Ein typischer Cloud-Einstieg für ein KMU kostet bei klassischer Beratung nach Stundensatz geschätzt 47'000 bis 92'000 Franken. Mit KI-Unterstützung und gleichem Stundensatz sind es 17'000 bis 33'000, mit internem Admin 8'000 bis 17'000. Der Artikel rechnet die acht Arbeitsschritte offen vor, belegt die Technikentwicklung der letzten zwei Jahre mit Quellen und nennt Fragen, an denen du ein veraltetes Angebot erkennst. Alle Stundenzahlen sind Annahmen.
Inhalt 11 Abschnitte
- Das Wichtigste in Kürze
- Was sich in 24 Monaten geändert hat
- Was 48 Stunden mit KI gekostet haben
- Was Beratung in der Schweiz kostet
- Die Rechnung für 150 Arbeitsplätze
- Was weiterhin Menschen brauchen
- Woran du ein veraltetes Angebot erkennst
- Was du selbst mit KI vorbereiten kannst
- Einordnung: Was das für IT-Leiter heisst
- Fazit
- Änderungshistorie

Ein Cloud-Einstieg für 150 Arbeitsplätze kostet nach klassischer Rechnung schnell 47'000 bis 92'000 Franken. Mit KI und derselben Verantwortung sind es etwa ein Drittel. Alle Stundenzahlen sind meine Annahmen, die Rechnung steht offen da.
Eine Webinarreihe stellt gerade die Frage, ob man On-Premises bleibt, nach Azure migriert oder hybrid fährt. Die Antwort lautet in solchen Reihen meist: Es hängt von Workloads, Budget und Prioritäten ab. Das stimmt, und es ist als Produkt zu dünn. Wer 2026 über Cloud-Aufwand berät, muss Zahlen nennen können, und er muss wissen, was sich in den letzten zwei Jahren an der Technik verändert hat.
Dabei richtet sich dieser Artikel gegen eine Praxis, nicht gegen Personen. Gemeint sind Stundensätze für Standardarbeit, die heute Minuten dauert, und Folien mit Wissensstand von 2016. Dazu kommen Veranstaltungsreihen, die Beratung als Trichter für Lizenzverkauf nutzen. Dagegen hilft eine Rechnung, die jeder nachprüfen kann.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Cloud-Einstieg für 150 Arbeitsplätze kostet klassisch geschätzt 47'000 bis 92'000 Franken. Das sind 260 bis 512 Stunden zu 180 Franken, verteilt auf acht Arbeitsschritte.
- Mit KI-Unterstützung sinkt der Aufwand auf 93 bis 186 Stunden. Bei gleichem Stundensatz sind das 17'000 bis 33'000 Franken, ein Faktor von rund 2,8.
- Mit internem Admin und KI liegen die Kosten bei 8'000 bis 17'000 Franken. Das ist ein Faktor von rund 5,5 gegenüber der klassischen Rechnung.
- Die KI selbst kostete in 48 Stunden Arbeit am Wiki, Blog und Demo-Tenant rund 15 bis 25 US-Dollar. Dazu kommt die Zeit der Person, die gesteuert und geprüft hat.
- Migrationswellen, Abnahme und Verantwortung bleiben Menschenarbeit. Dort spart KI fast nichts. Dort sollte das Honorar landen.
Was sich in 24 Monaten geändert hat
Vier Entwicklungen verändern die Rechnung. Jede lässt sich belegen.
| Entwicklung | Beleg | Folge für die Rechnung |
|---|---|---|
| Agenten schaffen längere Aufgaben | METR-Studie, März 2025: Aufgabenlänge verdoppelt sich etwa alle sieben Monate | Skripte, Konfigurationen und Auswertungen entstehen als Entwurf in Minuten |
| Der Preis je Token fällt stark | Epoch AI: GPT-4-Niveau von 37,50 auf 0,12 Dollar je Million Token (2023 bis 2024) | Die KI-Kosten sind gegen Beratungsstunden vernachlässigbar |
| Infrastruktur als Code ist der empfohlene Weg | Microsoft Cloud Adoption Framework: IaC-Accelerator mit Azure Verified Modules | Code lässt sich von Agenten schreiben, lesen und prüfen, ein Klickpfad nicht |
| Werkzeuge liefern eigene Agenten | Azure MCP Server und Azure Migrate mit Business Case und Migrations-Agent (Vorschau) | Inventar und Kostenmodell sind kostenlose Standardschritte |
Quellen und Einzelheiten stehen in den Absätzen darunter.
Agenten schaffen längere Aufgaben. Die Gruppe METR misst, wie lange eine Aufgabe sein darf, die ein KI-Agent mit 50 Prozent Erfolg löst. Laut ihrer Studie vom 19. März 2025 verdoppelt sich diese Länge etwa alle sieben Monate, gemessen an Aufgaben aus Software, Cybersicherheit und Logik. METR hält Teile des Beitrags selbst für veraltet und sieht bei neueren Modellen schnellere Zuwächse.
Der Preis pro Token ist stark gefallen. Epoch AI beziffert, was die Leistung von GPT-4 bei Fragen auf Doktoratsniveau kostet. Der Preis sank von 37,50 Dollar je Million Token im März 2023 auf 0,12 Dollar im Dezember 2024. Je nach Aufgabe lag der Rückgang zwischen dem 9- und dem 900-fachen pro Jahr. Epoch warnt, dass sich die schnellsten Rückgänge nicht zwingend fortsetzen. Heute kostet Sonnet 5.5 laut Preisliste von Anthropic 2 Dollar je Million Eingabe-Token und 10 Dollar für die Ausgabe, Haiku 5.5 nur 0,10 und 0,50.
Infrastruktur als Code ist Standard. Microsoft nennt im Cloud Adoption Framework den IaC-Accelerator mit Azure Verified Modules für Terraform oder Bicep als empfohlene Methode für die Landing Zone. Er richtet Pipelines, Identitäten und Repository in vier Phasen ein.
Die Werkzeuge bringen eigene Agenten mit. Der Azure MCP Server lässt KI-Agenten per natürlicher Sprache auf Azure-Ressourcen zugreifen, mit Entra-ID-Anmeldung und den Rechten des Benutzers. Azure Migrate bietet laut Produktübersicht kostenlos Erkennung, Eignungsprüfung, Abhängigkeitsanalyse und einen Business Case mit Gesamtkosten. Dazu kommt ein Migrations-Agent in der Vorschau, der Inventar auswertet und Landing-Zone-Vorlagen erzeugt.
Deshalb dauern mehrere Schritte der klassischen Beratung heute anders. Inventar, Kostenmodell und Code-Entwurf entstehen in Minuten bis wenigen Stunden, früher brauchten sie Tage. Die Ergebnisse müssen weiterhin gelesen, geprüft und verantwortet werden. Der Entwurf ist schnell, die Prüfung bleibt Arbeit.
Was 48 Stunden mit KI gekostet haben
Vom 23. bis zum 25. Oktober hat eine Person mit KI-Agenten ein SharePoint-IT-Wiki, einen Demo-Tenant und einen Blog weitergebaut. Im Demo-Tenant entstanden Gruppen nach Kundenstandard, Conditional Access, Teams-Telefonie und Zero-Trust-Seiten. Daneben liefen Businessplan und Skripte.
Messung am Sonntag, 25.10.2026: Seiten im Wiki-Ordner, Artikeldateien und Commits im Blog-Repository seit dem 23. Oktober.
Die Zahlen brauchen eine Einordnung. Dabei sind im Blog-Repository 5'315 verschiedene Dateipfade betroffen, viele davon generierte Bilder und Bauergebnisse. Eine Dateizahl oder Zeilenzahl ist keine Leistung. Aussagekräftig sind die fertigen Seiten, die ein Mensch gelesen und freigegeben hat.
So kommen die 15 bis 25 Dollar zustande:
| Posten | Betrag in Dollar | Herleitung |
|---|---|---|
| Automatische Blog-Aufrufe über die API | 2,43 | Summe der Spalte «usd» in der Kostendatei des Blogs seit 23. Oktober, 400 Aufrufe |
| Claude-Abo Max 5x | 7–17 (Annahme) | Anthropic nennt Max ab 100 im Monat. Zeitanteil 48 von 720 Stunden: 6,70. Obergrenze: 72 Prozent Wochenlimit entsprechen 16,80 |
| Cloud-Guthaben | rund 6 | Von 250 sind laut Bildschirmfoto 244 übrig |
Eigene Messung und Rechnung vom 25. Oktober 2026. Das Abo ist eine Pauschale, der Anteil ist deshalb eine Annahme.
Bei 0,80 Franken je Dollar (Annahme) sind das 12 bis 20 Fr. Nicht darin steckt die Zeit der Person. Wie lange sie an den Bildschirmen sass, habe ich nicht gemessen, denn die 48 sind Kalenderzeit. Freigaben, Entscheide und Abnahmen hat sie selbst geleistet. Ohne diese Prüfung wäre das Ergebnis wertlos.
Was Beratung in der Schweiz kostet
Öffentliche Stundensätze gibt es nur als Spannen.
| Quelle | Angabe | Einordnung |
|---|---|---|
| Magicheidi | IT-Consulting 120–250 Fr. pro Stunde, Cloud, Security und Data Engineering oft darüber | Spannweite des Marktes für Freelancer |
| Gryps | Spezialisierte IT-Beratung wie Cloud-Migration ab 180 Fr., Beratung und Konzepte ab 200 Fr. | Untergrenze für Cloud-Projekte |
Daraus folge ich mit 180 Franken pro Stunde, am unteren Ende dessen, was für Cloud-Spezialisten genannt wird. Eine belastbare Studie zu Azure-Projektaufwänden in der Schweiz habe ich nicht gefunden. Die Stundenzahlen unten sind deshalb Annahmen aus Projekterfahrung und keine Messwerte. Für den internen Admin setze ich 90 Franken an, als Annahme für die Vollkosten.
Die Rechnung für 150 Arbeitsplätze
Dazu nehme ich ein Unternehmen mit 150 Arbeitsplätzen, einem Microsoft-365-Tenant, rund 20 Servern und dem Ziel, Identität, Landing Zone und erste Workloads in Azure zu bringen. Die Tabelle zeigt acht Arbeitsschritte mit Stunden für den klassischen Weg und für den Weg mit KI, wenn ein erfahrener Mensch steuert und prüft.
| Arbeitsschritt | Klassisch (Std.) | Mit KI (Std.) | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| Bestandsaufnahme und Dokumentation | 24–40 | 4–8 | Azure Migrate erkennt Server, KI schreibt die Doku |
| Landing Zone als Code | 40–80 | 8–16 | Accelerator und KI-Entwurf, Mensch prüft jede Policy |
| Identität, Gruppen, Conditional Access | 24–48 | 6–12 | Skripte aus Vorgaben, Test im Pilotkreis |
| Kostenmodell und Business Case | 16–32 | 3–6 | Auswertung der Erkennungsdaten, Annahmen prüft der Mensch |
| Betriebshandbuch und Runbooks | 40–80 | 8–16 | Entwurf in Minuten, Abnahme durch den Betrieb |
| Schulungsunterlagen und Wiki | 40–80 | 8–16 | Texte aus Vorlagen, Rückfragen aus den Teams |
| Migrationswellen planen und ausführen | 60–120 | 40–80 | Cutover und Fehlerbehebung bleiben Menschenarbeit |
| Sicherheitsreview, Abnahme, Übergabe | 16–32 | 16–32 | Verantwortung lässt sich nicht beschleunigen |
| Summe | 260–512 | 93–186 |
Annahmen des Autors, keine Messwerte. Quellen für Werkzeuge und Vorgehen stehen im Abschnitt zur Technik oben.
So ergeben die Zahlen klassisch 46'800 bis 92'160 Fr. bei 180 Fr. je Stunde. Mit KI und gleichem Satz sind es 16'740 bis 33'480 Fr., der Faktor liegt bei rund 2,8. Macht ein interner Admin mit KI die Arbeit zu 90 Fr., bleiben 8'370 bis 16'740 Fr. und der Faktor steigt auf rund 5,5. Das KI-Abo fällt daneben kaum ins Gewicht, es kostet 100 bis 200 Dollar im Monat.
Rechenweg: Stunden aus der Tabelle mal Stundensatz. Klassisch und mit KI zu 180 Fr., interner Admin zu 90 Fr. Balken nullbasiert.
Deshalb fällt der Faktor 2,8 bewusst klein aus. Der Blog-Artikel zum SharePoint-Intranet kommt bei reiner Dokumentations- und Skriptarbeit auf Faktor 13. Sobald Migration, Abnahme und Betrieb dazukommen, schrumpft der Vorsprung, weil dort der Mensch den Takt vorgibt.
Was weiterhin Menschen brauchen
Die Rechnung gilt nur mit einem erfahrenen Menschen am Steuer.
| Aufgabe | Warum sie beim Menschen bleibt | Wer trägt sie |
|---|---|---|
| Entscheide und Verantwortung | Wer sieht welche Daten, wo liegen sie, wer haftet bei Fehlern? | Die Firma haftet, das Modell nie |
| Verhandlung | Lizenzen, Laufzeiten und Support-Verträge handelt ein Mensch mit Partner oder Hersteller aus | Einkauf und IT-Leitung |
| Workshops und Widerstand | Zuhören, nachfragen und Interessen ausgleichen gelingt nur im Gespräch | Projektleitung |
| Betrieb | Nach dem Cutover muss jemand erreichbar sein und Alarme verstehen | Betrieb oder Dienstleister |
| Abnahme und Sicherheit | Jede Policy, Berechtigung und jedes Skript braucht einen Leser, der es versteht | Admin und Security |
Ein Agent arbeitet nur mit den Rechten, die ihm jemand gibt.
Dazu passt die Frage, wie sich mehrere Agenten koordinieren lassen. Das beschreibt der Artikel KI-Sub-Agenten orchestrieren.
Woran du ein veraltetes Angebot erkennst
Die folgenden sechs Fragen sind prüfbar. Eine gute Beratung beantwortet sie in einem Satz und mit einem Beispiel.
| Frage an den Anbieter | Gute Antwort | Warnzeichen |
|---|---|---|
| Welche Teile entstehen als Code in einem Repository? | Landing Zone, Policies und Pipelines liegen in Terraform oder Bicep | Aufbau per Klick im Portal ohne Versionierung |
| Wo setzt ihr KI-Agenten ein, und wer prüft das Ergebnis? | Entwürfe von Agenten, Prüfung durch benannte Fachleute | «Machen wir nicht» ohne niedrigeren Preis für Entwürfe |
| Was ist Festpreis, was Aufwand? | Standardarbeit mit klarem Ergebnis zum Festpreis | Alles nach Stunden, ohne Obergrenze |
| Wie viele Stunden stecken in Bestandsaufnahme, Doku und Business Case? | Hinweis auf Azure Migrate und automatische Erkennung | Tage für Inventar und Workshops für Zahlen, die ein Werkzeug liefert |
| Auf welchem Stand ist eure Vorlage? | Bezug auf das aktuelle Cloud Adoption Framework mit Datum | Folien von 2016 |
| Was kostet der Betrieb danach, und wer ist erreichbar? | Klare Reaktionszeiten und Preise | Betrieb fehlt im Angebot |
Microsoft empfiehlt den IaC-Weg ausdrücklich, Quelle im Abschnitt zur Technik.
Was du selbst mit KI vorbereiten kannst
Vor dem ersten Gespräch lassen sich ein Inventar, eine Liste der Abhängigkeiten, ein grobes Kostenmodell und eine Gliederung des Betriebshandbuchs erzeugen. Damit fragst du gezielter und bezahlst weniger für Erklärungen. Zudem dient der Entwurf als Gegenprobe: Wer dein Inventar in zwei Stunden ergänzt, arbeitet auf dem Stand von heute. Wer dafür zwei Wochen und einen Workshop braucht, hat ein Modell von früher.
Einordnung: Was das für IT-Leiter heisst
Daher verschiebt sich für IT-Leiter in KMU die Frage von «Wer baut das für uns?» zu «Welche Teile brauchen wir von aussen?». Entwürfe, Skripte und Dokumente erstellt dein Admin mit KI selbst, und er braucht dafür Tage statt Wochen. Extern bleiben Erfahrung aus vielen Projekten, Abnahme, Betrieb und schwierige Workshops. Verlange deshalb Angebote, die Leistungen einzeln mit Stunden ausweisen, so wie die Tabelle oben. Dann kannst du Zeile für Zeile entscheiden, was intern entsteht und was du zukaufst. Die Zahlen oben sind Annahmen, aber das Vorgehen funktioniert mit jeder anderen Annahme genauso.
Fazit
Ein Cloud-Einstieg für 150 Arbeitsplätze kostet nach der Rechnung oben klassisch 47'000 bis 92'000 Fr., mit KI-Unterstützung 17'000 bis 33'000 und mit internem Admin 8'000 bis 17'000. Der Vorsprung entsteht bei Bestandsaufnahme, Code-Entwürfen, Business Case und Dokumentation. Bei Migration, Abnahme und Verantwortung bleibt der Aufwand. Frage in der nächsten Offerte nach Code, nach KI-Einsatz und nach den Stunden je Arbeitsschritt.
Quellen: METR (19. März 2025), Epoch AI (März 2025), Anthropic Preisliste und Max-Plan, Microsoft Learn: Cloud Adoption Framework, Azure MCP Server, Azure Migrate (Seitenstand 2026), Magicheidi, Gryps. Stand: 25.10.2026.
Geschrieben von Andreas Brauckmann · So arbeitet die Redaktion
Änderungshistorie
- — Artikel veröffentlicht: Cloud-Beratung gegen KI im Aufwandsvergleich.