Am 13. Oktober 2026 hat Microsoft laut BleepingComputer 1.411 Schwachstellen behoben, dazu 348 frühere im selben Monat. Drei Zero-Days sind dabei, einer wird ausgenutzt. Der Artikel ordnet die Zahlen ein, zeigt die Entwicklung seit Juli und erklärt, warum KI-Suchsysteme die Menge treiben. Dazu kommen die Empfehlungen aus Microsofts CISO-Blog und eine Liste, was Administratoren jetzt priorisieren.

Am 13. Oktober 2026 hat Microsoft über 1.400 Schwachstellen auf einmal behoben, so viele wie noch nie. Ein Teil davon haben KI-Systeme gefunden, und die Menge steigt seit Monaten. Hier steht, was die Zahlen bedeuten und was Du in Deiner Umgebung zuerst erledigen solltest.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Oktober-Patchday ist rekordverdächtig gross. BleepingComputer zählt 1.411 behobene Schwachstellen, ohne 348 weitere, die schon früher im Monat geschlossen wurden. Andere Medien nennen leicht abweichende Summen von 1.407 bis 1.413.
- Eine Lücke wird bereits ausgenutzt. CVE-2026-96951 in der Windows-Shell umgeht den Schutz für Dateien aus dem Internet (Mark of the Web).
- Die Menge wächst, weil KI Fehler in Serie findet. Im September waren es laut Microsoft fast 1.000 Schwachstellen, im Juli rund 570 laut Infosecurity Magazine.
- Kritische Systeme dürfen nicht auf das nächste Wartungsfenster warten. Microsoft rät, Fixes für Domänencontroller und Edge-Geräte innerhalb von 24 Stunden zu erwägen.
- Zwei Windows-Ausgaben verlieren am selben Tag den Support. Das betrifft Windows 11 24H2 Home und Pro sowie Windows 10 Enterprise LTSB 2016.
Die Zahlen des Oktober-Patchdays
Das Fachmedium BleepingComputer hat seine Auswertung des Patchdays am Abend des 13. Oktober 2026 veröffentlicht. Es kommt auf 1.411 Korrekturen, verteilt auf sechs Wirkungsklassen. Eine Klasse führt mit grossem Abstand.
Quelle: BleepingComputer, 13. Oktober 2026. Weitere Klassen: 254 Informationsabfluss, 73 Dienstverweigerung, 40 Umgehung von Schutzfunktionen, 28 Spoofing.
Dazu kommen 317 Lücken mit Codeausführung aus der Ferne. Von den 70 kritischen gehören 57 in diese Klasse. Für Dich zählt weniger die Gesamtsumme als die Frage, welche Produkte in Deiner Umgebung laufen. Die 11 betroffenen Produktfamilien reichen von Windows und Office über SharePoint und SQL Server bis zu .NET.
Neu sind die sogenannten Risk Cohorts. Microsoft fasst verwandte Schwachstellen in 15 Gruppen zusammen, etwa Dateisysteme und Backup mit 136 Einträgen oder Office-Dokumente und Mailclients mit 135. Diese Gruppierung kennt bisher nur BleepingComputer, die Angabe stammt also von einem Fachmedium. Microsoft betont laut dem Bericht, dass die Gruppen nichts über die Gefährlichkeit aussagen.
Drei Zero-Days im Detail
Als ausgenutzt führt Microsoft CVE-2026-96951. Der Eintrag im Security Update Guide beschreibt eine Befehlseinschleusung in der Windows-Shell mit einem CVSS-Wert von 8.8. Ein Angreifer kann damit den Schutz durch Mark of the Web umgehen. Dafür muss er einen Nutzer zu einem Klick auf einen Link oder eine präparierte Datei bewegen.
Öffentlich bekannt, aber nicht ausgenutzt sind zwei weitere Fälle:
- CVE-2026-108398 im .NET Framework erlaubt es, eine Application-Control-Richtlinie (WDAC) zu umgehen. Entdeckt hat sie James Forshaw von Google Project Zero.
- CVE-2026-92707 ist eine Dienstverweigerung in der Bibliothek MessagePack-CSharp.
Wer Dateien aus E-Mail oder Chat regelmässig weiterreicht, sollte die erste Lücke ernst nehmen. Dabei schützt das Update nur, wenn es auch auf den Clients ankommt.
Warum die Menge seit Juli steigt
Im Juli verzeichnete Infosecurity Magazine rund 570 Schwachstellen und sprach vom bisherigen Rekord. Andere Medien zählen für den Juli bis zu 622. Im Folgemonat waren es 974 Einträge. Microsofts CISO-Blog nennt dafür "close to 1,000".
Hinter dem Anstieg steht unter anderem das Forschungslabor FORGE bei Microsoft. Es setzt ein System namens MDASH ein, das mehrere KI-Modelle mit spezialisierten Prüfern und Analysewerkzeugen kombiniert. Seine Funde wachsen von Monat zu Monat:
| Monat | CVEs durch FORGE | davon kritisch | Anteil kritisch |
|---|---|---|---|
| Mai | 16 | 4 | 25 % |
| Juni | 10 | 7 | 70 % |
| Juli | 27 | 7 | 26 % |
| August | 35 | 6 | 17 % |
| September | 52 | 2 | 4 % |
| Summe | 140 | 26 | 19 % |
Quelle: Microsoft Security Blog, 7. Oktober 2026.
Zudem sagt Microsoft, der Engpass liege künftig weniger beim Finden als beim Prüfen, ob ein Fund wirklich reproduzierbar ist. Deshalb baut das Team Prüfschleifen in die Entwicklungsprozesse ein. Davon profitiert auch die Open-Source-Welt: 155 intern validierte Berichte betrafen 23 Open-Source-Projekte.
Was Microsoft den Sicherheitsverantwortlichen rät
Der CISO-Blog vom 6. Oktober nennt vier Punkte. Erstens mehr Ressourcen für das Patchen lokaler Software, samt Priorisierung und Zeitplanung. Zweitens ein neuer Blick auf den Zeitpunkt: Für Domänencontroller und Edge-Geräte soll man erwägen, Fixes innerhalb von 24 Stunden einzuspielen, statt auf das nächste Wartungsfenster zu warten.
Drittens sollen Firmen eigene Codebasen mit solchen Suchsystemen prüfen und die Funde abarbeiten. Viertens bleibt Defense-in-Depth wichtig, samt Überwachung des Zustands kritischer Schutzmassnahmen. Der Grund: KI verkürzt die Zeit zwischen Veröffentlichung eines Updates und dem ersten Angriff.
Auch bei Exchange fielen im Oktober Korrekturen an: Laut BleepingComputer gehörten Exchange-Server-Lücken zu den 348 früheren Fixes. Mehr zur Lage der alten Versionen steht im Artikel zum endgültigen Aus für Exchange 2016 und 2019. Ein weiteres Beispiel liefert die ausgenutzte SharePoint-Lücke aus dem August.
Was Du jetzt tun solltest
- Clients zuerst: Verteile die Oktober-Updates zügig an alle Arbeitsplätze, denn die ausgenutzte Lücke braucht nur einen Klick des Nutzers.
- Domänencontroller und Edge-Geräte: Lege fest, welche Systeme Du ausserhalb des Wartungsfensters patchen darfst, und teste den Ablauf vorab.
- Supportende prüfen: Erfasse Rechner mit Windows 11 24H2 Home oder Pro sowie Windows 10 Enterprise LTSB 2016. Für sie erscheinen keine Updates mehr. Weitere Ausgaben von Windows 11 23H2 folgen laut BleepingComputer im nächsten Monat.
- Ressourcen planen: Rechne mit grösseren Paketen und längeren Tests, auch für lokale Server wie SQL Server oder SharePoint.
- WDAC-Richtlinien prüfen: Kontrolliere, ob Dein Application-Control-Konzept von der .NET-Lücke betroffen ist.
- Eigenen Code scannen: Prüfe, ob KI-gestützte Werkzeuge in Deiner Entwicklung laufen können, und plane Zeit für die Auswertung ein.
Fazit
Der Oktober setzt eine Entwicklung fort, die im Juli begann: Mehr Funde, mehr Updates, kürzere Reaktionszeit. Die Gesamtsumme musst Du nicht einzeln verstehen. Wichtig sind eine klare Reihenfolge für Clients, Domänencontroller und lokale Server sowie ein Plan für Systeme ohne Support. Wer das jetzt festlegt, geht auch den nächsten Rekord-Patchday ruhiger an.
Quellen: BleepingComputer, Microsoft CISO-Blog, Microsoft Security Blog zu FORGE, Infosecurity Magazine, MSRC Security Update Guide. Foto: evertonpestana / Pixabay. Stand: 13. Oktober 2026.
Recherche und Entwurf KI-gestützt, geprüft und freigegeben von Andreas Brauckmann · So arbeitet die Redaktion
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