fing die Elektrik Feuer. Die Behörden sprechen von einem Angriff mit unbekannten Tätern.
| Kennzahl | Wert | Bedeutung |
|---|---|---|
| Betroffene Märkte | rund 700 | Schätzung, Schwerpunkt Frankreich |
| Höchste Temperatur | bis 50 °C | Abtauung lief weit zu lange |
| Betroffene Gerätemodelle | 3 | Danfoss, Dixell und Copeland |
| Geschätzter Schaden | Zehn bis Hundert Millionen Euro | Schätzung von Ars Technica, nicht bestätigt |
Alle drei Modelle hatten laut Berichten kritische Lücken. Angreifer konnten sich aus der Ferne mit Administratorrechten anmelden. Bei Danfoss entstand das Tagespasswort aus dem Datum. Die Firmware ist öffentlich, und wer den Code liest, kann das Passwort berechnen. Mehrere Hinweise der US-Behörde CISA beschreiben solche Lücken, etwa dieser Hinweis.
Dabei war der Angriff vermeidbar. Die Forscher von Pen Test Partners nennen in ihrem Blogbeitrag diese Schritte:
- Steuergerät vom öffentlichen Internet nehmen.
- Fernzugriff nur über VPN und eine Liste erlaubter IP-Adressen.
- Fremdgeräte kontrolliert und dokumentiert ins Netz bringen.
- Bekannte und Standardpasswörter ändern.
- Auf die aktuelle Firmware aktualisieren.
Claroty hatte vor einem Jahr vor diesen Lücken gewarnt. Die CISA tat es im Februar.
Mailausfall nach den Oktober-Updates von Microsoft
Laut heise online fallen nach den Oktober-Updates Exchange-Systeme aus. Outlook im Web ist dann nicht erreichbar. Zugleich stauen sich E-Mails in den Warteschlangen. Microsoft hat die Warnung am 15. Oktober 2026 zuletzt ergänzt. Das genaue Datum der ersten Veröffentlichung nennen die Quellen nicht.
Microsoft nennt vier Updates für Windows Server, die möglicherweise betroffen sind:
- KB5126646 für die Version 2025
- KB5126655 für die Version 2022
- KB5126651 für die Version 2019
- KB5126868 für die Version 2016
Der Fehler zeigt sich als MapiExceptionMdbOffline. Im Anwendungsprotokoll steht die Ereignis-ID 1006. Die zugehörigen Sicherheitsupdates müssen nicht installiert sein, damit das Problem auftritt. Eine bestätigte Ursache nennt Microsoft nicht. Am 15. Oktober gab es laut einem Mitarbeiter des Konzerns keinen Workaround.
Daher entsteht ein Dilemma. Die Sicherheitsupdates schliessen Lücken in der Mailsoftware selbst. Für die Versionen 2016 und 2019 setzen sie die zweite Phase des kostenpflichtigen ESU-Programms voraus. Wer verzögert, bleibt also verwundbar. Wer sofort installiert, riskiert den Ausfall.
SentinelOne: Malware in acht Stunden zerlegen
SentinelOne beschreibt in einem Bericht von OpenAI vom 14. Oktober 2026, wie der Dienst Daybreak die Arbeit verändert. Ein Spitzenforscher braucht für komplexe Schadsoftware vier bis sechs Wochen. Laut Gregor Stewart, dem Chief AI Officer, schafft die KI ein Ergebnis auf menschlichem Niveau in etwa acht Stunden.
Dadurch bleibt Zeit für mehr Proben. Früher konnte das Team nur wenige Programme vollständig zerlegen. Bei grösserer Auswahl lassen sich Verbindungen erkennen, etwa gemeinsame Bausteine in scheinbar fremden Schädlingen. Das kann bei Kundenfällen eine Spur liefern.
Stewart betont, dass die Verantwortung bei Menschen bleibt. Entscheidungen über die Architektur sollten Menschen prüfen. Kleine Korrekturen seien eher etwas für Automatisierung. Die Zahlen stammen vom Anbieter selbst. Eine unabhängige Prüfung liegt in den Quellen nicht vor.
Einordnung: Was das für Admins und Firmen in der Schweiz heisst
Prüft zuerst, welche Geräte aus dem Internet erreichbar sind. Das gilt für Kühlsteuerungen ebenso wie für andere Fernwartungszugänge. VPN, IP-Liste, neue Passwörter und aktuelle Firmware kosten wenig im Vergleich zu den geschätzten Schäden. Wer Exchange betreibt, testet die Oktober-Updates vor dem Rollout. Wer sie schon installiert hat, prüft OWA, Warteschlangen und die Ereignis-ID 1006. Bis Microsoft eine Lösung nennt, gibt es keinen bestätigten Ausweg. Die KI-Analyse betrifft vor allem Sicherheitsteams. Sie ist heute eine Herstellerangabe und kein Grund zum Handeln.
Fazit
Du hast jetzt drei Prüfaufträge: offene Geräte, Exchange-Updates und die Frage, wo KI deinem Sicherheitsteam Zeit spart. Beginne mit einer Liste aller Systeme, die aus dem Internet erreichbar sind. Beobachte danach die Meldungen von Microsoft zu den vier Updates.
Quellen: OpenAI News, Ars Technica, heise online. Foto: Alexas_Fotos / Pixabay. Stand: 18. Oktober 2026.
Recherche und Entwurf KI-gestützt, geprüft und freigegeben von Andreas Brauckmann · So arbeitet die Redaktion
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