Eine KI-Redaktion zahlt für einen Artikel 0,12 Dollar an API-Gebühren (gemessen), eine extern eingekaufte kurze Meldung kostet rund 80 Dollar. Das setzt Redaktionshäuser und Agenturen unter Preisdruck. Der Artikel rechnet offen vor, wie sich beide Seiten zusammensetzen, mit Annahmen, Quellen und der Unterscheidung zwischen gemessen und geschätzt. Er vergleicht nach Artikelart (Meldung, Fachartikel, Anleitung), nennt, was die KI nicht ersetzt, und gibt eine Vorlage samt Checkliste für das eigene Vorhaben.
Inhalt 11 Abschnitte
- Das Wichtigste in Kürze
- Was der Reporter tut
- Was die API kostet: gemessen vom 24. bis 26.10.
- Frühere Monate: Rückrechnung, keine Messung
- Von der API zur ganzen Rechnung
- Der Vergleich mit extern eingekaufter Arbeit: Formel und Annahmen
- Wovon die Kosten abhängen
- Was die KI in der Redaktion nicht ersetzt
- So schätzt du die Kosten für dein Vorhaben
- Einordnung: Was das für Redaktionshäuser, Agenturen, Freie und Firmen heisst
- Fazit

Eine KI-Redaktion zahlt für einen Artikel 0,12 $ an API-Gebühren, eine extern eingekaufte kurze Meldung kostet rund 80 $. Das setzt Redaktionshäuser und Agenturen unter Preisdruck. Die Rechnung steht hier offen, mit Annahmen, Quellen und einer Vorlage für dein eigenes Vorhaben.
Gemessen kostet ein Artikel in einer KI-gestützten Redaktion 0,12 $ an API-Gebühren. Dieselbe kurze Meldung kostet bei Freien nach vorsichtiger Rechnung 64 Franken, das sind rund 80 $. Das setzt Redaktionshäuser und Agenturen unter Preisdruck, vor allem bei standardisierten Inhalten. Die 80 $ sind dabei die untere Spanne: Ein Fachartikel kostet extern eingekauft rund 250 $, eine Anleitung deutlich mehr. Dieser Text rechnet beide Seiten offen vor, legt alle Posten der KI-Seite einschliesslich Abo, Betrieb und Leitungszeit dar und nennt für jede Annahme die Quelle oder ihre Herkunft.
Als Beispiel dient der Reporter, ein Programm, das alle drei Stunden Meldungen sammelt, bewertet und Entwürfe anstösst. Die Zahlen stammen aus der Kostenbuchhaltung dieses Blogs. Erfasst wird erst seit dem 24.10.2026, ältere Monate sind Rückrechnungen. Jede Zahl ist als gemessen oder geschätzt benannt.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Artikel kostet 0,12 $ an API-Gebühren. Vom 24. bis 26. Oktober 2026 fielen insgesamt 3,63 $ für 30 veröffentlichte Artikel an. Das entspricht rund 0,10 Franken und gilt nur für die API.
- Mit allen Posten sind es 6 bis 24 Franken je Artikel. Abo, Betrieb und die Zeit der Leitung kommen dazu. Die mittlere Annahme liegt bei 12, und die Leitungszeit macht davon den grössten Teil aus.
- Extern eingekauft kostet ein Artikel 64 bis 552 Franken. Eine kurze Meldung liegt am unteren Ende (rund 80 $), ein Fachartikel bei 207, eine Anleitung bei 320 bis 552. Das ist eine Rechnung mit offenen Annahmen. Auch im ungünstigsten Vergleich liegt die KI-Seite bei gut einem Drittel.
- Frühere Monate sind Rückrechnungen. Davor wurde nichts je Aufruf gebucht, die Werte sind Schätzungen.
- Die KI ersetzt keine Verantwortung. Freigabe, Quellenprüfung und Regeln bleiben beim Menschen.
Was der Reporter tut
Der Reporter läuft als Programm im Hintergrund und arbeitet in fünf Schritten. Jeder Schritt braucht ein KI-Modell oder eine feste Regel, und jeder Aufruf kostet Geld.
- Sammeln: Er liest alle drei Stunden Feeds von Herstellerblogs, Fachseiten und Nachrichtenportalen.
- Bewerten: Ein kleines Modell gibt jeder Meldung eine Note von 0 bis 10. Nur Meldungen über der Schwelle ihrer Quellenstufe bleiben im Rennen.
- Gruppieren: Meldungen zum selben Ereignis fasst er zusammen, damit kein Thema doppelt entsteht.
- Entwurf anstossen: Pro Tag entstehen höchstens fünf Entwürfe. Ein stärkeres Modell schreibt sie nur aus den Quelltexten, und Zahlen müssen dort stehen.
- Prüfen und freigeben: Ein Regelwerk prüft Aufbau, Zahlen und Lesbarkeit. Danach gibt ein Mensch jeden Artikel von Hand frei. Eine automatische Freigabe ist vorbereitet, aber ausgeschaltet.
Die Rollen heissen Reporter, Autor, Bildredaktion und Redaktor. Wer sie sind und wer verantwortlich ist, steht auf der Seite So arbeitet die Redaktion. Dort läuft auch die Kostenanzeige mit den Monatswerten.

Foto: Alexas_Fotos / Pixabay. Die Figuren stehen sinnbildlich für die Rollen, hinter denen Programme und KI-Modelle arbeiten.
Was die API kostet: gemessen vom 24. bis 26.10.
Die Rechnung der Anthropic-API besteht aus Token. Ein Wort entspricht einem oder mehreren Token. Du zahlst für drei Arten, und die Preise unterscheiden sich stark:
- Eingabe-Token sind alles, was du dem Modell schickst: Auftrag, Regeln, Quelltexte.
- Ausgabe-Token sind die Antwort des Modells. Sie sind am teuersten, bei Sonnet 5.5 fünfmal so teuer wie die Eingabe.
- Cache-Token entstehen, wenn gleiche Anweisungen mehrfach geschickt werden. Das Schreiben in den Cache kostet das 1,25-fache der Eingabe, das Lesen nur einen Bruchteil (bei Sonnet 5.5 und Opus 5.5 das 0,05-fache).
Quelle: Anthropic, Preisseite der Claude-API, abgerufen am 26. Oktober 2026. Preise in Dollar je 1 Million Token. Haiku 5.5 kostet bei Prompts über 100'000 Token mehr, das kommt hier nicht vor.
Deshalb lohnt der Blick auf die Abteilungen. Der Reporter fällt mit 0,001 $ je Artikel kaum ins Gewicht, weil er das billigste Modell nutzt. Autor und Redaktor machen praktisch alles aus. Die Bildredaktion arbeitet mit einem Programm ohne KI-Aufrufe und kostet an API nichts.
Quelle: Kostenprotokoll des Blogs (Aufrufe mit Token und Preis), 24. bis 26. Oktober 2026, 3,63 $ für 30 veröffentlichte Artikel. Die Aufrufe des Redaktors sind eine Schätzung, weil sie ohne Aufgabenmarke gebucht wurden.
Zudem zeigt ein Rechenbeispiel, warum die Ausgabe so teuer ist. Ein durchschnittlicher Entwurfsaufruf brauchte rund 4'100 Eingabe-Token, 3'100 Ausgabe-Token, 500 Cache-Schreib- und 970 Cache-Lese-Token. Das ergibt 0,008 $ für die Eingabe, 0,031 $ für die Antwort und rund 0,001 $ für den Cache, zusammen 0,04 $. Sie trägt damit 77 % der Kosten eines Entwurfs. Dazu kommt: 50 Entwurfsaufrufe ergaben 30 veröffentlichte Artikel. Verworfene und überarbeitete Entwürfe stecken also schon in den 0,12 $.
Frühere Monate: Rückrechnung, keine Messung
Vor dem 24.10.2026 hat niemand die Kosten je Aufruf gebucht. Die Werte für Juni bis zum 23.10. sind deshalb berechnet: Artikel des Monats mal 0,12 $, verteilt wie die gemessenen Kosten. So zeigen sie die Grössenordnung und beweisen nichts.
Quelle: Redaktionsseite des Blogs (Kostenanzeige), Stand 26.10.2026. Juni bis September sind vollständig geschätzt. Der laufende Monat enthält 3,63 $ Messung und 10,04 $ Schätzung, und der Monat ist noch nicht zu Ende.
Im Rückblick bleiben die API-Kosten für 252 Artikel von Juni bis Oktober bei zusammen 30,48 $. Davon sind 3,63 $ gemessen und der Rest geschätzt.
Von der API zur ganzen Rechnung
Ein Fachmann fragt zu Recht nach allem ausser der API. Vier Positionen gehören in eine ehrliche Rechnung:
| Posten | Betrag | Herkunft | Bemerkung |
|---|---|---|---|
API |
0,12 $ je Artikel |
gemessen, 24. bis 26.10.2026 |
Gilt nur für die API. |
Claude-Abo |
100 $ im Monat |
Preisseite, abgerufen 26.10.2026 |
Preisseite nennt Max «ab 100 $», Stufen nicht getrennt. |
Betrieb |
5 Fr. im Monat |
Annahme des Autors |
Strom, Domain, kleiner Server. |
Leitung |
5 bis 20 Min. je Artikel |
Annahme des Autors |
Freigabe, Prüfung, Regelpflege. Nicht gemessen. |
Zum Abo gilt: Die Preisseite von Anthropic nennt für Pro 20 $ im Monat und für Max «ab 100 $» (abgerufen am 26. Oktober 2026, ohne Steuern). Das Abo dient hier der Arbeit mit Claude Code, also dem Bauen und Pflegen der Redaktion. Es läuft ausserdem für andere Projekte. Ich rechne es trotzdem voll auf diesen Blog, damit die KI-Seite nicht zu günstig aussieht.
Zudem habe ich die Leitungszeit nicht gemessen. Die drei Annahmen (5, 10 und 20 Minuten) sind bewusst weit gefasst. Umgerechnet habe ich zum Kurs der EZB vom 26. Oktober 2026: 1 $ entspricht 0,82615 Fr. (Frankfurter-Kurs, der die Referenzkurse der EZB liefert).
Daraus folgt für den laufenden Monat diese Rechnung. 113 Artikel haben 11,29 Fr. API (13,67 $, davon 10,04 $ geschätzt), 82,62 Fr. Abo und 5 Fr. Betrieb verursacht. Zusammen sind das rund 98,90 Franken oder 0,88 je Artikel ohne Leitung. Weil der Monat noch läuft, fallen Abo und Betrieb voll an und die Artikel noch nicht, die Rechnung liegt also eher zu hoch. Mit der Leitung kommen 5,33, 11,50 oder 23,00 Franken dazu.
Der Vergleich mit extern eingekaufter Arbeit: Formel und Annahmen
Die Formel ist kurz: Artikel mal Stunden je Artikel mal Stundenkosten. Alle Zahlen darin sind Annahmen, die du ersetzen kannst. Der Aufwand hängt stark von der Art des Artikels ab, deshalb rechne ich vier Arten einzeln:
| Artikelart | Minuten je Artikel | Stundenkosten | Extern je Artikel | in Dollar |
|---|---|---|---|---|
Kurze Meldung |
60 |
64 Fr. |
64 Fr. |
rund 77,5 $ |
Reporter-Artikel |
90 bis 120 |
64 bis 69 Fr. |
96 bis 138 Fr. |
116 bis 167 $ |
Fachartikel |
180 |
69 Fr. |
207 Fr. |
rund 250 $ |
Anleitung oder Deep-Dive |
300 bis 480 |
64 bis 69 Fr. |
320 bis 552 Fr. |
387 bis 668 $ |
Die Minuten sind eine Annahme des Autors. Sie umfassen Recherche, Schreiben, Gegenlesen, Bildsuche und Veröffentlichen. Die Umrechnung läuft zum Kurs vom 26. Oktober 2026 (1 $ = 0,82615 Fr.). Der Titel nennt 80 $ Agenturkosten und meint die kurze Meldung, also die untere Spanne. Verglichen wird mit Arbeit, die du bei Freien oder einer Agentur einkaufst. Ein Fachartikel kostet extern eingekauft rund 250 $ und eine Anleitung noch mehr. Deshalb ist die Zahl im Titel kein Durchschnitt für alle Artikel.
Die Stundenkosten stützen sich auf zwei Quellen. Die erste gilt für festangestellte Arbeit und dient als Gegenprobe, die zweite für extern eingekaufte Arbeit von Freien:
- Das Bundesamt für Statistik gibt die Arbeitskosten der Gesamtwirtschaft für 2020 mit durchschnittlich 63,62 Franken je Arbeitsstunde an. Darin stecken Löhne (79,7 %), Sozialbeiträge der Arbeitgeber (17,4 %) und übrige Kosten (2,9 %). Das ist ein Branchendurchschnitt und für Fachredaktionen eher tief. Das liegt nahe an den 64 Franken der Freien.
- Impressum und syndicom empfehlen für freie Redaktionsmitarbeitende ein Mindestentgelt von 64 Franken je Stunde in der übrigen Schweiz und 69 in Basel, Bern und Zürich (Stand: Empfehlung 2024). Es ist ein Mindestentgelt für Freie, und Büro, Geräte sowie Arbeitgeberbeiträge kommen zusätzlich. Agenturpreise liegen in der Regel darüber, hier sind sie ohne Aufschlag gerechnet.
Einen höheren Ansatz als 69 Franken rechne ich nicht, weil mir dafür eine Quelle fehlt. Wenn du eine Spanne anpassen willst, ersetze die Zahl in der Formel.
Die Gegenüberstellung zeigt alle vier Artikelarten auf derselben Skala von 0 bis 600 Franken. Die Balken der reinen API-Kosten sind kaum zu sehen, weil sie nur rund 10 Rappen betragen. Die Leitungszeit der KI-Seite ist ebenfalls eine Annahme: 5 Minuten für die Meldung, 10 für Reporter-Artikel und Fachartikel, 20 für die Anleitung. Bei Spannen zeigt der Balken den oberen Wert.
Quelle: eigene Rechnung. Gemessen ist nur «KI, nur API» (3,63 $ für 30 Artikel, umgerechnet zu 0,82615). Alles andere beruht auf den Annahmen oben. In der Agenturrechnung sind Chefredaktion und Freigabe nicht eingerechnet, auf der KI-Seite schon (Leitungszeit).
Daher lohnt der ungünstigste Vergleich: Die aufwendigste KI-Variante (Anleitung, 23,88 Franken) steht gegen die günstigste Fremdvariante: eine Meldung zu 64. Die KI-Seite kostet dann immer noch nur gut ein Drittel, der Faktor beträgt 2,7. Bei gleicher Artikelart ist Extern rund 8- bis 23-mal so teuer.
Hochgerechnet auf 252 Artikel und auf ein Team
Für die 252 Artikel von Juni bis Oktober 2026 (Quelle: Kostendatei des Blogs) gelten diese Summen. Die Mischung nach Art habe ich in den Artikeldateien gezählt: 65 Meldungen (Dateiname beginnt mit «news-») und 187 übrige Artikel (von Hand geschrieben oder vor dem Reporter entstanden). Weitere Reporter-Artikel gibt es bisher nicht. Eine Meldung rechne ich mit 60 Minuten, die übrigen Artikel zählen als Fachartikel mit 180, im hohen Szenario als Anleitungen mit 300. Das Abo ist voll gerechnet (Annahme: Es lief in allen fünf Monaten), der Betrieb zu 5 Franken im Monat, die API ist zu 3,63 $ gemessen und sonst geschätzt (zusammen 30,48 $ oder 25,18 Franken).
Quelle: eigene Rechnung mit den Annahmen oben. Die Leitung steckt in der KI-Summe (1'344, 2'898 und 5'796 Fr.). Das hohe Szenario nimmt für alle 187 übrigen Artikel die untere Anleitungszeit an und ist deshalb eine Obergrenze.
Als zweite Rechnung dient ein Team mit 20 Artikeln pro Woche, also 1'040 im Jahr, in derselben Mischung (268 Meldungen, 772 übrige). Die API steht mit 104 Franken zu Buche (0,12 $ je Artikel, unverändert angenommen), das Abo mit 991 und der Betrieb mit 60.
Quelle: eigene Rechnung mit den Annahmen oben. Die Leitung steckt in der KI-Summe (5'547, 11'960 und 23'920 Fr.).
Auffällig ist der Anteil der Leitung: Sie macht bei der KI-Seite 74 bis 93 % aus. Die grösste Position einer KI-Redaktion ist also die Zeit der Menschen. Ein Team mit 20 Artikeln pro Woche braucht ausserdem womöglich mehr als ein Abo. Vier Abos und die zehnfache API ergäben im vorsichtigen Szenario rund 10'600 Franken, immer noch ein Sechzehntel der Agenturkosten. Das ist eine Überschlagsrechnung und keine Messung.
Wovon die Kosten abhängen
Vier Stellschrauben bestimmen die Rechnung, und alle lassen sich steuern.
- Modellstufe: Haiku 5.5 kostet 0,10 $ je Million Eingabe-Token, Sonnet 5.5 zwei und Opus 5.5 vier. Der Reporter bewertet mit Haiku und braucht für 29 Bewertungen 0,02 $.
- Länge der Texte: Ein Ausgabe-Token kostet bei Sonnet 5.5 fünfmal so viel wie ein Eingabe-Token. Kürzere Antworten sparen deshalb am meisten.
- Wiederholungen: Jeder Korrekturlauf ist ein zweiter Aufruf. Bei 50 Entwurfsaufrufen für 30 Artikel zahlst du für verworfene Entwürfe mit.
- Cache: Gleiche Anweisungen, die immer wieder mitgeschickt werden, liest das Modell aus dem Zwischenspeicher für einen Bruchteil des Preises. Lange Systemanweisungen lohnen sich dafür.
Dabei spielt auch das Arbeitsfeld mit. Ein Team, das längere Recherchen oder viele Bilder verarbeitet, hat andere Zahlen als diese Redaktion. Deshalb brauchst du für dein Vorhaben eine eigene Messung.
Was die KI in der Redaktion nicht ersetzt
Die Gegenüberstellung wäre unfair, wenn sie so tut, als erledige die KI alles. Sie ersetzt keine der folgenden Aufgaben:
| Aufgabe | Wer sie trägt | Wo Fehler möglich sind |
|---|---|---|
Qualitätskontrolle |
Mensch mit Regelwerk |
Das Regelwerk meldet Befunde, versteht aber keinen Sachverhalt. |
Freigabe |
Mensch, von Hand |
Eine automatische Freigabe ist vorbereitet, aber ausgeschaltet. |
Quellenprüfung |
Mensch |
Zahlen im Entwurf müssen in der Quelle stehen. Ob die Quelle richtig liegt, entscheidet ein Mensch. |
Verantwortung |
Mensch |
Für jeden Artikel haftet ein Mensch. |
Deshalb sind Fehler möglich. Der Redaktor meldet Befunde, die jemand beheben muss, und eine automatische Prüfung findet nicht jeden Irrtum. Die Qualität eines Artikels hängt deshalb von den Regeln und der Freigabe ab, und das Modell ist nur ein Teil davon. Ich behaupte nicht, dass eine KI-Redaktion eine menschliche Redaktion ersetzt. Die Rechnung zeigt nur, wie sich die Kosten verschieben, wenn Menschen Regeln setzen und freigeben statt jeden Text selbst zu schreiben.
So schätzt du die Kosten für dein Vorhaben
Dafür brauchst du nur wenige Angaben und kannst das Ergebnis in zehn Minuten rechnen. Das Beispiel nimmt 40 Artikel im Monat und die Werte dieses Blogs.
| Schritt | Rechnung | Beispiel |
|---|---|---|
1. Aufrufe je Artikel festhalten |
Aufrufe geteilt durch Artikel |
50 Entwurfsaufrufe für 30 Artikel, also 1,7 je Artikel |
2. Token je Aufruf schätzen |
Eingabe und Ausgabe getrennt |
rund 4'100 Eingabe- und 3'100 Ausgabe-Token je Entwurf |
3. Preis einsetzen |
Token mal Preis, geteilt durch 1 Million |
4'100 mal 2 $ plus 3'100 mal 10 $ ergibt 0,04 $ je Aufruf (Sonnet 5.5) |
4. Hochrechnen |
Artikel mal Aufrufe mal Preis |
40 Artikel mal 1,7 mal 0,04 $ sind rund 2,70 $; mit allen Aufgaben (0,12 $ je Artikel) 4,84 $ im Monat |
5. Feste Posten addieren |
Abo, Betrieb, Leitungszeit |
siehe Tabelle der Posten oben |
6. Gegen extern eingekaufte Arbeit rechnen |
Artikel mal Stunden mal Stundenkosten |
mit deinen eigenen Werten |
Dazu eine Checkliste, damit die Kosten nicht davonlaufen:
- Budgetgrenze setzen: Lege im Arbeitsbereich der Anthropic Console ein Monatslimit fest. Für diese Redaktion liegt es bei 25 $, und das System warnt ab 80 %.
- Aufgaben nach Modellstufe aufteilen: Einfaches wie Bewerten an das kleine Modell, Entwürfe an das mittlere, Urteilsfragen an das grosse. Wie das geht, zeigt der Artikel KI-Agenten orchestrieren: sieben Regeln für Zeit, Kosten, Qualität.
- Kosten je Aufruf buchen: Schreibe Aufgabe, Modell, Token und Preis in eine Datei. Ohne diese Buchung bleibt jede Zahl eine Schätzung, wie bei den frühen Monaten hier.
- Preise prüfen: Sie ändern sich laufend. Wie schnell, zeigt der Artikel LLM-Preise fallen um bis zu 80 %.
Einordnung: Was das für Redaktionshäuser, Agenturen, Freie und Firmen heisst
Die Rechnung zeigt einen Preisunterschied, der bei standardisierten Inhalten in den Bereich von Faktor 10 reicht: kurze Meldungen, Zusammenfassungen und erste Entwürfe. Bei der Meldung stehen 6 Franken auf der KI-Seite gegen 64 extern eingekauft. Wer solche Texte bisher bei Freien oder einer Agentur bestellt hat, kann sie mit dieser Rechnung nachprüfen. Das ist ein Preisdruck für Redaktionshäuser und Agenturen. Dieser Druck gilt, soweit die Zahlen reichen, für Inhalte, die sich aus Quellen zusammenstellen lassen. Die folgende Einschätzung ist meine und keine Prognose.
Die API allein macht unter 2 % der KI-Kosten aus, mit Abo und Betrieb sind es 4 bis 16 %. Den Rest trägt die Zeit der Menschen, die Regeln setzen und freigeben. Für die einzelnen Gruppen heisst das:
- Redaktionshäuser: Der Preisdruck trifft zuerst die Teile, die auch bisher austauschbar waren. Was in der Tabelle der Verantwortung steht, bleibt bei Menschen: Recherche vor Ort, Exklusivität, Qualitätskontrolle und Haftung.
- Agenturen: Standardisierte Texte lassen sich schwer mit 64 Franken je Stunde rechtfertigen, wenn die Maschine einen Entwurf für Rappen liefert. Beratung, Kundenbeziehung und Verantwortung für das Ergebnis sind in dieser Rechnung nicht enthalten. Sie bleiben das, wofür der Kunde zahlt.
- Freie: Wer vor allem Meldungen und Zusammenfassungen liefert, spürt den Druck am stärksten. Eigene Recherche, Zugang zu Quellen und ein erkennbarer Name sind hier schwerer zu ersetzen.
- Firmen mit Content-Bedarf: Sie können mit Messwerten verhandeln, sollten aber die Leitungszeit und die Freigabe einplanen. Wer Texte ungeprüft veröffentlicht, trägt das Risiko allein.
Die Rechnung hat Grenzen: Die Leitungszeit habe ich nicht gemessen, die Agenturpreise liegen meist über den Ansätzen der Freien, und der Zeitraum der Messung ist kurz. Eine Marktzahl, wie viele Aufträge sich verschieben, kann ich daraus nicht ableiten. Admins sollten Budgetgrenzen und Kostenbuchung von Anfang an einrichten, weil sich Schätzungen später nur schwer in Messungen verwandeln lassen.
Fazit
Die API kostet 0,12 $ je Artikel, die ganze Rechnung mit Abo, Betrieb und Leitung 6 bis 24 Franken. Freie und Agenturen kommen in denselben Annahmen auf 64 für eine kurze Meldung, 207 für einen Fachartikel und 320 bis 552 für eine Anleitung. Der Titel nennt mit 80 $ die untere Spanne und keinen Durchschnitt. Der Abstand bleibt in jeder Variante gross. Der Nutzen entsteht, weil Menschen Regeln setzen und freigeben, und geprüft wird weiterhin jeder Artikel. Miss deine Kosten ab dem ersten Tag, damit aus Schätzungen Zahlen werden.
Quellen: Anthropic, Preisseite der Claude-API und Preise für Claude-Abos, beide abgerufen am 26. Oktober 2026. Bundesamt für Statistik, Arbeitskosten im Jahr 2020 (Medienmitteilung vom 28. März 2023). impressum und syndicom, Löhne in der Presse 2024. Kosten und Aufrufe: Kostenprotokoll und Kostendatei dieses Blogs, Stand 26. Oktober 2026. Wechselkurs: EZB-Referenzkurs über Frankfurter, gleicher Tag. Foto Titelbild: Alexandra_Koch / Pixabay.
Recherche und Entwurf KI-gestützt, geprüft und freigegeben von Andreas Brauckmann · So arbeitet die Redaktion