Ein Monitor mit eingebautem KVM-Switch schaltet Bild, Tastatur und Maus gemeinsam zwischen zwei Rechnern um. Rechner 1 hängt mit einem USB-C- oder Thunderbolt-Kabel am Monitor und bekommt darüber Bild, USB und Ladestrom. Rechner 2 braucht ein HDMI- oder DisplayPort-Kabel und zusätzlich ein USB-B-Kabel für die Peripherie. Im Monitormenü ordnest du jedem Bildeingang den USB-Weg zu. Als Beispiel dient der Samsung ViewFinity S65TC. Der Artikel zeigt Schritt für Schritt den Aufbau, den Zweck des zweiten Thunderbolt-Anschlusses und erklärt, warum ein dritter Rechner nur Bild bekommt.

Mit 3 Kabeln teilen sich zwei Rechner einen Monitor, eine Tastatur und eine Maus. Der erste Rechner kommt mit einer Verbindung aus und lädt dabei sogar. Der zweite braucht zwei. Ein Knopfdruck schaltet danach alles gemeinsam um.
Das Wichtigste in Kürze
- Rechner 1 hängt an einem Kabel. Die Thunderbolt- oder USB-C-Leitung überträgt Bild und USB-Daten und lädt bei Bedarf mit bis zu 90 Watt.
- Rechner 2 braucht zwei Kabel. Das Bild kommt per HDMI oder DisplayPort, Tastatur und Maus laufen über ein USB-B-Kabel.
- Das Menü verbindet Bild und USB. Unter System > USB Source Setup legst du fest, welcher USB-Anschluss zu welchem Bildeingang gehört.
- Der zweite Thunderbolt-Anschluss ist für weitere Geräte da. Er liefert höchstens 15 Watt und nimmt kein Bildsignal an.
- Nur zwei Rechner teilen sich Tastatur und Maus. Ein dritter Rechner bekommt auf diesem Weg ein Bild, aber keine Peripherie.
Was ein Monitor mit KVM-Switch tut
KVM steht für Keyboard, Video, Mouse. Ein KVM-Switch verbindet mehrere Rechner mit einer gemeinsamen Tastatur, einer Maus und einem Bildschirm. Bei einem Monitor mit eingebautem Umschalter sitzt diese Technik im Gerät. Tastatur und Maus steckst du in den USB-Hub des Monitors, die Rechner verbindest du mit je einem Bildeingang.
Samsung beschreibt den Umschalter des ViewFinity S65TC auf der Produktseite als eingebauten KVM-Switch für zwei Quellen mit einer Tastatur und einer Maus. Bei anderen Modellen mit KVM gilt das Prinzip ebenfalls, nur Anschlussnamen und Menüpunkte weichen ab.
Bild, USB, Laden
Bild per HDMI/DP, USB per USB-B
ThunderboltHDMI /
DisplayPortUSB-B
(Upstream)
jedem Bildeingang seinen USB-Weg zu
Der Aufbau im Überblick: ein Kabel für Rechner 1, zwei Kabel für Rechner 2.
Das brauchst du
Die Tabelle zeigt, was jede Verbindung überträgt. Sie gibt die Anschlüsse des Beispielmonitors wieder.
| Anschluss und Leitung | Überträgt | Bemerkung |
|---|---|---|
| Thunderbolt 4, Port 1 (Upstream), mit Thunderbolt- oder USB-C-Kabel | Bild, USB, Laden | Bis 90 Watt Ladeleistung, für das Notebook gedacht |
| HDMI 2.0 oder DisplayPort 1.2, mit passendem Bildkabel | Nur Bild | Das USB-Signal fehlt, daher kommt ein zweites Kabel dazu |
| USB-B (Upstream), mit USB-A-auf-USB-B-Kabel | Tastatur, Maus, Hub | Verbindet den USB-Hub mit Rechner 2 |
| Thunderbolt 4, Port 2 (Downstream), mit Thunderbolt- oder USB-C-Kabel | Daten, Laden | Bis 15 Watt, kein Bildeingang (siehe unten) |
R1 -> Thunderbolt 1: Bild+USB+Laden
R2 -> HDMI/DP: Bild
R2 -> USB-B: Tastatur, Maus
Tastatur, Maus -> USB-A-Hub
Dazu kommt das Netzkabel des Monitors. Die Port-Angaben stehen in der Anleitung zum Monitor, die Samsung als Download-Archiv anbietet (Abschnitt „Ports“). Ob HDMI-, DisplayPort- und USB-B-Leitung im Karton liegen, hängt vom Modell ab.
Rechner 1: ein Kabel für alles
Stecke das Thunderbolt- oder USB-C-Kabel in Port 1 des Monitors. Samsung nennt diesen Anschluss den Thunderbolt-4-Upstream-Port mit höchstens 90 Watt Ladeleistung und empfiehlt ihn für Notebooks.
Über diese eine Verbindung laufen das Bild, die USB-Daten für den Hub und der Ladestrom. Samsung nennt zwei Einschränkungen: Viele Rechner mit Thunderbolt 4 nehmen über USB-C keinen Strom auf, und manche akzeptieren nur das Netzteil ihres eigenen Herstellers. Ob dein Notebook am Monitor lädt, probierst du deshalb am besten aus.
Zudem warnt Samsung vor hektischem Ein- und Ausstecken, weil der Thunderbolt-Verbindungsaufbau Zeit braucht. Ausserdem müssen Thunderbolt-4-Geräte laut Anleitung über Intels Thunderbolt-Programm manuell freigegeben werden, bevor das System sie erkennt.
Rechner 2: Bild und USB getrennt
Verbinde Rechner 2 mit dem HDMI- oder DisplayPort-Eingang. Für DisplayPort empfiehlt Samsung das mitgelieferte Kabel oder höchstens 1,5 Meter Länge. Bei HDMI sollte die Leitung zugelassen sein, sonst leidet die Bildqualität.
Diese Leitung überträgt Bild und je nach Quelle den Ton. Tastatur und Maus kommen erst über das USB-B-Kabel. Stecke dessen USB-B-Ende in den USB-Upstream-Port des Monitors und das USB-A-Ende in einen freien Anschluss von Rechner 2. Dieser Port lässt sich laut Samsung nur mit einem PC verbinden.
Fehlt das USB-B-Kabel, zeigt der Monitor das Bild von Rechner 2, aber Tastatur und Maus bleiben bei Rechner 1.
Im Menü den USB-Weg zuordnen
Jetzt sagst du dem Monitor, welcher Rechner bei welchem Bildeingang die Tastatur bekommt. Das Menü heisst System > USB Source Setup, in der deutschen Menüsprache „USB-Quellen-Einr.“. Samsung beschreibt es so: Es legt einen USB-Anschluss fest, der der Videoquelle zugeordnet wird.
Der Weg im Menü, so wie ihn Samsung beschreibt:
Menü > System > USB Source Setup
Die Schritte im Überblick:
- Öffne das Menü des Monitors mit der Fünf-Wege-Taste des Monitors.
- Wähle System und dann USB Source Setup.
- Ordne dem Bildeingang von Rechner 1 den Thunderbolt-Weg zu und dem Bildeingang von Rechner 2 den USB-B-Weg.
- Schalte zwischen den Eingängen um und prüfe, ob Tastatur und Maus mitwechseln.
Die einzelnen Auswahlwerte dieses Menüs listet die Anleitung nicht auf. Ihre genauen Bezeichnungen siehst du daher erst am Gerät, sie können je nach Firmware abweichen.
Zum Umschalten ohne Menü gibt es eine Abkürzung: Bei geschlossenem Menü wechselt ein Druck der Fünf-Wege-Taste nach rechts die USB-Quelle, nach links die Bildquelle.
Der zweite Thunderbolt-Anschluss
Der zweite Thunderbolt-Anschluss ist ein Downstream-Port. Er liefert höchstens 15 Watt, und Samsung stellt klar, dass er keinen Bildeingang (DisplayPort Alt) unterstützt. Ein zweites Notebook zeigst du hier also nicht an.
Der Port dient zwei anderen Zwecken. Du kannst dort ein Gerät aufladen oder Thunderbolt-Zubehör anhängen. Ausserdem lässt sich ein zweiter Monitor in Reihe schalten (Daisy-Chain). Samsung knüpft das an Bedingungen: Der Thunderbolt-4-Anschluss deines Rechners muss zweimal 4K bei 60 Hertz ausgeben können, und du kaufst ein separates 40-Gbit/s-Kabel. Das mitgelieferte schafft nur bis zu 20 Gbit/s.
Die Grenze: ein dritter Rechner
Der KVM-Teil schaltet zwischen zwei USB-Upstreams um. Mehr gibt der Monitor nicht her, auch wenn er drei Bildeingänge hat (Thunderbolt, HDMI und DisplayPort). Ein dritter Rechner bekommt deshalb ein Bild, aber keine Tastatur und keine Maus vom Monitor.
Dafür gibt es zwei Auswege:
- Universal Control bei Macs: Apple lässt dich mit einer Tastatur und einer Maus bis zu zwei weitere Macs oder iPads steuern. Die Anleitung dazu steht im Artikel Zwei Macs mit einer Tastatur bedienen.
- Ein separater USB-Umschalter: Er steht zwischen Tastatur, Maus und den Rechnern und schaltet den USB-Teil unabhängig vom Monitor.
Wer den Wechsel zusätzlich per Sprache oder Hotkey auslösen will, findet ein Beispiel für einen Mac und ein Windows-Notebook im Artikel KVM-Switch per Siri umschalten.
Stolpersteine
Die Anleitung nennt einige Punkte, die beim Einrichten Zeit sparen:
- Qualität: Die Thunderbolt- oder USB-C-Leitung muss zur Spezifikation passen, sonst fällt das Bild aus oder die Geräte nehmen Schaden. Samsung empfiehlt die eigene Marke.
- Firmware: Aktualisiere BIOS, Thunderbolt-Firmware und Thunderbolt-Software des Rechners vor dem ersten Anschluss.
- Telefone: Wegen der Thunderbolt-Kompatibilität zeigen manche Telefone mit USB-C-Bildausgabe nichts an. Abhilfe schafft ein Firmware-Update des Telefonherstellers.
- Wartezeit: Der Verbindungsaufbau über Thunderbolt dauert. Warte nach dem Umschalten einige Sekunden.
Einordnung: Was das für Firmen und das Heimbüro heisst
Ein Monitor mit KVM ersetzt in der Regel einen separaten Umschalter und spart einen Satz Kabel. Für ein Heimbüro mit Privatrechner und Firmennotebook ist das die einfachste Lösung, weil beide Geräte getrennt bleiben. In Firmen lohnt sich ein Blick auf die Richtlinien: Manche Sicherheitsvorgaben verbieten, dass ein Privatgerät am Firmenmonitor hängt. Planst du Arbeitsplätze mit drei oder mehr Geräten, rechne einen zusätzlichen USB-Umschalter ein.
Fazit
Rechner 1 bekommt Bild, USB und Strom über ein Kabel, Rechner 2 braucht ein Bildkabel und ein USB-B-Kabel. Im Menü ordnest du jedem Bildeingang seinen USB-Weg zu, danach wechseln Tastatur und Maus mit dem Bild. Die Grenze liegt bei zwei Rechnern, weil der Monitor nur zwei USB-Upstreams kennt. Prüfe als Nächstes, ob dein Notebook über USB-C Strom bezieht und ob die Zuordnung im Menü einen Neustart übersteht.
Quellen: Samsung, Produktseite 34" S65TC, Samsung, Support und Anleitung S65TC (BN81-24647A). Stand: 23. Oktober 2026. Die Menüpfade stammen aus der Samsung-Anleitung (Fassung 2024), die Auswahlwerte des Menüs sind dort nicht beschrieben.
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