Linux 7.2 ist am 16. August 2026 erschienen. Der Kernel verteilt Prozesse nach Cache-Domänen, bringt schnelleres I/O auf AMD- und Intel-Systemen, grosse Folios für Btrfs, einen höheren NFS-Standardblock und Verbesserungen am NTFS-Treiber. Er bildet die Grundlage für Ubuntu 26.10. Handlungsbedarf besteht nicht; Betreiber sollten die Neuerungen aber vor dem Distributions-Update kennen.

Linux 7.2 ist seit dem 16. August 2026 stabil und bringt einen Scheduler, der den gemeinsamen Cache von Prozessen berücksichtigt. Wer Server oder Workstations betreibt, bekommt ihn mit den Distributions-Updates des Herbstes.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Scheduler achtet auf Cache-Domänen. Prozesse, die sich Ressourcen teilen, bleiben möglichst im selben Cache-Bereich, damit Daten seltener zwischen CPUs wandern.
- Linux 7.2 erschien am 16. August 2026. Er soll laut Phoronix Ubuntu 26.10 und weitere kommende Distributionen antreiben.
- I/O wird auf AMD- und Intel-Systemen schneller. Dazu kommen neue Treiber und eine schnellere Poll-Funktion.
- Es gibt keinen Zwang zum Handeln. Die Neuerungen betreffen dich erst, wenn deine Distribution den Kernel ausliefert.
Was sich beim Scheduler ändert
Moderne Prozessoren bestehen aus mehreren Cache-Domänen. Wechselt ein Prozess zwischen ihnen, muss die CPU seine Daten neu laden. Der neue Lastverteiler beachtet das: Er hält Prozesse, die Ressourcen teilen, nach Angaben von Linuxiac in derselben Domäne und spart so unnötige Verschiebungen.
Nicht jede Änderung hielt bis zum Schluss. Phoronix nennt späte Rücknahmen. So kehrte der Kernel beim DRM-Scheduler zum FIFO-Verfahren zurück, weil der neue "Fair"-Standard Rückschritte verursachte.
Speicher, Netzwerk und Hardware
Bei den Dateisystemen und im Netzwerk nennt Linuxiac mehrere Punkte:
| Bereich | Änderung in 7.2 | Was das bedeutet |
|---|---|---|
| Btrfs | Grosse Folios standardmässig, experimentell bis 2 MB | Weniger Verwaltungsaufwand bei grossen Dateien |
| NFS | Standard-Blockgrösse 4 MB ab 16 GB RAM | Mehr Durchsatz bei grossen Transfers |
| MultiPath TCP | Bis zu 64 statt 8 Subflows | Mehr Pfade pro Verbindung |
| NTFS | Windows-Symlinks, besserer Schutz vor beschädigten Metadaten | Sicherer Zugriff auf Windows-Datenträger |
| XFS | Zonen-Speicher nicht mehr experimentell | Reife Unterstützung für Zoned Storage |
Bei der Hardware nennt Phoronix verbesserte AMD- und Intel-Treiber, HDMI 2.1 FRL im AMDGPU-Treiber, das Intel-Protokoll USB4STREAM und bessere Leistung der Grafikeinheit Arc B390. Linuxiac ergänzt Realtek-8922AU-WLAN-Sticks und Virtio-CAN-Schnittstellen.
Was Betreiber jetzt tun
Der Kernel erreicht zuerst die Rolling-Release-Distributionen, breitere Verfügbarkeit folgt laut Linuxiac in den kommenden Wochen. Plane deshalb keinen Sprung, sondern einen Test: Prüfe auf einer Testmaschine, ob dein Workload vom Scheduler profitiert, und lies vor dem Umstieg auf Ubuntu 26.10 die Release Notes deiner Distribution.
Auch für Plattformen wie JDK 27 gilt: Neue Basis-Releases im Herbst lohnen einen frühen Test in der Staging-Umgebung.
Phoronix hat die Meldung am 16. August 2026 (US-Ostküstenzeit, 19:12 Uhr) veröffentlicht, Linuxiac am 17. August 2026. Die Quellen nennen kein späteres Update.
Fazit
Linux 7.2 verbessert die Cache-Nutzung und das I/O auf aktueller Hardware, ohne dass du sofort handeln musst. Teste den Kernel auf einer Maschine mit deinem typischen Workload, bevor deine Distribution ihn ausliefert.
Quellen: Phoronix, Linuxiac. Foto: blickpixel / Pixabay. Stand: 17. August 2026.
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