Teil 1 der Reihe erklärt, was ADB (Android Debug Bridge) ist und wie du es einrichtest: Client, Server und Daemon, USB-Debugging, das Koppeln per WLAN mit adb pair und der ältere Weg mit Port 5555. Danach folgt die Sicherheit mit Entwickleroptionen, Autorisierung und Abschalten nach der Arbeit. Im Hauptteil sicherst du die Paketliste, deaktivierst vorinstallierte Apps pro Benutzer mit pm disable-user, entfernst sie bei Bedarf mit pm uninstall --user 0 und holst sie mit cmd package install-existing zurück. Dazu kommen kürzere Animationen und ein Bildschirm, der am Netzteil wach bleibt. Teil 2 zeigt, wie du das Gerät spiegelst und als Teleprompter nutzt.

Mit ADB steuerst du ein Android-Gerät vom Rechner aus. Dieser erste Teil zeigt, wie du es einrichtest, absicherst und von überflüssigen Apps befreist. Teil 2: Tablet spiegeln, steuern und für Creator nutzen baut darauf auf.
Das Wichtigste in Kürze
- ADB ist ein Kommandozeilenwerkzeug von Google. Es gehört zu den SDK Platform-Tools und läuft auf Mac, Windows und Linux.
- Das Koppeln per WLAN braucht Android 11 oder neuer. Ältere Geräte nutzen den Umweg über USB und den Port 5555.
- Aufräumen lässt sich rückgängig machen. Du deaktivierst oder entfernst Apps nur für den Benutzer und holst sie bei Bedarf zurück.
- Eine gesicherte Paketliste ist Pflicht. Ohne sie weisst du später nicht, was du verändert hast.
- Nach der Arbeit schaltest du das Debugging aus. Das schützt das Gerät in jedem Netz.
Was ADB ist und wofür du es brauchst
Die Android Debug Bridge ist ein Programm, das mit einem Tablet oder Telefon spricht. Laut der Android-Dokumentation besteht sie aus drei Teilen. Ein Client auf deinem Computer schickt die Befehle. Ein Server vermittelt und lauscht lokal auf Port 5037. Ein Dienst namens adbd führt die Befehle auf dem Gerät aus.
Der Client schickt Befehle, der Server vermittelt, der Daemon führt sie auf dem Gerät aus.
Die drei Bausteine von ADB nach der Android-Dokumentation.
ADB kommt mit den SDK Platform-Tools, die Google auch als eigenes Paket anbietet. Damit installierst du Apps, kopierst Dateien, holst Bildschirmfotos und startest Programme per Kommando. Deshalb eignet sich das Werkzeug nicht nur für Entwickler. Wer mehrere Tablets oder Telefone betreut, spart viel Fingerarbeit.
USB- und WLAN-Debugging einrichten
Zuerst aktivierst du auf dem Tablet die Entwickleroptionen und darin das USB-Debugging. Android blendet die Entwickleroptionen standardmässig aus. Beim ersten Anschluss fragt es, ob es dem Computer vertraut. Diese Abfrage schützt vor fremdem Zugriff, bestätige sie nur am eigenen Arbeitsplatz.
Mit Android 11 oder neuer koppelst du ohne Kabel. Beide Seiten müssen im selben WLAN sein. Unter „Wireless debugging“ wählst du „Pair using pairing code“ und tippst am Computer:
adb pair <ip-adresse>:<koppel-port>
adb devices
Adresse und Port zeigt dir der Bildschirm beim Koppeln an. Danach verbindet sich das Tablet im vertrauten Netz von selbst wieder.
Bei Android 10 und früher schaltest du zuerst per USB auf TCP um:
adb tcpip 5555
adb connect <ip-adresse>:5555
Danach ziehst du das Kabel ab. Der Port 5555 gilt nur für diesen älteren Weg.
Sicherheit: Debugging nur so lange wie nötig
Ein offenes Debugging ist ein Zugang zum Tablet. Kaspersky weist darauf hin, dass der Entwicklermodus selbst Sicherheitsrisiken mit sich bringt. Deshalb gelten diese Regeln:
- Nutze WLAN-Debugging nur im eigenen, vertrauten Netz, nie im Café oder Hotel.
- Bestätige die Autorisierungsabfrage nur für Rechner, die dir gehören.
- Widerrufe Freigaben, die du nicht mehr brauchst. Die Android-Dokumentation beschreibt dafür „Forget“ unter „Wireless debugging“ und das Widerrufen der Debugging-Autorisierungen in den Einstellungen.
- Schalte USB-Debugging und WLAN-Debugging nach der Arbeit wieder aus, wenn das Gerät nicht dauerhaft per ADB laufen muss.
Vor dem Aufräumen: die Paketliste sichern
Jede App hat auf Android einen Paketnamen, etwa com.example.app. Bevor du etwas veränderst, speicherst du deshalb die Liste auf dem Computer:
adb shell pm list packages > pakete-vorher.txt
adb shell pm list packages -d > pakete-deaktiviert-vorher.txt
Dabei zeigt die Option -d laut der AOSP-Dokumentation zu mehreren Benutzern die deaktivierten Pakete, -e die aktivierten. Mit den zwei Dateien kannst du später jeden Schritt nachvollziehen.
Herstellerballast abräumen: deaktivieren vor entfernen
Dafür gibt es zwei Stufen. Das Deaktivieren versteckt eine App und hindert sie am Laufen. Das Entfernen mit --user 0 löscht sie für den Hauptbenutzer. Kaspersky nennt beide Befehle in seiner Anleitung zu Bloatware und rät zu einem Backup und zur Recherche pro App. Die Option --user für pm disable, pm enable und adb uninstall beschreibt die AOSP-Seite.
| Befehl | Wirkung | Rückweg |
|---|---|---|
adb shell pm disable-user --user 0 <paket> |
App läuft nicht mehr und verschwindet aus dem Startbildschirm | adb shell pm enable <paket> |
adb shell pm uninstall --user 0 <paket> |
App wird für den Hauptbenutzer entfernt | adb shell cmd package install-existing <paket> |
adb shell pm list packages -d |
zeigt, was du bereits deaktiviert hast | Liste mit pakete-vorher.txt vergleichen |
Beginne deshalb mit dem Deaktivieren. Läuft das Tablet danach tagelang stabil, kannst du entfernen. Die Optionen unterscheiden sich zwischen Android-Versionen und Herstellern. Prüfe sie mit adb shell pm help, bevor du Befehle in ein Skript übernimmst. Teste neue Befehle an einem Gerät, das du notfalls zurücksetzen kannst.
Welche Pakete du in Ruhe lässt
Manche Apps sind für das System wichtig, auch wenn sie unscheinbar wirken. Kaspersky mahnt, solche Pakete vorher zu recherchieren. Daraus ergibt sich für Anzeigegeräte diese Regel:
- Lass alles, was mit System, Telefonie-Diensten, Einrichtung, Tastatur, Webbrowser und Updates zu tun hat, vorerst aktiv.
- Fasse Pakete nicht an, deren Aufgabe du nicht kennst. Suche den Paketnamen im Web und lies, was andere nach dem Entfernen erlebt haben.
- Starte mit Apps, die du sicher erkennst: Spiele, Werbe- und Testversionen, doppelte Hersteller-Apps neben einer Google-App.
- Verändere nur wenige Pakete pro Durchgang und starte das Gerät danach neu.
Schneller und wach: Animationen und Bildschirm
Zudem lassen kürzere Animationen ein altes Tablet flotter wirken. Die Android-Referenz beschreibt drei Skalen als Gleitkommazahl. Der Wert 0 schaltet die Animation aus, der Standard ist 1.0. Ein kleinerer Wert bedeutet ein schnelleres Abspielen.
adb shell settings put global window_animation_scale 0.5
adb shell settings put global transition_animation_scale 0.5
adb shell settings put global animator_duration_scale 0.5
Damit das Tablet am Netzteil nicht einschläft, gibt es die Einstellung stay_on_while_plugged_in. Ihre Werte folgen den Konstanten BATTERY_PLUGGED_AC (1) und BATTERY_PLUGGED_USB (2). Die 3 steht für beide Quellen.
adb shell settings put global stay_on_while_plugged_in 3
Dasselbe findest du in den Entwickleroptionen als „Stay awake“. Bei einem Kiosk-Tablet kommt ein Browser oder eine App im Vollbild dazu, die du per adb shell am start öffnest. Wie die Werte wirken, prüfst du am Bildschirm.
Meine Erfahrung
Ich betreibe zwei Samsung-Galaxy-Tablets im Heimnetz: ein Galaxy Tab A11 als Kiosk für Trading-Charts und ein älteres Galaxy Tab A (SM-T395). Beide spreche ich per ADB über WLAN vom Mac aus an und richte sie so ein. So habe ich das Hintergrundbild passend gesetzt und Bildschirmfotos für Anleitungen direkt vom Gerät geholt. Wie das mit dem Hintergrundbild ging, steht im Abschnitt zum Hintergrund im Artikel Nova Launcher auf dem Android-Tablet per ADB einrichten und steuern. Ausserdem sind beide Geräte schlank ausgerichtet, der Herstellerballast ist weg.
Einordnung: Was das für Creator, Redaktionen und IT heisst
Für Creator ist ein günstiges Android-Tablet ein vielseitiges Hilfsmittel, solange es nur tut, was du willst. Ein aufgeräumtes Gerät ohne Pop-ups und Werbung stört keine Aufnahme. Redaktionen und Agenturen betreuen oft mehrere Geräte gleichzeitig. Dort spart ein Skript mit denselben Befehlen Zeit und sorgt für gleiche Einstellungen. Die IT sollte beachten, dass Debugging einen Zugang öffnet. Bei grossen Flotten ist eine Geräteverwaltung mit Richtlinien der bessere Weg, ADB passt zu Einzelgeräten und zur Fehlersuche. Teil 2 zeigt, wie du das Tablet spiegelst und als Teleprompter nutzt.
Fazit
ADB ist ein Hilfsmittel, das ein Android-Gerät vom Rechner aus steuert. Du richtest es einmal ein, sicherst die Paketliste und räumst in kleinen Schritten auf. Deaktivieren hat Vorrang vor Entfernen, und das Debugging schaltest du nach der Arbeit aus. Lies als Nächstes Teil 2: Tablet spiegeln, steuern und für Creator nutzen.
Quellen: Android Debug Bridge (adb), Settings.Global, Test multiple users (AOSP), How to stop, disable, and remove any Android apps (Kaspersky). Zuletzt geprüft: 24. Oktober 2026.
Geschrieben von Andreas Brauckmann · So arbeitet die Redaktion
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