Die Anleitung zeigt, wie du ein Stream Deck + über das Elgato Network Dock im Netzwerk koppelst, mehrere Seiten anlegst, ein Key Light auf zwei Regler legst und das Blättern per Wisch nutzt. Für den Monitor und die Mikrofone zeigt sie am Beispiel meines Monitor-Plugins, wie ein eigener Regler aufgebaut ist, mit dem Befehl ddcctl und dem Manifest des Plugins. Dazu kommen die Voraussetzungen, eine Prüfliste und typische Fehler. Teil 3 einer Serie für Podcaster, Streamer, Creator und alle mit mehreren Rechnern am Schreibtisch. Die Anleitung steht zusätzlich im IT-Wiki.

In 6 Schritten kommt das Stream Deck + ins Netzwerk, bekommt zwei Seiten und steuert Licht, Monitor und Mikrofon. Der letzte Schritt ist optional und braucht ein wenig Code.
Dies ist Teil 3 von 3. Teil 1 zeigt das Ergebnis, Teil 2 die Gründe für das Netzwerk statt USB. Die Anleitung steht zusätzlich im IT-Wiki, damit du sie ohne die Geschichte nachschlagen kannst.
Das Wichtigste in Kürze
- Das Dock braucht Strom und ein Netzwerkkabel. Entweder liefert ein PoE-Switch beides, oder du schliesst ein USB-C-Netzteil an.
- Die Kopplung läuft über die IP des Docks. In der Software wählst du „Add Network Device...“ und trägst sie ein.
- Für Seiten legst du mindestens zwei an. Erst dann reagiert der Touch-Streifen auf den Wisch.
- Licht geht ohne Code. Das Plugin Control Center bringt Regler-Aktionen für Helligkeit und Temperatur mit.
- Monitor und Mikrofon brauchen ein eigenes Plugin. Dafür reichen ein Manifest und eine Datei JavaScript.
Die Tabelle zeigt die sechs Schritte im Überblick.
| Schritt | Aufgabe | Ergebnis | Code nötig |
|---|---|---|---|
| 1 | Dock anschliessen | Das Dock hat Strom und Netzwerk | nein |
| 2 | Dock koppeln | Die Software findet das Stream Deck | nein |
| 3 | Seiten anlegen | Das Profil hat mindestens zwei Seiten | nein |
| 4 | Licht auf Regler legen | Helligkeit und Farbtemperatur per Drehen | nein |
| 5 | Wischen testen | Der Streifen blättert zwischen den Seiten | nein |
| 6 | Eigenes Plugin bauen | Ein Regler für den Monitor | ja, JavaScript |
Das brauchst du
Die folgende Liste zeigt die Teile und was Elgato dazu schreibt.
- Stream Deck + oder ein anderes Modell mit Reglern, etwa das Stream Deck + XL.
- Network Dock samt USB-C-Kabel zum Stream Deck. Es ist laut Elgato nicht mit der ersten Stream-Deck-Generation und dem Stream Deck Studio kompatibel.
- Strom: PoE nach IEEE 802.3af oder ein USB-C-Netzteil nach Power Delivery 3.0.
- Stream-Deck-Software auf einem Rechner im selben Netzwerk, laut Elgato mit Windows 11 oder macOS 13 oder neuer.
- Optional ein Key Light samt Elgato-App und Plugin namens Control Center.
Für den Monitor-Regler im letzten Schritt kommen ein Mac und ddcctl dazu. Dieses Werkzeug läuft auf Intel-Macs. Auf Macs mit Apple-Chip stösst du auf ein bekanntes Problem, das das Projekt selbst beschreibt. Dort nimmst du m1ddc als Ersatz.
Schritt 1: Dock anschliessen
Verbinde das Dock mit dem Netzwerk. Mit PoE führt ein Kabel vom Switch ins Dock und liefert den Strom. Ohne PoE steckst du das Netzteil in den USB-C-Anschluss für Power Delivery und das Netzwerkkabel in den Ethernet-Port. Danach verbindest du das Stream Deck mit dem Dock über den USB-C-Anschluss „Stream Deck“.
Das Dock zeigt jetzt seine Netzwerkdaten auf dem Display. Wähle dort DHCP oder eine feste IP. Notiere die Adresse. Bei mir bezieht das Dock sie per DHCP.
Stolperstein: Stellst du am Switch PoE auf „auto“, kann er den Port abschalten, wenn er die Stromaufnahme für zu gering hält. Bei mir stand im Protokoll „current_too_low“. Setze den PoE-Modus des Ports dann auf „forced-on“ oder nutze das Netzteil.
Schritt 2: Dock in der Software koppeln
Öffne die Stream-Deck-Software auf deinem Rechner. Im Geräte-Menü wählst du „Add Network Device...“. Trage die IP des Docks ein und bestätige mit „Pair Device“. Die Einrichtungsanleitung von Elgato beschreibt dieselben Schritte.
Läuft die Software auf mehr als einem Rechner, beende sie auf allen ausser einem. Meine Beobachtung: Mac und Windows beanspruchen das Gerät jeweils für sich.
Schritt 3: Seiten anlegen
Klicke in der Software unter dem Tastenfeld auf das Plus. Elgato beschreibt das in seiner Hilfe zu Seiten. Eine Taste muss dafür frei sein, denn die Software legt dorthin die Aktion „Nächste Seite“. Ein Profil fasst bis zu zehn Seiten.
Lege mindestens zwei Seiten an. Ich habe meine Tasten so aufgeteilt: Auf Seite 1 liegen die Werkzeuge, die ich täglich öffne, auf Seite 2 die Schalter für Monitor, Licht und Rechner.
Schritt 4: Licht auf zwei Regler legen
Installiere das Elgato-Plugin Control Center aus dem Marketplace. Koppele dein Key Light vorher über das Plus in der Elgato-App gleichen Namens. Danach öffnest du in der Stream-Deck-Software den Reiter für die Regler und ziehst zwei Aktionen auf je einen Regler: „Adjust Brightness“ für die Helligkeit und „Adjust Temperature“ für die Farbtemperatur.
Wähle in den Einstellungen jeder Aktion dein Key Light aus. Das Drücken des Reglers schaltet laut Elgato das Licht ein und aus.
Wenn dir Regler fehlen: Elgato bietet mit Dial Stacks die Möglichkeit, einem Regler mehrere Aktionen zu geben.
Schritt 5: Wischen testen
Wische auf dem Touch-Streifen von links nach rechts. Hat das Profil mindestens zwei Seiten, wechselt die Anzeige. Das beschreibt die Hilfe zum Touch-Streifen. Reagiert nichts, prüfe die Seitenzahl.
Schritt 6: Eigener Regler für den Monitor (optional)
Für die Monitorlautstärke habe ich mit dem Stream Deck SDK eigenen Code geschrieben. Er besteht aus einem Manifest und einer Datei plugin.js. Die wichtigsten Teile folgen hier, sie nutzen das ältere SDK-Format mit WebSocket.
Das Manifest beschreibt eine Aktion für Regler. Der Ausschnitt zeigt, wie ich Drehen und Drücken beschrieben habe.
{
"Name": "Monitor Volume",
"UUID": "de.andreas.monitorvolume.dial",
"Controllers": ["Encoder"],
"Encoder": {
"layout": "$B1",
"TriggerDescription": { "Rotate": "Lautstärke", "Push": "Stumm" }
}
}
In plugin.js ruft das Plugin ddcctl auf. Der Schalter -v setzt die Lautstärke über DDC, den Befehlskanal im Bildschirmkabel. Mit ? liest er den aktuellen Wert.
const DDC = "/usr/local/bin/ddcctl";
const STEP = 4;
function ddc(value) {
return new Promise((resolve) => {
const child = spawn(DDC, ["-d", "1", "-v", String(value)]);
let out = "";
child.stdout.on("data", (d) => (out += d));
child.on("close", () => resolve(out));
});
}
Das Drehen kommt als Ereignis dialRotate mit einer Anzahl Rasten. Das Plugin rechnet sie in Prozent um, begrenzt auf 0 bis 100 und gibt das Ergebnis an die Anzeige des Streifens zurück. Das Drücken löst dialDown aus. Es schaltet auf 0, ein zweiter Druck stellt den letzten Wert wieder her.
} else if (msg.event === "dialRotate") {
const ticks = msg.payload?.ticks || 0;
const base = queued ?? volume ?? lastOn;
request(base + ticks * STEP);
}
Den Ordner de.andreas.monitorvolume.sdPlugin legst du auf dem Mac unter ~/Library/Application Support/com.elgato.StreamDeck/Plugins/ ab und startest die Software neu. Danach erscheint die Aktion in der Liste. Die Mikrofone folgen demselben Muster. Statt ddcctl ruft der Code dort ein kleines eigenes Hilfsprogramm auf, das den Eingangspegel liest und setzt.
Prüfen
- Das Stream Deck erscheint in der Software und bleibt nach einem Neustart des Rechners verbunden.
- Beim Umschalten des Monitors auf den anderen Rechner reagiert das Stream Deck unverändert weiter.
- Die beiden Licht-Regler ändern Helligkeit und Farbtemperatur.
- Ein Wisch wechselt die Seite.
Typische Fehler
- Das Dock taucht nicht auf. Rechner und Dock liegen in verschiedenen Netzwerken, oder die IP ist falsch.
- Das Dock fällt zufällig aus. Der PoE-Port schaltet ab, siehe Schritt 1.
- Der Wisch bleibt wirkungslos. Das Profil hat nur eine Seite.
- Die Aktion für Licht findet das Gerät nicht. Das Key Light ist in Control Center nicht gekoppelt.
ddcctländert nichts. Dein Mac hat einen Apple-Chip, dann nimmst du m1ddc. An den HDMI-Anschlüssen von Apple-Chip-Macs geht DDC ohnehin nicht.
Einordnung: Was das für Creator, Podcaster und Heimbüros heisst
Der Aufwand gliedert sich in drei Stufen. Das Dock mit Kopplung und Seiten kommt ohne Code aus, sobald Netzwerk und Strom stehen. Licht über das Control-Center-Plugin kommt ohne Programmieren aus. Nur für Monitor und Mikrofon brauchst du eigenen Code, und das lohnt sich erst, wenn du diese Werte täglich anfasst.
Die Anleitung zeigt eine Auswahl, die zu meinem Aufbau passt. Dein Aufbau darf anders aussehen: andere Mikrofone, anderer Monitor, ein anderer Rechner. Prüfe vorher, ob dein Monitor DDC versteht und ob dein Rechner Software im Netzwerk zulässt.
Fazit
Mit Dock, zwei Seiten und dem Plugin Control Center steht die Grundausstattung in kurzer Zeit. Der Wisch über den Touch-Streifen ersetzt eine Blätter-Taste, und eigene Plugins erweitern die Regler um Monitor und Mikrofone. Fang mit Schritt 1 bis 5 an und nimm Schritt 6 erst dazu, wenn dir ein Regler fehlt.
Quellen: Elgato, Network Dock einrichten, Elgato, Seiten, Elgato, Touch-Streifen, Stream Deck SDK. Zuletzt geprüft: 24. Oktober 2026. Die Codeausschnitte stammen aus meinem Plugin.
Geschrieben von Andreas Brauckmann · So arbeitet die Redaktion
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