Certified Cloud Developer


Seit meinem Einstieg in die Softwareentwicklung in den 80er-Jahren habe ich mich kontinuierlich in der jeweils aktuellen Technologie bewegt: von Assembler über C++ und Lisp/Common Lisp in den 1980er-Jahren, gefolgt von Java und Python in den 1990er-Jahren, später C# und .NET. Seit 2024 widme ich mich verstärkt wieder der Softwareentwicklung, nun im Kontext von KI-gestützten Systemen.

Als Anthropic-Certified Claude Developer setze ich moderne KI-Entwicklungsmethoden produktiv ein: Aufgaben, die früher Wochen an Entwicklungszeit beansprucht hätten, lassen sich heute in Stunden umsetzen. Aktuelles Beispiel ist Kontor, eine von mir entwickelte Handelsoberfläche mit Claude-API-Anbindung und einem eigenständigen Trader-Agent für KI-gestützte Marktanalyse, inklusive eines öffentlichen Wirtschaftskalenders mit allen Terminen.

Engineering is a Passion


Als System-Engineer (MCITP, CCP-V und AI Fluency & Claude Expert) betreue ich Netzwerkinfrastrukturen, führe Planungen durch, schule Mitarbeiter und führe Migrationen von Netzwerk, Server- als auch Client Infrastrukturen bis zum mittleren Enterprise Umfeld durch. Mein Aufgabengebiet umfasste der IT Support von mittelständischen Unternehmen als auch die Umsetzung von Projekten in Server und Clientnetzwerken unter den Betriebssystemen Microsoft, Mac OS und Linux resp. den Hypervisoren VMware, Hyper V und Citrix.

Mein Knowhow und Wissen sammelte ich in Projekten im Bereich öffentlicher und privater Auftraggeber.

Schulungen

CCAR-F Kapitel 2: Tool-Design und MCP-Integration

WKI-1289-ch-de
Schulungen

Wie Werkzeuge beschrieben, getrennt und mit Fehlern versehen werden, wie tool_choice wirkt und wie MCP-Server in Claude Code und Agenten eingebunden werden.

Dieses Kapitel deckt den Prüfungsbereich „Tool Design & MCP Integration“ ab (18 % der CCAR-F). Werkzeuge sind die Schnittstelle zwischen Modell und Aussenwelt; schlecht beschriebene Werkzeuge führen zu falschen Aufrufen.

Ziel

Nach dem Kapitel kannst du

  • Werkzeugbeschreibungen so schreiben, dass Claude das richtige Werkzeug wählt,
  • überlappende Werkzeuge erkennen und bereinigen,
  • Fehler aus Werkzeugen verständlich und strukturiert zurückmelden,
  • tool_choice einordnen und Werkzeuge auf Agenten verteilen,
  • MCP-Server in Claude Code einbinden und die eingebauten Werkzeuge gezielt einsetzen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Beschreibung entscheidet. Claude wählt ein Werkzeug vor allem nach dessen Beschreibung. Sie sollte sagen, was das Werkzeug tut, wann es zu verwenden ist (und wann nicht), was die Parameter bedeuten und was es nicht liefert. Anthropic rät zu mindestens drei bis vier Sätzen je Werkzeug.
  • Ähnliche Werkzeuge verwechselt Claude. Zwei Werkzeuge mit fast gleicher Beschreibung führen zu Fehlgriffen. Benenne sie nach dem Zweck, trenne die Zuständigkeiten klar oder fasse verwandte Aktionen in einem Werkzeug mit einem Aktionsparameter zusammen. Beides geht, entscheidend ist, dass es keine Grauzone gibt.
  • Der Systemprompt kann die Wahl verbiegen. Schlagwörter in Anweisungen schaffen ungewollte Verbindungen zu Werkzeugen. Prüfe nach Änderungen am Prompt, ob die Werkzeugwahl noch stimmt.
  • Antworten bleiben schlank. Ein Werkzeug gibt nur zurück, was Claude für den nächsten Schritt braucht, mit stabilen Kennungen statt interner Verweise. Überladene Antworten verbrauchen Kontext.
  • Fehler gehören in die Antwort. Ein MCP-Werkzeug meldet Fehler im Ergebnis mit dem Kennzeichen isError: true, damit das Modell sie sieht und darauf reagieren kann. Nützlich ist eine Kategorie (vorübergehend, ungültige Eingabe, fehlende Berechtigung), die Angabe, ob ein neuer Versuch sinnvoll ist, und eine lesbare Beschreibung.
  • tool_choice steuert den Zwang. auto lässt Claude entscheiden, any verlangt irgendein Werkzeug, tool ein bestimmtes, none verbietet Werkzeuge. Nicht jedes Modell erlaubt any und tool; bei den aktuellen Modellen Opus 5.5, Sonnet 5.5 und Fable 5.1 führen sie zu einem Fehler. Stattdessen nutzt du auto mit striktem Werkzeuggebrauch oder strukturierte Ausgaben.
  • Weniger Werkzeuge je Agent, aber die richtigen. Gib jedem Subagenten nur die Werkzeuge, die er braucht. Ein Recherche-Agent mit Lese- und Suchrechten kann nichts versehentlich ändern.
  • MCP ist ein offener Standard. Über das Model Context Protocol verbindest du Claude Code und eigene Agenten mit Datenquellen und Diensten. Server laufen lokal (stdio) oder entfernt (HTTP).
  • Konfiguration mit Gültigkeitsbereich. Ein MCP-Server gilt je nach Bereich nur für dich im aktuellen Projekt (local, Standard), für das ganze Team über die Datei .mcp.json im Projekt (project) oder für alle deine Projekte (user). In .mcp.json kannst du Umgebungsvariablen einsetzen (${NAME}, auch mit Vorgabewert), damit keine Zugangsdaten im Repository stehen.
  • Die eingebauten Werkzeuge haben ihre Rollen. Dateien lesen, schreiben und ändern, Befehle ausführen, Dateien nach Muster finden und Inhalte durchsuchen sind getrennte Fähigkeiten. Wähle das engste, das reicht.

Kernaussagen im Detail

Beschreibungen schreiben

Vergleiche zwei Beschreibungen desselben Werkzeugs: „Holt den Aktienkurs.“ und „Liefert den letzten Handelspreis in US-Dollar für ein Börsenkürzel eines an einer grossen US-Börse gehandelten Unternehmens. Verwende es bei Fragen nach dem aktuellen Kurs. Es liefert keine weiteren Kennzahlen.“ Die zweite sagt, wann, wofür und wo die Grenze liegt. Für Werkzeuge mit verschachtelten Eingaben kannst du zusätzlich Beispieleingaben (input_examples) hinterlegen, die zum Schema passen müssen.

Namen und Zuschnitt

Mehrere Dienste im selben Agenten brauchen Namensräume im Namen (zum Beispiel Dienst und Aktion). Ein sehr allgemeines Werkzeug mit unscharfem Zweck teilst du in zielgenaue Werkzeuge mit klaren Ein- und Ausgaben auf. Benenne es nach dem, was es tatsächlich tut, nicht nach dem, was es theoretisch könnte.

Strikte Werkzeuge und Schemas

Mit strict: true an einem Werkzeug werden die Eingaben gegen das Schema geprüft. So stellst du sicher, dass Claude Pflichtfelder und Typen einhält. Das ändert nichts daran, ob der Inhalt sinnvoll ist: Die Syntax ist garantiert, die Semantik nicht.

MCP in Claude Code

Du fügst einen Server per Befehl hinzu (entfernt: Transport http und Adresse; lokal: Befehl nach einem Doppelstrich) und verwaltest ihn mit claude mcp list, get und remove. Innerhalb einer Sitzung zeigt /mcp den Zustand. MCP-Werkzeuge erscheinen im Namensschema mcp__<server>__<aktion>; darauf kannst du in Hooks und Berechtigungen zielen. MCP kennt Werkzeuge (Aktionen, vom Modell ausgelöst) und Ressourcen (bereitgestellte Daten und Inhalte).

Verständnisfragen

  1. Dein Agent hat zwei Werkzeuge, suche_dokument und suche_inhalt, mit je einem Satz Beschreibung. Er wählt zufällig. Was änderst du, in welcher Reihenfolge?
  2. Ein Werkzeug scheitert an einem Netzwerkfehler und liefert nur leeren Text zurück. Warum ist das für den Agenten ein Problem, und was sollte die Antwort enthalten?
  3. Du willst ein MCP-Werkzeug, das ein Passwort braucht, im Team nutzen. Wie bindest du es ein, ohne das Passwort ins Repository zu schreiben?

Kurzantworten

  1. Zuerst die Beschreibungen ausbauen (Zweck, Eingabeformat, Grenzen, Abgrenzung zum anderen Werkzeug), danach, wenn es weiter überlappt, die Werkzeuge umbenennen oder neu zuschneiden. Prüfe zuletzt, ob der Systemprompt die Wahl beeinflusst.
  2. Der Agent kann einen leeren Erfolg nicht von einem Fehler unterscheiden und trifft Entscheidungen auf falscher Grundlage. Die Antwort sollte isError: true tragen und Fehlerart, Wiederholbarkeit und eine lesbare Erklärung nennen.
  3. Im Projektbereich über .mcp.json einbinden und das Passwort per Umgebungsvariable (${NAME}) einsetzen; jede Person setzt den Wert in der eigenen Umgebung.

Weiter lernen

Quellen

Titelbild: stevepb auf Pixabay (Pixabay Content License).

Zuletzt geprüft: 24. Oktober 2026.

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