Seit meinem Einstieg in die Softwareentwicklung in den 80er-Jahren habe ich mich kontinuierlich in der jeweils aktuellen Technologie bewegt: von Assembler über C++ und Lisp/Common Lisp in den 1980er-Jahren, gefolgt von Java und Python in den 1990er-Jahren, später C# und .NET. Seit 2024 widme ich mich verstärkt wieder der Softwareentwicklung, nun im Kontext von KI-gestützten Systemen.
Als Anthropic-Certified Claude Developer setze ich moderne KI-Entwicklungsmethoden produktiv ein: Aufgaben, die früher Wochen an Entwicklungszeit beansprucht hätten, lassen sich heute in Stunden umsetzen. Aktuelles Beispiel ist Kontor, eine von mir entwickelte Handelsoberfläche mit Claude-API-Anbindung und einem eigenständigen Trader-Agent für KI-gestützte Marktanalyse, inklusive eines öffentlichen Wirtschaftskalenders mit allen Terminen.
Engineering is a Passion
Als System-Engineer (MCITP, CCP-V und AI Fluency & Claude Expert) betreue ich Netzwerkinfrastrukturen, führe Planungen durch, schule Mitarbeiter und führe Migrationen von Netzwerk, Server- als auch Client Infrastrukturen bis zum mittleren Enterprise Umfeld durch. Mein Aufgabengebiet umfasste der IT Support von mittelständischen Unternehmen als auch die Umsetzung von Projekten in Server und Clientnetzwerken unter den Betriebssystemen Microsoft, Mac OS und Linux resp. den Hypervisoren VMware, Hyper V und Citrix.
Mein Knowhow und Wissen sammelte ich in Projekten im Bereich öffentlicher und privater Auftraggeber.
Schulungen
CCAR-F Kapitel 5: Kontext und Zuverlässigkeit
WKI-1286-ch-de
Schulungen
Kontextfenster verwalten, wann ein Agent eskaliert, wie Fehler in Multi-Agenten-Systemen weitergegeben werden und wie Herkunft und Unsicherheit erhalten bleiben.
Dieses Kapitel deckt den Prüfungsbereich „Context Management & Reliability“ ab (15 % der CCAR-F). Es geht um das, was Agenten im Dauerbetrieb zuverlässig macht: ein aufgeräumter Kontext, kluge Eskalation und ehrlicher Umgang mit Fehlern und Unsicherheit.
Ziel
Nach dem Kapitel kannst du
erklären, warum mehr Kontext nicht automatisch besser ist, und Gegenmassnahmen nennen,
Eskalationsregeln für einen Agenten festlegen,
Fehler in einem System aus mehreren Agenten sinnvoll weitergeben,
grosse Codebasen erkunden, ohne den Kontext zu fluten,
Prüfungen durch Menschen und Aussagen mit Herkunft und Gewissheit einplanen.
Das Wichtigste in Kürze
Mehr Kontext ist nicht besser. Mit wachsender Länge sinken Genauigkeit und Erinnerungsvermögen; die Dokumentation nennt das Kontextfäule (context rot). Es kommt darauf an, was im Kontext steht, nicht nur wie viel hineinpasst.
Kontext aktiv verwalten. In langen Gesprächen und agentischen Abläufen nennt die Dokumentation die serverseitige Verdichtung (Compaction) als primäre Strategie. In Claude Code verdichtest du mit /compact und startest bei veralteten Werkzeugergebnissen besser neu.
Wichtiges früh und fest verankern. Fakten, die über viele Runden gelten müssen (Kundennummer, Betrag, Randbedingungen), gehören in eine eigene, stets mitgeführte Zusammenfassung, nicht in den Strom der Werkzeugausgaben, der verdichtet oder verdrängt wird.
Schlanke Werkzeugantworten. Jedes Zuviel aus einem Werkzeug verbraucht Kontext. Gib nur zurück, was der nächste Schritt braucht.
Erkunden mit Subagenten. Wer eine grosse Codebasis verstehen will, lässt Subagenten in eigenen Kontexten lesen und sich nur die Befunde zurückmelden. So bleibt das Hauptfenster frei für die eigentliche Arbeit.
Eskalieren nach klaren Auslösern. Ein Agent übergibt an einen Menschen, wenn der Kunde es verlangt, wenn die Richtlinie keine Lösung vorsieht, wenn er nach mehreren Anläufen nicht vorankommt oder wenn eine Entscheidung ausserhalb seiner Befugnis liegt. Stimmungsanalysen oder Selbsteinschätzungen als alleiniger Auslöser sind unzuverlässig.
Mehrdeutigkeit klären statt raten. Passen mehrere Treffer auf eine Anfrage (mehrere Kunden gleichen Namens), fragt der Agent nach einem eindeutigen Merkmal, statt zu wählen.
Fehler mit Kontext weitergeben. Scheitert ein Subagent (Zeitüberschreitung, kein Zugriff), meldet er dem Koordinator Art des Fehlers, die gestellte Anfrage und vorhandene Teilergebnisse. Der Koordinator entscheidet: erneut versuchen, umgehen oder mit Lücken weitermachen und diese im Ergebnis kennzeichnen. Ein stiller Fehlschlag oder ein „alles gut“ ohne Grundlage ist das Schlimmste.
Menschen gezielt einbinden. Lass das Modell Gewissheit je Feld angeben, leite niedrige Gewissheit an Menschen und prüfe, ob die Quote je Dokumenttyp und Feld gleichmässig stimmt. Eine hohe Gesamtquote kann einzelne schwache Bereiche verdecken.
Herkunft erhalten. Behalte bei der Zusammenführung mehrerer Quellen für jede Aussage Beleg, Quelle und Datum. Widersprechen sich zwei glaubwürdige Quellen, nenne beide Werte mit Quelle, statt still einen zu wählen, und trenne gesicherte von umstrittenen Befunden.
Kernaussagen im Detail
Der Kontext als knappe Ressource
Alles im Kontextfenster zählt: Anweisungen, Verlauf, Werkzeugdefinitionen, Werkzeugergebnisse und die Antwort selbst. Jede Runde fügt hinzu. Gegenmassnahmen, nach Aufwand geordnet: Werkzeugantworten kürzen, Erkundung auslagern, den Verlauf verdichten, bei Bedarf mit sauberer Zusammenfassung neu beginnen. Die Dokumentation zu Claude Code beschreibt auch, was bei jedem Start geladen wird, damit du nichts Überflüssiges mitschleppst.
Eskalation entwerfen
Schreibe auf, wann der Agent übergibt, und prüfe es an Beispielfällen, auch an Grenzfällen: Der Kunde will „kurz mit jemandem sprechen“, die Richtlinie schweigt zu seinem Fall, das Werkzeug liefert wiederholt Fehler. Die Übergabe selbst enthält eine strukturierte Zusammenfassung, weil der Mensch das Gespräch nicht sieht.
Fehlerarten trennen
Ein vorübergehender Fehler (Zeitüberschreitung) verdient einen neuen Versuch; ein Berechtigungsfehler nicht; ein Fehler wegen fehlender Daten braucht eine Rückfrage. Ein leeres Ergebnis ist etwas anderes als ein Fehler: Es heisst, dass die Suche funktioniert und nichts gefunden hat. Verwechselst du beides, belügt sich der Agent selbst.
Unsicherheit zeigen
Ein Bericht, der Gewissheit vortäuscht, ist gefährlicher als einer mit Lücken. Kennzeichne, was gesichert, was belegt nur durch eine Quelle und was umstritten ist, und benenne ausdrücklich, was nicht abgedeckt werden konnte.
Verständnisfragen
Ein Agent führt ein sehr langes Kundengespräch und vergisst nach vielen Werkzeugaufrufen den vereinbarten Erstattungsbetrag. Welche Gegenmassnahme verhindert das, und warum hilft ein grösseres Kontextfenster allein nicht?
Ein Recherche-Subagent läuft in eine Zeitüberschreitung. Der Koordinator erhält nur den Hinweis „Fehler“. Was fehlt, und wie sollte der Koordinator mit dem Rest umgehen?
Zwei seriöse Quellen nennen für dieselbe Kennzahl unterschiedliche Werte. Wie sieht die richtige Zusammenführung im Bericht aus?
Kurzantworten
Wichtige Fakten in einer gesondert mitgeführten, kurzen Zusammenfassung festhalten statt im Strom der Werkzeugausgaben. Ein grösseres Fenster ändert nichts am Verdünnungseffekt (Kontextfäule): Genauigkeit und Erinnerung sinken mit der Länge.
Es fehlen Art des Fehlers, die gestellte Anfrage und vorhandene Teilergebnisse. Der Koordinator macht mit dem Vorhandenen weiter und kennzeichnet die Lücke im Ergebnis, oder er versucht es gezielt erneut.
Beide Werte mit Quelle und Datum nennen, den Widerspruch ausweisen und die Aussage als umstritten einstufen, statt einen Wert still zu wählen.
Übung: Simuliere einen Zeitfehler in einem Subagenten, prüfe, ob der Koordinator mit Teilergebnissen weiterarbeitet und die Lücke im Bericht ausweist, und teste Quellen mit widersprüchlichen Zahlen.