Beim Umschalten des Monitors zwischen zwei Rechnern hing das Stream Deck per USB am jeweils aktiven Rechner, und auf dem Firmenlaptop fehlte die Stream-Deck-Software. Statt sie dort zu installieren, läuft das Stream Deck jetzt über das Elgato Network Dock im Netzwerk. Das Dock ist unter dem Schreibtisch montiert, das Stream Deck steht ohne Kabelsalat auf dem Tisch. Der Erfahrungsbericht erklärt die Funktionsweise, den Stromweg per PoE oder USB-C-Netzteil, die Anbindung der Software über die IP-Adresse und einen Stolperstein, bei dem ein Switch den PoE-Port abschaltete. Teil 2 einer Serie für Podcaster, Streamer, Creator und alle mit mehreren Rechnern am Schreibtisch.

Ein einziges Netzwerkkabel hält mein Stream Deck bei beiden Rechnern bereit. Vorher musste ein USB-Kabel jedem Wechsel am Monitor folgen.
Dies ist Teil 2 von 3. Teil 1 zeigt Regler, Seiten und den Wisch über den Touch-Streifen. Teil 3 ist die Anleitung zum Einrichten.
Das Wichtigste in Kürze
- Das Network Dock macht aus dem USB-Gerät ein Netzwerkgerät. Es hängt per Ethernet im LAN und trägt das Stream Deck am USB-C-Anschluss.
- Die Software findet das Dock über seine IP. Du trägst sie in der Stream-Deck-Software ein und koppelst das Gerät.
- Der Firmenlaptop braucht nichts. Die Software läuft nur auf einem Rechner, bei mir auf dem Mac.
- Strom kommt per PoE oder USB-C-Netzteil. Ein Switch mit PoE spart das Netzteil, kann aber Ärger machen.
Das Problem: USB folgt dem aktiven Rechner
Mein Monitor, ein Samsung ViewFinity S65TC, hat einen KVM-Schalter eingebaut. Er schaltet Bild, Tastatur und Maus gemeinsam zwischen zwei Rechnern um. Wie das Kabelwerk dafür aussieht, steht im Artikel Zwei Rechner an einem Monitor mit KVM-Switch anschliessen. Den Wechsel selbst löse ich auch per Sprache aus, das beschreibt der Artikel KVM-Switch per Siri.
Das Stream Deck blieb dabei der Nachzügler. Es hing per USB am jeweils aktiven Rechner. Wechselte ich am Monitor, musste das Stream Deck mitwandern. Auf dem Firmenlaptop fehlte zudem die Stream-Deck-Software, und ich wollte sie dort nicht installieren. Dazu kam ein Ärgernis am Tisch: das kurze USB-Kabel.
Die Lösung: das Network Dock
Elgato bietet für diesen Fall das Network Dock für Stream Deck. Es hat einen Ethernet-Anschluss und einen USB-C-Anschluss für das Stream Deck. Laut Elgato ist das Dock mit den meisten aktuellen Modellen kompatibel, auch mit dem Stream Deck +. Erste Generation und Stream Deck Studio gehören nicht dazu.
So sieht der Aufbau aus: oben der Zustand vorher, darunter der heutige.
Vorher: USB am aktiven Rechner
Das Stream Deck zieht bei jedem Wechsel mit um.
Nachher: Netzwerk-Dock im LAN
Das Dock bleibt im Netz. Welcher Rechner am Monitor hängt, ändert daran nichts.
Eigene Zeichnung: Verkabelung vorher (USB am aktiven Rechner) und nachher (Network Dock im LAN).
Das Dock ist bei mir unter dem Schreibtisch montiert. Im Karton liegt laut Elgato eine Halterung. Das Stream Deck steht dadurch ohne Kabelsalat auf dem Tisch, und der Weg zum Rechner führt über das Netzwerk.
So funktioniert die Verbindung
Das Dock bezieht seine IP per DHCP oder als feste Einstellung. Elgato lässt dir die Wahl und zeigt den Wert auf dem Display des Docks. In der Software öffnest du das Geräte-Menü, wählst „Add Network Device...“, trägst die IP ein und koppelst das Gerät. Die Anleitung zur Einrichtung beschreibt diese Schritte, Teil 3 zeigt sie an meinem Beispiel.
Dabei gilt eine Bedingung. Laut Elgato müssen Gerät und Rechner im selben Netzwerk liegen. In einem Heimnetz ist das selbstverständlich. In Firmennetzen mit getrennten Segmenten kann es zum Hindernis werden.
Zudem lohnt der Blick auf den Strom. Das Dock arbeitet laut Elgato mit PoE nach IEEE 802.3af, also mit Strom über das Netzwerkkabel. Ohne PoE versorgst du es über den USB-C-Anschluss mit einem Netzteil nach USB Power Delivery 3.0. So brauchst du bei einem PoE-Switch keine zusätzliche Steckdose.
| Kriterium | USB am Rechner | Network Dock | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| Verbindung | Ein Kabel zum aktiven Rechner | Ethernet zum Switch | Das Dock hängt im LAN, nicht am Monitor |
| Software | Auf jedem Rechner, der es nutzt | Auf einem Rechner im Netz | Der Firmenlaptop bleibt unberührt |
| Strom | Über USB vom Rechner | PoE oder USB-C-Netzteil | PoE spart ein Netzteil, braucht aber einen PoE-Switch |
| Beim Umschalten | Kabel umstecken | Nichts zu tun | Das Dock bleibt im Netz |
Meine Erfahrung: Dock, Switch und ein Stromstolperstein
Beim Einrichten bereitete der Strom Ärger. Mein Switch ist ein MikroTik hEX PoE und versorgt das Dock über das Netzwerkkabel. Am 14. Oktober schaltete der Switch den PoE-Port ab. Im Protokoll stand „current_too_low“, der Port meldete also eine zu geringe Stromaufnahme.
Daher habe ich die Stromversorgung des Ports von „auto-on“ auf „forced-on“ gestellt. Das erzwingt den Strom, unabhängig von der Messung des Switches. Zudem hängt das Dock jetzt an Port 2. Am Port 3 bekam es zwar Strom, aber keinen Netzwerklink, und dort hatte zuvor ein anderes Gerät wiederholt Verbindungsabbrüche. Wer keinen PoE-Switch besitzt oder keinen Ärger will, nimmt das USB-C-Netzteil.
Am selben Tag probierte ich Bitfocus Companion als Steuerzentrale auf einem Server. Das Dock lässt sich mit Companion koppeln, Elgato nennt diese Kombination ausdrücklich. Mir war der Weg trotzdem zu aufwendig, und ich habe ihn am nächsten Tag verworfen. Ein Befund blieb: Die Elgato-Software auf Mac und Windows belegt das Gerät jeweils exklusiv. Sie darf also nur auf einem Rechner laufen. Dazu passt ein Firmenlaptop ohne Software gut.
Grenzen
Das Dock löst das Kabelproblem, aber nicht jede Frage. Die Regler, Tasten und Plugins laufen auf dem Rechner mit der Software. Ist dieser Rechner aus, bleibt das Stream Deck stumm. Bei mir ist das der Mac.
Zudem hängt das Dock vom Netzwerk ab. Fällt der Switch aus oder ändert sich die Adresse, muss die Software das Gerät neu finden. Eine feste Adresse oder eine Reservierung im Router verhindert das.
Einordnung: Was das für Heimbüro, Firmenlaptops und Creator heisst
Wer zwei Rechner an einem Monitor nutzt, kennt das Problem früher oder später: Ein USB-Gerät hängt an genau einem Rechner. Das Network Dock löst es, indem es das Gerät ins Netzwerk verlegt. Für Firmenlaptops ist das ein Gewinn, weil keine zusätzliche Software auf das verwaltete Gerät muss.
Prüfe vor dem Kauf zwei Dinge: ob dein Netzwerk Geräte im selben Segment zulässt und ob dein Switch PoE nach 802.3af liefert. Creator mit Streaming-Aufbau am Heimnetz erfüllen beides meistens. Das Dock kostet Geld, spart aber Umstecken und Kabel auf dem Tisch.
Fazit
Das Network Dock verlegt das Stream Deck vom USB-Kabel ins Netzwerk. Damit muss weder Software auf den Firmenlaptop noch ein Kabel zum aktiven Rechner. Bei der Stromversorgung per PoE lohnt ein Blick in die Einstellungen des Switches. Der dritte Teil ist die Anleitung, mit der du Regler, Seiten und Dock selbst einrichtest.
Quellen: Elgato, Network Dock für Stream Deck, Elgato, Network Dock einrichten. Zuletzt geprüft: 24. Oktober 2026. Die Angaben zu Switch und Stromversorgung stammen aus meinem eigenen Aufbau.
Geschrieben von Andreas Brauckmann · So arbeitet die Redaktion
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