Microsoft hat WSL Container am 29. Juni 2026 als öffentliche Vorschau in WSL 2.9.3 freigegeben. Neu sind die Kommandozeile wslc.exe, eine API für C, C++ und C# sowie virtiofs mit doppelt so schnellem Windows-Dateizugriff. Für Unternehmen gibt es Richtlinien für erlaubte Registries und eine Defender-Anbindung. Die allgemeine Verfügbarkeit ist für den Herbst 2026 angekündigt.

Windows führt Linux-Container künftig ohne Zusatzsoftware aus: Seit dem 29. Juni 2026 läuft WSL Container als öffentliche Vorschau, die allgemeine Verfügbarkeit ist für den Herbst 2026 vorgesehen.
Das Wichtigste in Kürze
- WSL Container bringt Linux-Container ohne Zusatzsoftware unter Windows. Die neue Kommandozeile heisst wslc.exe und lässt sich ähnlich bedienen wie bekannte Container-Werkzeuge.
- Der Dateizugriff auf Windows-Daten wird doppelt so schnell. Dafür sorgt das neue Dateisystem virtiofs.
- Die Funktion ist eine Vorschau. Du installierst sie mit
wsl --update --pre-releasein WSL 2.9.3. - Die allgemeine Verfügbarkeit ist für den Herbst 2026 angekündigt.
Microsoft hat den Beitrag am 29. Juni 2026 veröffentlicht und zuletzt am 2. September 2026 geändert. Angekündigt hatte der Konzern die Funktion schon zuvor auf der Build 2026. Wie Linuxiac am 3. Juni berichtete, sollte sie in den kommenden Monaten als Vorschau erscheinen.
WSL Container: Zwei Wege zur Nutzung
Über die Kommandozeile wslc.exe startest du Container, testest und debuggst sie. Microsoft zeigt als Beispiele einen vollständigen Linux-Desktop im Container und einen GPU-Test mit PyTorch. Zudem gibt es einen Alias namens container.
Der zweite Weg ist eine API. Windows-Anwendungen binden Linux-Container per NuGet-Paket ein, in C, C++ und C#. Die API fügt sich in MSBuild und CMake ein, sodass Bau und Bereitstellung Teil des normalen Build-Ablaufs werden. Damit lässt sich zum Beispiel vorhandener Linux-Code in einer Windows-Anwendung wiederverwenden.
Schneller, kompatibler, sparsamer
Dabei gibt es drei technische Neuerungen, die vorerst nur für WSL Container gelten:
| Neuerung | Wirkung | Status |
|---|---|---|
| virtiofs als Dateisystem | Windows-Dateizugriff laut Microsoft doppelt so schnell | Standard in WSL Container |
| Netzwerkmodus consomme | Leitet Linux-Verkehr über Windows, nützlich bei VPN und Proxy | Experimentell |
| Speicherrückgabe | Gibt ungenutzten Speicher des Linux-Systems an Windows zurück | Verbessert |
Das Release 2.9.3 auf GitHub nennt ausserdem Korrekturen zu virtiofs, zu Netzwerk-Portverfolgung und zu DNS-Tunneling.
Was Unternehmen bekommen
Administratoren steuern per Gruppenrichtlinie (ADMX), ob WSL-Distributionen oder Container erlaubt sind, und legen eine Liste zulässiger Registries fest. Die Intune-Oberfläche sollte laut Microsoft in den folgenden Wochen folgen.
Zusätzlich erkennt das Defender-Plugin für Endgeräte Ereignisse in Containern. Ein Nachtrag im Beitrag meldet, die Anbindung sei jetzt als öffentliche Vorschau verfügbar. Für VS Code gibt es Dev-Container-Unterstützung in einer Vorabversion: Du trägst dort wslc als Docker-Pfad ein. Mehr zur Entwicklungsumgebung steht im Artikel zu VS Code 1.137.
Fazit
WSL Container ist ein ernstzunehmender Kandidat für Container-Arbeit unter Windows, solange es Vorschau bleibt, jedoch nur für Tests. Probiere wslc auf einem Entwicklungsrechner aus und prüfe die Richtlinien, bevor die Funktion im Herbst allgemein erscheint.
Quellen: Windows Command Line Blog, WSL Release 2.9.3, Linuxiac. Foto: LoboStudioHamburg / Pixabay. Stand: 2. September 2026.
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