Certified Cloud Developer


Seit meinem Einstieg in die Softwareentwicklung in den 80er-Jahren habe ich mich kontinuierlich in der jeweils aktuellen Technologie bewegt: von Assembler über C++ und Lisp/Common Lisp in den 1980er-Jahren, gefolgt von Java und Python in den 1990er-Jahren, später C# und .NET. Seit 2024 widme ich mich verstärkt wieder der Softwareentwicklung, nun im Kontext von KI-gestützten Systemen.

Als Anthropic-Certified Claude Developer setze ich moderne KI-Entwicklungsmethoden produktiv ein: Aufgaben, die früher Wochen an Entwicklungszeit beansprucht hätten, lassen sich heute in Stunden umsetzen. Aktuelles Beispiel ist Kontor, eine von mir entwickelte Handelsoberfläche mit Claude-API-Anbindung und einem eigenständigen Trader-Agent für KI-gestützte Marktanalyse, inklusive eines öffentlichen Wirtschaftskalenders mit allen Terminen.

Engineering is a Passion


Als System-Engineer (MCITP, CCP-V und AI Fluency & Claude Expert) betreue ich Netzwerkinfrastrukturen, führe Planungen durch, schule Mitarbeiter und führe Migrationen von Netzwerk, Server- als auch Client Infrastrukturen bis zum mittleren Enterprise Umfeld durch. Mein Aufgabengebiet umfasste der IT Support von mittelständischen Unternehmen als auch die Umsetzung von Projekten in Server und Clientnetzwerken unter den Betriebssystemen Microsoft, Mac OS und Linux resp. den Hypervisoren VMware, Hyper V und Citrix.

Mein Knowhow und Wissen sammelte ich in Projekten im Bereich öffentlicher und privater Auftraggeber.

 

Anthropic baut Scion: Eigenes System statt Git

Blog · 14.10.2026
BLG-1359-ch-de

Anthropic hat eine eigene Versionskontrolle namens Scion gebaut, weil die Zahl der täglichen Code-Änderungen stark stieg. Im Mai waren es rund 2 500 pro Tag, im September über 30 000. Sieben Personen entwickelten das System, die Migration von Git dauerte fünf Monate. Simon Willison fasst den Beitrag zusammen und ordnet ihn ein.

Symbolfoto zum Artikel „Anthropic baut Scion: Eigenes System statt Git“ (tree, structure, networks)
Alte Werkzeuge bremsten
Claude ist Hauptnutzer
Foto: geralt / Pixabay

Anthropic führt über 30 000 Code-Änderungen pro Tag zusammen und ersetzt dafür Git durch ein eigenes System. Dieser Beitrag fasst zusammen, was Simon Willison über die Gründe und die Umsetzung notiert hat.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Tempo stieg stark: Im Mai 2026 waren es rund 2 500 zusammengeführte Änderungen pro Tag, im September über 30 000.
  • Scion ersetzt Git: Das neue System für die Quellcode-Verwaltung heisst Scion. Das Code-Review läuft über ein System namens Antique.
  • Ein kleines Team lieferte schnell: Sieben Personen bauten Scion. Die Migration von Git dauerte fünf Monate.
  • Offline ist kein Ziel: Claude nutzt Scion am stärksten und ist immer online. Darum fehlt ein Offline-Modus.

Warum Git nicht mehr reichte

Im Mai 2026 lag Anthropic bei rund 2 500 zusammengeführten Änderungen pro Tag. Im September waren es über 30 000. Das ist mehr als das Zwölffache.

Anthropic erklärt in einem Beitrag auf dem eigenen Engineering-Blog, warum das Unternehmen deshalb ein eigenes System baute. Simon Willison hat den Text kommentiert und eine Grafik dazu ergänzt. Er markierte darin die öffentlichen Veröffentlichungen der Modelle in diesem Jahr. Willison hat seinen Beitrag am 13. Oktober 2026 veröffentlicht. Den Nachtrag zu den Vorbildern Piper und Sapling hat er ohne eigenes Datum ergänzt.

Dabei gilt eine Einschränkung. Die Marker zeigen das Datum der öffentlichen Freigabe. Wann die Modelle intern verfügbar waren, geht aus der Quelle nicht hervor. Willison vermutet, dass Modelle der Klasse Fable und Mythos den Schub auslösten. Das ist seine Annahme und keine bestätigte Aussage von Anthropic.

Die Zahlen hinter den Anforderungen

Die Grösse des Codes und die Zahl der Abrufe stellen hohe Ansprüche. Die folgende Tabelle fasst die genannten Werte zusammen.

Kennzahl Wert Bedeutung
Änderungen pro Tag im Mai 2026 rund 2 500 Ausgangslage
Änderungen pro Tag im September über 30 000 Aktuelles Tempo
Historie des Hauptzweigs knapp 100 GB Allein der Verlauf
Arbeitskopie, komprimiert über 25 GB Menge pro Checkout
Checkouts pro Tag für CI rund 25 Millionen Ohne Entwicklerumgebungen
Git-Verkehr bei naivem Abruf über 600 PB pro Tag Rechnerischer Wert

Die 25 Millionen Checkouts zählen nur die CI. Entwicklerumgebungen, Agenten-Sandboxes und Forschungsjobs kommen dazu. Bei einem naiven Abruf mit Git entstünde so über 600 PB Verkehr pro Tag.

Wie das Team vorging

Das Team bestand aus sieben Personen. Es schloss die Migration von Git in fünf Monaten ab. Die Quelle nennt weitere Punkte:

  • Das System heisst Scion. Willison sieht darin eine Neuauflage zentraler Versionsverwaltung wie bei Subversion. Das ist seine Einschätzung.
  • Anthropic nennt Googles Piper und Sapling von Meta als Vorbilder.
  • Die Idee der abgeleiteten Daten stammt laut Willison stark von Mononoke. Das ist die Server-Komponente von Sapling.
  • Eine Offline-Funktion gibt es nicht. Ein Scion-Entwickler schrieb auf Hacker News, sie sei nicht wichtig gewesen.

Deshalb steht bei Scion die Anbindung ans Netz im Zentrum. Claude ist der grösste Nutzer des Systems. Das Modell arbeitet zwangsläufig online.

Zudem setzt Anthropic stark auf Adversarial Review. Dabei sucht ein Modell gezielt nach Fehlern in der Arbeit eines anderen. Anthropic nennt diese Methode sehr wirksam. Sie kann aber kurzsichtig werden. Erfahrene Ingenieure mussten Claude bremsen, wenn es das System wegen bloss denkbarer Probleme überbaute.

Willison testet Adversarial Review selbst in eigenen Projekten. Er lässt dazu Claude und GPT gegeneinander antreten. Seine Erfahrung deckt sich mit dem Hinweis von Anthropic.

Fazit

Du hast jetzt die Eckdaten: über 30 000 Änderungen pro Tag, ein Team von sieben Personen und fünf Monate Migration. Scion zeigt, dass Werkzeuge mit dem Tempo der Agenten wachsen müssen. Lies als nächsten Schritt den Originalbeitrag von Anthropic. Er geht tiefer auf Scion, Antique und die abgeleiteten Daten ein.

Quellen: Simon Willison. Foto: fancycrave1 / Pixabay. Stand: 14. Oktober 2026.

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