Das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation hat die Beschaffung der Swiss Government Cloud gestartet. Sie umfasst drei Lose, fünf Zuschläge und höchstens 7 Milliarden Franken über 14 Jahre. Jeder Anbieter darf nur einen Zuschlag erhalten. Die Zuschläge sind für den Spätsommer 2027 geplant.

Der Bund vergibt Cloud-Aufträge mit einer Obergrenze von 7 Milliarden Franken. Der Rahmen gilt für 14 Jahre. Für Anbieter, Kantone und Gemeinden könnte sich ein grosser Markt öffnen.
Das Wichtigste in Kürze
- Fünf Zuschläge in drei Losen: Das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) vergibt je zwei Aufträge für die beiden Public-Cloud-Stufen und einen für die Private Cloud.
- 7 Milliarden Franken sind eine Obergrenze: Der Bund zahlt nur für Leistungen, die er tatsächlich bezieht.
- Ein Zuschlag pro Anbieter: Damit will der Bund die Abhängigkeit von einzelnen Firmen und Rechtsordnungen senken.
- Zuschläge im Spätsommer 2027: Erste Cloud-Leistungen sind ab Spätherbst 2027 geplant, der Aufbau dauert bis 2032.
Was das BIT für die Swiss Government Cloud beschafft
Das BIT hat die Beschaffung der Swiss Government Cloud (SGC) gestartet. Netzwoche hat die Meldung am 20. Oktober 2026 erstmals veröffentlicht. Ein späteres Update nennt die Quelle nicht. Der Stand der Berichterstattung ist damit der 20. Oktober 2026. Die Ausschreibung ist auf simap.ch einsehbar.
Die heutige Cloud-Infrastruktur der Bundesverwaltung kommt laut Bericht zunehmend an ihre Grenzen. Die neue Lösung soll Dienste mehrerer Anbieter mit einer eigenen Private Cloud verbinden. Der Bund plant dafür drei Stufen:
- Stufe 1: Cloud-Dienste internationaler Anbieter.
- Stufe 2: Angebote, die Daten ausschliesslich in der Schweiz halten und verarbeiten, sowie Open-Source-Lösungen.
- Stufe 3: Eine Private Cloud in den Rechenzentren des Bundes, vor allem für besonders schützenswerte Anwendungen.
Der Bund legt weder Hersteller noch Produkte oder Technologien fest. Nach sieben Jahren will er den Markt erneut öffnen.
Warum jeder Anbieter nur einmal gewinnt
Jeder Anbieter darf höchstens einen Zuschlag erhalten. Damit soll kein einzelner Konzern die Bundes-Cloud dominieren.
Bei der früheren Ausschreibung «Public Clouds Bund» gingen alle fünf Zuschläge an ausländische Konzerne. Es waren Amazon Web Services, Microsoft, IBM, Oracle und Alibaba. Sie mussten damals Rechenzentren auf mindestens drei Kontinenten vorweisen.
Das Parlament hat 2024 eine neue Richtung vorgegeben. Wo es möglich ist, soll der Bund offene Standards, Open Source und Firmen mit Sitz in der Schweiz bevorzugen. Ob kleinere Schweizer Anbieter diesmal Chancen haben, ist laut Netzwoche offen.
Was die Zahlen bedeuten
Die Obergrenze verteilt sich auf die drei Stufen. Der Bund hat bei der Berechnung die heutigen Cloud-Ausgaben einbezogen. Dazu kamen der erwartete Mehrbedarf durch die Digitalisierung und eine mögliche Nutzung durch Kantone und Gemeinden.
| Kennzahl | Wert | Bedeutung |
|---|---|---|
| Public-Cloud-Stufen | je 2 Milliarden Franken | Höchstbetrag für jede der beiden ersten Stufen |
| Private Cloud | 3 Milliarden Franken | Höchstbetrag für die Stufe in Bundesrechenzentren |
| Aufbau der SGC | 319,4 Millionen Franken | Das Parlament hat davon 246,9 Millionen als Verpflichtungskredit bewilligt |
| Laufzeit | 14 Jahre | Nach sieben Jahren öffnet der Bund den Markt erneut |
Die 7 Milliarden Franken decken die Nutzung der Dienste ab. Der Aufbau der SGC kostet separat. In den 319,4 Millionen Franken fehlen die spätere Nutzung und die Migration bestehender Anwendungen. Diese Kosten tragen die einzelnen Bundesämter.
Zeitplan und offene Fragen
Zuerst folgt eine Präqualifikation von 60 Tagen. Danach reichen die ausgewählten Firmen ihre Angebote ein. Verzögern keine Einsprachen das Verfahren, erteilt der Bund die Zuschläge im Spätsommer 2027.
Zudem ist der Nutzen noch offen. Die Eidgenössische Finanzkontrolle sah Ende 2025 den wirtschaftlichen Nutzen der SGC für den Bund insgesamt als unbelegt an. Das BIT wollte ihn 2026 berechnen. Ob die Zahlen vorliegen, lässt der Quellentext offen.
Einordnung: Was das für Firmen in der Schweiz heisst
Cloud-Anbieter mit Sitz in der Schweiz müssen sich zuerst in der 60-tägigen Präqualifikation bewerben. Wer Daten nur in der Schweiz hält und verarbeitet, passt zu Stufe 2. Kantone und Gemeinden könnten die SGC später mitnutzen, die Quelle nennt dies als Möglichkeit. Für sie lohnt sich ein Blick in die Unterlagen auf simap.ch. Die Bundesämter tragen Kosten für Nutzung und Migration. Die Obergrenze von 7 Milliarden Franken fällt nur an, wenn der Bund die Leistungen auch bezieht.
Fazit
Du kennst jetzt den Rahmen: drei Stufen, fünf Zuschläge, 14 Jahre und eine Obergrenze von 7 Milliarden Franken. Anbieter prüfen als Nächstes die Unterlagen auf simap.ch und planen die Präqualifikation. Alle anderen beobachten, wer im Spätsommer 2027 zum Zug kommt.
Quellen: Netzwoche. Foto: Sharino / Pixabay. Stand: 21. Oktober 2026.
Recherche und Entwurf KI-gestützt, geprüft und freigegeben von Andreas Brauckmann · So arbeitet die Redaktion
Änderungshistorie
- — Artikel veröffentlicht.