Im dritten Quartal 2026 sind die weltweiten PC-Auslieferungen laut IDC um 20,1 Prozent, laut Omdia um 21,2 Prozent, laut Counterpoint um 21 Prozent und laut Gartner um 22,4 Prozent gesunken. Als Ursachen nennen die Quellen teuren Speicher, vorgezogene Käufe und volle Lager. Für das vierte Quartal erwartet Omdia minus 24 Prozent, Counterpoint minus 27 Prozent. Der Artikel vergleicht die Zahlen und leitet Schritte für Einkauf, Vertrieb und Channel in Schweizer Firmen ab.
Inhalt 11 Abschnitte
- Das Wichtigste in Kürze
- Was im dritten Quartal passiert ist
- Was die Quellen sagen
- Warum der Markt einbricht
- Wo die Quellen auseinanderliegen
- Ausblick aufs Weihnachtsquartal
- Preiserhöhungen der Hersteller
- Was in der Schweiz zu beobachten war
- Einordnung: Was das für Vertrieb, Channel und Einkauf in Schweizer Firmen heisst
- Fazit
- Änderungshistorie

Die weltweiten PC-Auslieferungen sind im dritten Quartal 2026 um 20 bis 22 % gefallen. Die vier grossen Marktforscher zählen verschieden, nennen aber dieselbe Hauptursache: teuren Speicher.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Rückgang liegt zwischen 20,1 und 22,4 %. IDC, Omdia, Counterpoint und Gartner zählen für Juli bis September 55,4 bis 62,7 Millionen Geräte, jeweils gegen die Vorjahreszahl.
- Speicher macht PCs teurer. Laut Omdia stieg der Kostenanteil von Arbeitsspeicher und SSD an einem PC von typisch 15 auf fast 40 %.
- Das Weihnachtsquartal wird schwächer. Omdia erwartet 24 % weniger, Counterpoint 27 % weniger. IDC rechnet mit Preisen weit über dem Vorjahr.
- HP verliert am meisten. Alle vier Häuser sehen HP bei rund 31 % Minus. Apple und ASUS verlieren am wenigsten.
- Bestellfristen vor Preiserhöhungen zählen. HP hat für Firmengeräte zum 15. September Erhöhungen von 10 bis 15 % angekündigt.
Was im dritten Quartal passiert ist
Zwischen dem 8. und dem 22. Oktober haben vier Marktforscher ihre Zahlen für Juli bis September vorgelegt. Alle melden einen Rückgang von mehr als 20 %. Gartner sieht die Auslieferungen auf einem Niveau wie zuletzt Anfang 2023. Gegenüber dem zweiten Quartal 2026 ist der Markt ebenfalls geschrumpft, nach IDC um 9,1 %, nach Counterpoint um 13,8 %.
Die jüngste Auswertung ist am 22. Oktober 2026 erstmals erschienen, eine spätere Aktualisierung weist die Seite nicht aus. Vier Zahlen fassen die Lage zusammen. Sie stammen aus den Mitteilungen der Marktforscher und aus dem Preisbericht von Galaxus.
Das Magazin des Händlers hat die Counterpoint-Zahlen aufgegriffen und mit der Schlagzeile von 21 % Minus versehen. Es nennt 57 Millionen ausgelieferte Geräte und für das vierte Quartal ein erwartetes Minus von 27 %. Beides deckt sich mit der Counterpoint-Mitteilung.
Was die Quellen sagen
Die Mitteilungen stimmen im Trend überein und unterscheiden sich in der Menge. Die Tabelle stellt sie nebeneinander.
| Quelle | Zahl und Aussage | Zeitraum | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| IDC, 8.10.2026 | 62,7 Mio. Geräte, −20,1 % zum Vorjahr, −9,1 % zum Vorquartal | Juli bis September 2026 | Vorläufige Zahl, Basis 78,5 Mio. Geräte |
| Omdia, 9.10.2026 | 58,1 Mio. Geräte, −21,2 %; Desktops −23,5 %, Notebooks −20,6 % | Juli bis September 2026 | Prognose 4. Quartal −24 %, 2027 −7 % |
| Gartner, 12.10.2026 | 55,4 Mio. Geräte, −22,4 % | Juli bis September 2026 | Vorjahr 71,3 Mio. Geräte; DRAM-Kosten im zweiten Quartal fünffach |
| Counterpoint, 22.10.2026 | 57 Mio. Geräte, −21 %, −13,8 % zum Vorquartal | Juli bis September 2026 | Prognose viertes Quartal −27 %, Jahr 2027 etwa gleich wie 2026 |
Auch bei den Herstellern ist die Richtung gleich, die Zahlen unterscheiden sich im Detail. Die Spannen zeigen, wie weit die Häuser auseinanderliegen.
| Hersteller | Veränderung zum Vorjahr | Marktanteil | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| Lenovo | −22,4 bis 23 % | 23,8 bis 27,1 % | Bleibt Nummer eins und verliert etwa so viel wie der Markt |
| HP | −30,9 bis 31 % | 16,5 bis 18,7 % | Steilster Rückgang, Gartner nennt viele preissensible Kunden |
| Dell | −25,0 bis 25,4 % | 12,1 bis 13,7 % | Verliert mehr als der Markt |
| Apple | −7,1 bis 11,3 % | 9,5 bis 11,7 % | Gewinnt Anteile, Gartner sieht den kleinsten Rückgang der sechs grössten |
| ASUS | −7 bis 13 % | 8,5 bis 9,3 % | Laut IDC und Counterpoint unter den kleinsten Verlierern |
Die Rückgänge stammen von IDC, Gartner und Counterpoint. Die Marktanteile enthalten zusätzlich Omdia.
Warum der Markt einbricht
Die Quellen nennen vier Ursachen, die sich überlagern.
Erstens haben Hersteller und Händler früh im Jahr Ware vorgezogen. IDC schreibt, Vertrieb und Channel hätten sich vor den erwarteten Preiserhöhungen eingedeckt. Im dritten Quartal hat der Handel deshalb vor allem Lager abverkauft. Counterpoint sah im ersten Quartal 2026 noch ein Plus von 3,2 %. Schon im März beschrieb der Marktforscher Context für Europa, dass Partner aktiv vorab kaufen, um die Preisstruktur von 2025 zu sichern.
Zweitens sind Speicherchips teuer. Gartner beziffert den Anstieg der DRAM-Kosten im zweiten Quartal auf das Fünffache des Vorjahres. Omdia spricht von mehr als vierfachen Preisen für DRAM und SSD. Dabei führt IDC die höheren Speicherkosten auf den Ausbau von KI-Rechenzentren zurück. Wie stark diese Nachfrage Chipkapazität bindet, zeigt auch TSMCs Rekordquartal im zweiten Quartal 2026.
Drittens ist die Vergleichsbasis hoch. Counterpoint erinnert daran, dass im dritten Quartal 2025 das Ende der Unterstützung für Windows 10 und Zolleffekte die Auslieferungen gestützt hatten. Damals hatte das Haus ein Plus von 8,1 % gemeldet.
Viertens halten sich Käufer zurück. Counterpoint beschreibt die Nachfrage von Privatkunden als schwach, den Ersatzbedarf in Firmen als stützend. Gartner sieht Firmen gezielt investieren, etwa in Workstations und KI-PCs statt in breite Erneuerungen. Zudem verschiebt sich das Angebot zu teureren Konfigurationen, günstige Geräte werden knapper.
Wo die Quellen auseinanderliegen
Die Menge ist der grösste Unterschied. Zwischen Gartner mit 55,4 und IDC mit 62,7 Millionen Geräten liegen 7,3 Millionen. Die Prozentwerte liegen mit 20,1 bis 22,4 % viel enger beisammen. Der Grund steckt im Vorjahr: IDC rechnet mit 78,5, Gartner mit 71,3 Millionen Geräten. Die Häuser grenzen ihre Zählung also verschieden ab, und die Mitteilungen erklären das nur knapp.
Auch Apple wird verschieden gezählt. IDC weist einen Marktanteil von 9,5 % aus, Counterpoint 9,8, Gartner 10,5 und Omdia 11,7 %.
Bei den Prognosen fehlt der gemeinsame Nenner. Omdia sieht −24 % fürs vierte Quartal, Counterpoint −27 %. IDC hatte im Juni für das vierte Quartal −20 % und für 2026 −11,3 % genannt. Ob IDC das nach dem dritten Quartal angepasst hat, zeigt die Mitteilung vom 8. Oktober nicht. Gartner nennt laut Netzwoche keinen Ausblick.
Für 2027 gehen die Annahmen ebenfalls auseinander. Omdia erwartet −7 %. Counterpoint rechnet mit etwa gleichen Mengen wie 2026. IDC schrieb im Juni, vor Ende 2027 sei keine spürbare Entspannung beim Speicher zu erwarten.
Ausblick aufs Weihnachtsquartal
Zwei Häuser beziffern das vierte Quartal, beide erwarten mehr Verlust als im dritten. IDC nennt keine neue Zahl, warnt aber vor einer schwächeren Konjunktur, die Nachfrage zusätzlich dämpfen könnte. Wegen der vollen Lager rechnet IDC kurzfristig mit Aktionen. Die Preise bleiben nach IDC trotzdem weit über dem Niveau des Vorjahres.
Daraus folgt für die Planung: Wer im Dezember grosse Preisnachlässe erwartet, liegt nach der Quellenlage eher falsch. Einzelne Abverkäufe sind möglich, ein Preisrutsch ist es nicht.
Preiserhöhungen der Hersteller
Die Beratungsfirma MCPC hat am 28. August 2026 die Preisschritte der Hersteller für Firmenkunden zusammengestellt. Sie geben einen Eindruck, wie die Kosten weitergereicht werden.
| Hersteller | Erhöhung | Stichtag | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| Microsoft Surface | rund 11 % im Schnitt | 1. August 2026 | Stärker bei Konfigurationen mit 32 und 64 GB Speicher |
| Dell | je nach Konfiguration, teils Senkungen | 3. August 2026 | Gültigkeit der Angebote auf 30 Tage verlängert |
| HP | 10 bis 15 % auf Client-Geräte | 15. September 2026 | Bestellungen mussten bis 14. September verarbeitet sein |
| Lenovo | rund 6 % im Schnitt, 4 bis 10 % je nach Konfiguration | 15. September 2026 | Frist für konfigurierte Geräte um den 11. September |
MCPC beschreibt den Markt aus Sicht von Firmenkunden. Ob die Schritte in der Schweiz gleich ausfallen, klärst du am besten mit deinem Distributor.
Was in der Schweiz zu beobachten war
Schweizer Händler haben den Druck früh gespürt. Im Juni meldete Galaxus Notebook-Preise, die in zwölf Monaten um 30 % gestiegen waren, und längere Lieferzeiten. Interdiscount nannte Erhöhungen von 15 bis 20 %. Im Januar sagte Alltron im IT Reseller, grössere Projektanfragen würden von den meisten Speicherherstellern derzeit nicht freigegeben. Wortmann erwartete, dass sich Preisanpassungen trotz früh gebildeter Lager nicht ganz vermeiden lassen.
Eine eigene Schweizer Marktzahl für das dritte Quartal ist in den geprüften Quellen nicht ausgewiesen. Die Zahlen oben gelten weltweit.
Einordnung: Was das für Vertrieb, Channel und Einkauf in Schweizer Firmen heisst
Der Einbruch bei den Stückzahlen heisst nicht, dass PCs billiger werden. Die Preise bleiben hoch, und die Hersteller geben Kosten laufend weiter. Für Firmen lohnt sich deshalb ein Plan statt eines Bauchentscheids. Die folgenden Punkte leiten sich aus den Quellen ab und sind meine Einordnung.
- Lager: Wer Ware aus dem ersten Halbjahr hält, kann sie zu Preisen vor den Erhöhungen verkaufen. Neue Mengen auf Vorrat sind riskanter, weil IDC Aktionen bei vollen Lagern erwartet.
- Preise: Halte Angebote kurz gültig und führe Preisgleitklauseln ein. Dell hat die Gültigkeit zuletzt auf 30 Tage verlängert, das ist eine Orientierung.
- Erneuerung: Ordne die Geräte nach Dringlichkeit. Gartner sieht Firmen gezielt kaufen. Ersetze zuerst Geräte, die nicht mehr tragen, und schiebe die breite Erneuerung auf.
- Konfiguration: Prüfe, welche Ausstattung deine Anwender wirklich brauchen. Gartner beobachtet, dass günstige Geräte knapper werden.
- Lieferfristen: Plane Projekte mit Vorlauf und sprich Mengen früh mit dem Distributor ab. MCPC rät, Prognosen offenzulegen, weil Hersteller damit die Zuteilung steuern.
- Kunden: Im Vertrieb hilft ein klarer Hinweis, dass der Markt schrumpft, die Preise aber steigen. So landen Kunden nicht beim Dezember als Preisfenster.
Fazit
Die vier Marktforscher zählen unterschiedlich, doch das Bild ist dasselbe: Der PC-Markt schrumpft um etwa ein Fünftel, und Speicher macht Geräte teurer. Für das Weihnachtsquartal erwarten zwei Häuser mehr Rückgang, ein Preisrutsch gilt als unwahrscheinlich. Wer in Firmen einkauft oder berät, plant Erneuerungen gestaffelt, hält Angebote kurz und bestellt Projekte früh.
Quellen: IDC, 8.10.2026, Omdia, 9.10.2026, Gartner, 12.10.2026, Counterpoint Research, 22.10.2026, Magazin von Galaxus, Netzwoche, 13.10.2026, MCPC, 28.8.2026, Bilanz, 8.6.2026, IT Reseller, Januar 2026, Netzwoche, 24.3.2026, IDC, 2.6.2026. Foto: cliffsmith23 / Pixabay. Stand: 22. Oktober 2026.
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