Teil 2 zeigt, wie du den eingerichteten Lern-Coach am iPhone nutzt: Projekt öffnen, Sprachmodus starten, Antworten sprechen, Bewertung hören und den Punktestand abfragen. Dazu kommen Tipps für unterwegs, ein Verfahren für Fortschritt und Wiederholungsliste, typische Stolpersteine sowie Kosten und Tarifgrenzen. Als Beispiel dient der Coach für die Zertifizierung Claude Certified Architect (Foundations); die Einrichtung steht in Teil 1.
Inhalt 9 Abschnitte

Zehn Minuten in der Bahn genügen für fünf Fragen ohne Tastatur. Teil 2 zeigt, wie du den Prüfer aus Teil 1: Für jeden Stoff einrichten am iPhone per Sprache nutzt.
Das Wichtigste in Kürze
- Geübt wird im Sprachmodus der Claude-App. Er läuft laut Hilfecenter im Web, in Claude Desktop und in den mobilen Apps, in allen Tarifen.
- Sprachgespräche zählen auf dein Nutzungslimit. Sie verbrauchen das Kontingent wie normale Chats.
- Sprachen ausser Englisch gelten als Beta. Stelle die gesprochene Sprache in den Einstellungen ein und teste einen kurzen Durchgang.
- Der Punktestand reist per Text mit. Am Ende jeder Sitzung lässt du den Stand ausgeben und trägst ihn ins Projektgedächtnis ein.
- In Claude Code gibt es keinen Sprachmodus. Dort bleibt das Diktieren, deshalb gehört das Üben unterwegs ins Projekt.
Lernen am iPhone
Dazu brauchst du: ein iPhone mit der Claude-App, den fertigen Arbeitsbereich aus Teil 1 und Kopfhörer. Er synchronisiert sich über dein Konto und erscheint in der App automatisch.
Zuerst: Projekt öffnen. Starte die Claude-App, öffne den Arbeitsbereich vom Tablet und beginne darin einen neuen Chat.


Die Bilder sind vereinfachte Illustrationen der Schritte und zeigen die App auf Englisch; Aussehen und Position der Bedienelemente können in deiner App-Version abweichen.
Dann: Sprachmodus starten. Tippe im Eingabefeld auf das Symbol mit den Schallwellen neben dem Mikrofon. Wähle bei der ersten Nutzung eine Stimme aus. Laut Hilfecenter findest du Stimme und Tempo über die Einstellungen unten links im Sprachmodus, die gesprochene Sprache unter "Settings > Capabilities > Voice".


Danach: Antworten sprechen. Sage "Start". Claude liest Situation, Frage und Optionen vor und wartet. Antworte mit dem Buchstaben oder mit einer kurzen Begründung. Das Gespräch landet zugleich als Text im Verlauf.


Anschliessend: Bewertung hören und Stand abfragen. Der Prüfer nennt richtig oder falsch, den richtigen Buchstaben und die Begründung. Sage zwischendurch "Stand", dann liest dein Prüfungstrainer Punkte und Wiederholungsliste vor.


Dabei gilt eine Grenze. Der Sprachmodus braucht laut Hilfecenter eine stabile Internetverbindung. Im Funkloch bricht das Gespräch ab, und auf dem Flug oder in der Tiefgarage ist er unbrauchbar. Für diese Fälle lohnt sich eine Reserve: Lies die Fragen deiner Wiederholungsliste vorher einmal durch.
Tipps für unterwegs
- Kopfhörer mit Mikrofon verbessern die Erkennung in Bahn und Bus.
- Kurze Einheiten wie bei einem guten Lehrer von fünf bis zehn Fragen halten die Konzentration und passen in jede Pause.
- Sperrbildschirm und Hintergrund beschreibt Anthropic in der Hilfe nicht. Teste vor der ersten langen Fahrt, ob das Gespräch bei gesperrtem Bildschirm weiterläuft.
- Laute Umgebung erschwert die Erkennung. Dann hilft es, die Antwort nur als Buchstaben zu geben.
Fortschritt und Punktestand
Ein Lernassistent ohne Gedächtnis zwischen den Gesprächen ist nur halb so nützlich. Deshalb hält die Rollenanweisung aus Teil 1 drei Dinge fest: den Punktestand, die zuletzt gestellte Nummer und die Liste der Fragen, die du falsch beantwortet hast. Innerhalb eines Gesprächs führt Claude diese Werte selbst. Zwischen zwei Gesprächen fehlt ihm die Erinnerung, deshalb hilft ein kurzer Handgriff am Ende jeder Sitzung.
Sage dazu: "Gib mir den Stand als kurzen Text." Du erhältst etwa diesen Block:
WIEDERHOLUNG: 3, 8, 12.
Kopiere ihn ins Projektgedächtnis oder an das Ende der Projektanweisung. In der nächsten Sitzung ergänzt du einen Satz in der Anweisung:
So habe ich es bei meiner Vorbereitung auf die CCAR-F gehandhabt. Mein Katalog hatte 60 Fragen in fünf Domänen, und ich habe alle durchgearbeitet. Schwierige Fragen kamen auf die Wiederholungsliste und wurden erneut gestellt, bis ich sie mehrfach richtig beantwortete. Als nächsten Schritt hatte ich eine Simulation aller 60 Fragen am Stück in 120 Minuten vorgesehen. Die Fragen stammen aus einem inoffiziellen Community-Lernleitfaden und sind kein Auszug aus der echten Prüfung, deshalb drucke ich sie hier nicht ab.
Stolpersteine
- Die Lösung fällt zu früh. Ergänze in der Anweisung: "Gib vorher keinen Hinweis."
- Fragen wiederholen sich. In langen Gesprächen vergisst Claude bereits gestellte Nummern. Lass dir die Liste nennen oder starte mit dem gespeicherten Stand neu.
- Claude erfindet Fragen. Dann fehlt der Zugriff auf die Datei. Kontrolliere, ob sie hochgeladen ist, und verlange "Stelle nur Fragen aus den Dateien."
- Das Vorlesen stolpert. Formatierungszeichen im Fragetext werden mitgesprochen. Schreibe Fragen für das Ohr, mit kurzen Sätzen und gut unterscheidbaren Optionen.
- Die Spracherkennung versteht Fachwörter falsch. Gib bei schwierigen Begriffen den Buchstaben der Option an.
- Der Prüfer irrt. Er kann Erklärungen falsch formulieren. Prüfe überraschende Antworten gegen die Originalquelle.
Kosten, Tarife und Datenschutz
Für den Einstieg reicht ein kostenloses Konto. Wer täglich lange übt, erreicht eher das Nutzungslimit, weil Sprachgespräche mitzählen. Das Kontingent hängt vom Tarif ab, die Angaben stehen in der Hilfe zum Sprachmodus.
Lade nur Material hoch, das du verwenden darfst. Eigene Notizen und selbst formulierte Fragen sind unkritisch. Material Dritter kann urheberrechtlich geschützt sein, und Prüfungsinhalte unter Verschwiegenheit gehören in keinen Coach. Firmen- und Kundendaten braucht der Prüfer nicht. Welche Daten wie lange gespeichert werden, hängt von Tarif und Einstellung ab, nachzulesen im Privacy Center des Herstellers.
Einordnung: Was das für Lernende und Teams heisst
Das Üben per Sprache füllt Zeit, die sonst ungenutzt bleibt: Pendeln, Warten, Spaziergänge. Es trainiert vor allem das Abrufen von Wissen und weniger das Verstehen neuer Zusammenhänge. Dafür bleibt ein Leitfaden oder ein Kurs nötig. Im Team lohnt sich der Ansatz für Einarbeitung und Produktwissen, solange jemand die Fragen pflegt. Teilen lässt sich der Arbeitsbereich erst in Team und Enterprise. Plane eine Person ein, die neue Einträge prüft.
Fazit
Mit dem iPhone wird aus dem Arbeitsbereich ein Prüfungscoach für jede freie Viertelstunde. Der Sprachmodus braucht Netz und zählt aufs Kontingent, dafür kommst du ohne Tastatur aus. Halte nach jeder Sitzung den Stand fest und beginne die nächste mit der Wiederholungsliste. Wie das Projekt aufgebaut wird, steht in Teil 1: Für jeden Stoff einrichten.
Quellen: Anthropic, Using voice mode, Anthropic, What are projects?, Anthropic Partner Academy, CCAR-F. Stand: 26. Oktober 2026. Foto: Pexels auf Pixabay.
Geschrieben von Andreas Brauckmann · So arbeitet die Redaktion
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