Certified Cloud Developer


Seit meinem Einstieg in die Softwareentwicklung in den 80er-Jahren habe ich mich kontinuierlich in der jeweils aktuellen Technologie bewegt: von Assembler über C++ und Lisp/Common Lisp in den 1980er-Jahren, gefolgt von Java und Python in den 1990er-Jahren, später C# und .NET. Seit 2024 widme ich mich verstärkt wieder der Softwareentwicklung, nun im Kontext von KI-gestützten Systemen.

Als Anthropic-Certified Claude Developer setze ich moderne KI-Entwicklungsmethoden produktiv ein: Aufgaben, die früher Wochen an Entwicklungszeit beansprucht hätten, lassen sich heute in Stunden umsetzen. Aktuelles Beispiel ist Kontor, eine von mir entwickelte Handelsoberfläche mit Claude-API-Anbindung und einem eigenständigen Trader-Agent für KI-gestützte Marktanalyse, inklusive eines öffentlichen Wirtschaftskalenders mit allen Terminen.

Engineering is a Passion


Als System-Engineer (MCITP, CCP-V und AI Fluency & Claude Expert) betreue ich Netzwerkinfrastrukturen, führe Planungen durch, schule Mitarbeiter und führe Migrationen von Netzwerk, Server- als auch Client Infrastrukturen bis zum mittleren Enterprise Umfeld durch. Mein Aufgabengebiet umfasste der IT Support von mittelständischen Unternehmen als auch die Umsetzung von Projekten in Server und Clientnetzwerken unter den Betriebssystemen Microsoft, Mac OS und Linux resp. den Hypervisoren VMware, Hyper V und Citrix.

Mein Knowhow und Wissen sammelte ich in Projekten im Bereich öffentlicher und privater Auftraggeber.

Schulungen

CCAR-F Kapitel 1: Agentenarchitektur und Orchestrierung

WKI-1284-ch-de
Schulungen

Agentenschleife, Koordinator und Subagenten, Hooks gegen Prompt-Anweisungen, Aufgabenzerlegung und Sitzungen: der grösste Prüfungsbereich in Kurzform.

Dieses Kapitel deckt den Prüfungsbereich „Agentic Architecture & Orchestration“ ab, der 27 % der CCAR-F ausmacht. Du lernst, wie ein Agent arbeitet, wie mehrere zusammenarbeiten und wo Regeln hart durchgesetzt werden müssen.

Ziel

Nach dem Kapitel kannst du

  • den Ablauf einer Agentenschleife erklären und richtig beenden,
  • ein Koordinator-Subagenten-Muster entwerfen und seine Fallstricke benennen,
  • entscheiden, ob eine Regel per Hook oder per Prompt gelten soll,
  • eine feste Pipeline von einer dynamischen Zerlegung unterscheiden,
  • eine Sitzung fortsetzen, verzweigen oder mit Zusammenfassung neu beginnen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Agentenschleife folgt dem Stoppgrund, nicht dem Text. Du sendest eine Anfrage, prüfst stop_reason, führst bei tool_use die gewünschten Werkzeuge aus, hängst die Ergebnisse an den Verlauf und fragst erneut. Bei end_turn ist die Arbeit zu Ende. Den Text der Antwort nach Schlüsselwörtern abzusuchen oder allein eine feste Obergrenze an Durchläufen als Abbruch zu verwenden, sind Anti-Muster.
  • Das Modell entscheidet über den nächsten Schritt. Im Unterschied zu einem fest verdrahteten Ablauf wählt Claude anhand des Kontexts, welches Werkzeug als Nächstes drankommt.
  • Subagenten starten ohne Gedächtnis. Jeder Subagent läuft in einem eigenen, frischen Gespräch. Er sieht nicht den Verlauf des Koordinators, sondern nur seine eigene Anweisung und den Text, den der Koordinator ihm übergibt. Alles Nötige (Funde, Pfade, Entscheidungen) muss in diesen Text.
  • Der Koordinator ist die Drehscheibe. Er zerlegt die Aufgabe, wählt passende Subagenten, sammelt die Ergebnisse und prüft Lücken. Läuft alle Kommunikation über ihn, bleiben Fehlerbehandlung und Beobachtbarkeit an einer Stelle.
  • Zu enge Zerlegung führt zu Lücken. Zerlegt der Koordinator ein breites Thema zu schmal, fehlen ganze Bereiche im Ergebnis. Verteile Teilthemen so, dass sie sich nicht doppeln und trotzdem alles abdecken.
  • Parallelität spart Zeit. Unabhängige Subagenten startest du in einer einzigen Koordinatorantwort, nicht nacheinander in getrennten Runden.
  • Harte Regeln gehören in Hooks. Eine Anweisung im Prompt wird fast immer befolgt, aber nicht immer. Wo Compliance zählt (Identität prüfen vor einer Rückerstattung, Betragsgrenze), blockiert ein Hook den Werkzeugaufruf und leitet an einen Menschen weiter.
  • Übergaben brauchen Struktur. Reicht ein Agent an einen Menschen weiter, der das Gespräch nicht sieht, gehört eine Zusammenfassung mit Kunde, Ursache, Betrag und Empfehlung dazu.
  • Zerlegung passt zur Aufgabe. Eine feste Kette (Prompt Chaining) eignet sich für vorhersehbare, mehrteilige Prüfungen. Für offene Untersuchungen plant der Agent adaptiv und passt die Teilaufgaben an, was er unterwegs findet.
  • Sitzungen sind Werkzeuge. Du kannst eine benannte Sitzung fortsetzen, eine Sitzung zu einem Zweig verzweigen oder, wenn alte Werkzeugergebnisse veraltet sind, mit einer sauberen Zusammenfassung neu starten.

Kernaussagen im Detail

Die Schleife

Das Modell spricht nicht direkt mit deinem System. Es meldet per tool_use, welches Werkzeug es braucht. Dein Code führt es aus und liefert das Ergebnis als neue Nachricht zurück; erst damit kann Claude den nächsten Schritt überlegen. Die Dokumentation beschreibt dieses Muster unter dem Begriff Tool Use.

Koordinator und Subagenten

In der Agent SDK definierst du Subagenten über eine Beschreibung (wann einsetzen), eine Anweisung (was tun) und eine Liste erlaubter Werkzeuge. Claude startet sie über das Werkzeug Agent; in älteren Versionen und in der Werkzeugliste einer Sitzung heisst es noch Task. Damit der Koordinator Subagenten starten darf, muss dieses Werkzeug in seinen erlaubten Werkzeugen stehen. Lässt du die Werkzeugliste eines Subagenten weg, erbt er alle für Subagenten verfügbaren Werkzeuge; mit einer Liste schränkst du ihn ein, etwa auf Lesen und Suchen. Der Koordinator erhält nur die Schlussnachricht des Subagenten, nicht dessen Zwischenschritte; das hält den Hauptkontext klein.

Gib Subagenten Ziel und Qualitätskriterien mit, nicht jeden Handgriff. So können sie sich an das anpassen, was sie finden. Nutze strukturierte Daten, die Inhalt und Herkunft (Quelle, Dokument, Seite) trennen, damit die Zuordnung bei der Synthese erhalten bleibt.

Hooks statt Hoffnung

Ein Hook ist Code, der an einem Ereignis hängt. Vor einem Werkzeugaufruf (PreToolUse) kann er den Aufruf erlauben, ablehnen oder die Eingabe ändern; nach einem Werkzeugaufruf (PostToolUse) kann er das Ergebnis anpassen, bevor das Modell es sieht, zum Beispiel unterschiedliche Datums- oder Statusformate vereinheitlichen. Sind sich mehrere Hooks uneinig, gewinnt die strengste Entscheidung. Hooks laufen deterministisch; Prompt-Anweisungen sind nur Kontext.

Sitzungen

Eine Sitzung hält den Gesprächsverlauf fest, nicht den Zustand deiner Dateien. Fortsetzen (resume) führt dich in dieselbe Sitzung zurück, Verzweigen (fork) legt eine Kopie an, in der du einen anderen Weg probierst, ohne das Original zu verändern. Haben sich Dateien seit der letzten Analyse geändert, sage das dem Agenten ausdrücklich; sonst arbeitet er mit veralteten Annahmen. Oft ist ein Neustart mit einer verdichteten Zusammenfassung zuverlässiger als das Fortsetzen mit überholten Werkzeugergebnissen.

Verständnisfragen

  1. Ein Entwickler beendet seine Agentenschleife, sobald die Antwort des Modells das Wort „fertig“ enthält. Was kann schiefgehen, und woran solltest du stattdessen die Beendigung festmachen?
  2. Ein Koordinator übergibt einem Subagenten nur den Satz „Fasse zusammen, was wir gefunden haben.“ Der Subagent liefert eine ahnungslose Antwort. Warum, und wie behebst du es?
  3. Ein Support-Agent soll Rückerstattungen über 500 Franken nie selbst auslösen. Die Regel steht klar im Systemprompt, wird aber gelegentlich ignoriert. Welche Massnahme gibt dir eine Garantie, und warum reicht die Anweisung nicht?

Kurzantworten

  1. Das Modell kann das Wort in einem anderen Zusammenhang verwenden oder umschreiben; der Abbruch ist dann zufällig. Verlässlich ist stop_reason: bei tool_use weiter, bei end_turn fertig.
  2. Subagenten erben den Verlauf des Koordinators nicht. Der Koordinator muss die Funde vollständig in den Auftrag schreiben, am besten strukturiert mit Quellenangaben.
  3. Ein PreToolUse-Hook, der den Aufruf oberhalb der Grenze blockiert und an einen Menschen weiterleitet. Prompt-Anweisungen sind probabilistisch und haben eine Fehlerquote über null.

Weiter lernen

Quellen

Titelbild: Alexas_Fotos auf Pixabay (Pixabay Content License).

Zuletzt geprüft: 24. Oktober 2026.

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