Certified Cloud Developer


Seit meinem Einstieg in die Softwareentwicklung in den 80er-Jahren habe ich mich kontinuierlich in der jeweils aktuellen Technologie bewegt: von Assembler über C++ und Lisp/Common Lisp in den 1980er-Jahren, gefolgt von Java und Python in den 1990er-Jahren, später C# und .NET. Seit 2024 widme ich mich verstärkt wieder der Softwareentwicklung, nun im Kontext von KI-gestützten Systemen.

Als Anthropic-Certified Claude Developer setze ich moderne KI-Entwicklungsmethoden produktiv ein: Aufgaben, die früher Wochen an Entwicklungszeit beansprucht hätten, lassen sich heute in Stunden umsetzen. Aktuelles Beispiel ist Kontor, eine von mir entwickelte Handelsoberfläche mit Claude-API-Anbindung und einem eigenständigen Trader-Agent für KI-gestützte Marktanalyse, inklusive eines öffentlichen Wirtschaftskalenders mit allen Terminen.

Engineering is a Passion


Als System-Engineer (MCITP, CCP-V und AI Fluency & Claude Expert) betreue ich Netzwerkinfrastrukturen, führe Planungen durch, schule Mitarbeiter und führe Migrationen von Netzwerk, Server- als auch Client Infrastrukturen bis zum mittleren Enterprise Umfeld durch. Mein Aufgabengebiet umfasste der IT Support von mittelständischen Unternehmen als auch die Umsetzung von Projekten in Server und Clientnetzwerken unter den Betriebssystemen Microsoft, Mac OS und Linux resp. den Hypervisoren VMware, Hyper V und Citrix.

Mein Knowhow und Wissen sammelte ich in Projekten im Bereich öffentlicher und privater Auftraggeber.

 

Hat die Schweiz bei KI international den Anschluss verloren?

BLG-1643-ch-de

Ein Beitrag mit belegten Daten. ChatGPT, Bing Chat, Microsoft 365 Copilot und Claude kamen zwischen November 2022 und März 2023. Schweizer Firmen nutzen KI laut UBS mehrheitlich, aber nur wenige systematisch. Zahlen pro Kanton fehlen, die Sprachregionen zeigen nur bei der Bevölkerung Unterschiede. ICT-Dienstleister brauchen eine eigene KI-Strategie, weil Kunden sich bei der Anbietersuche zunehmend von KI helfen lassen.

Inhalt 11 Abschnitte
  1. Drei Warnsignale: Auf welchem Kurs ist deine Firma?
  2. Das Wichtigste in Kürze
  3. Warum jetzt der Zeitpunkt ist
  4. Zeitleiste 2022–2026
  5. Schweiz nach Regionen
  6. Wo Dienstleister Kunden verlieren
  7. Von welchen Ländern man lernen kann
  8. Was das für den internationalen Auftritt heisst
  9. Einordnung: Was das für ICT-Dienstleister und ihre Kunden heisst
  10. Fazit
  11. Änderungshistorie

Am 30. November 2022 kam ChatGPT, bis heute sind es 3 Jahre und 11 Monate. Das ist die Vorsprungszeit, die andere Firmen genutzt haben. Dieser Beitrag ordnet belegte Daten aus den letzten zwölf Monaten ein und zieht daraus Schlüsse.

KI in der Schweiz: breit genutzt, selten im KernAnteile in Prozent, Firmen laut UBS, Regionen laut Digitalbarometer.

Firmen

Sechs von zehn Firmen nutzen KI, nur jede zwanzigste baut ihr Geschäft darauf.

60 %
nutzen KI

nutzen KI 60 % KI im Zentrum 5 %

55 Punkte Lücke. Zwischen „nutzen“ und „darauf bauen“ liegt der Markt für Beratung und Umsetzung.

Potenzial

KI in mindestens fünf von sechs Bereichen: Bei den Kleinen ist noch viel zu holen.

10 %
Enterprise
2 %
Kleinstfirmen

Fünfmal Abstand. Grosse Firmen sind weiter. Bei den Kleinen fehlt der Partner, der KI einfach macht.

Optimismus

Mehr Chancen als Risiken erwarten:

50 %
Deutschschweiz
42 %
Romandie
37 %
Tessin

Die Stimmung ist bereit. Jede zweite Person in der Deutschschweiz sieht mehr Chancen als Risiken: ein guter Zeitpunkt für Angebote.

Quellen: UBS, Mai 2026 (rund 2500 Firmen); Digitalbarometer, Mai 2026 (1278 Personen).

Für IT-Dienstleister folgt daraus eine klare Aufgabe: KI gehört ins eigene Kerngeschäft. Wer seinen Kunden den Weg zu KI zeigen will, muss sie selbst täglich einsetzen. Wer das nicht tut, gerät in einen Wettbewerbsnachteil, der mit jedem Quartal wächst.

Eine Geschäftsleitung sollte sich möglichst wenig mit IT beschäftigen müssen. Dieser Satz klingt richtig, und viele Anbieter versprechen genau das: IT, die Freiraum schafft statt Kräfte bindet. Doch ein Versprechen ersetzt keinen Weg. Den Unterschied macht ein Partner, der selbst weiss, was KI für das Geschäft des Kunden heute leisten kann. Freiraum nützt, wenn er in neue Fähigkeiten fliesst. Wer ihn in KI-Kompetenz steckt, holt Vorsprung zurück. Deshalb gehört eine Frage in die nächste Sitzung der Geschäftsleitung: Wie viel Freiraum für dein Geschäft schafft deine IT heute wirklich, und was machst du daraus?

Hoppla, habe ich das so entschieden? Bin ich auf dem richtigen Weg, oder lasse ich mich falsch beraten, von Leuten, die es nicht gelernt haben?

Dabei fällt das im normalen Umfeld kaum auf. Ein Ingenieur oder Quereinsteiger berät die Firma. Die Hälfte seiner Leistungen macht er richtig. Ein weiteres Viertel macht er falsch, kann es aber überdecken und sich herausreden, denn dumm ist er nicht. Das letzte Quäntchen bekommt er nie in den Griff, weil er es nie gelernt hat. Genau dort trennt sich die Spreu vom Weizen.

Drei Warnsignale: Auf welchem Kurs ist deine Firma?

Das „Hoppla“ von oben kennst du. Vielleicht spürst du, dass etwas nicht mehr stimmt. Du weisst aber nicht genau, warum, und wie du es änderst. Drei Signale helfen dir bei beidem. Du bist als Chef ein Pionier und hast die Firma jahrelang richtig geführt. Vertrau deinem Bauchgefühl. Die Signale zeigen dir, bevor es ein Kunde tut, ob du noch auf Kurs bist.

Berater

Woher kommt der Rat deiner Berater?

Haben Vertrieb, Berater und Consultants KI schon selbst eingesetzt, oder kennen sie das Thema vor allem aus Artikeln und Vorträgen? Gute Berater kennen deinen Markt und wissen, was deine Kunden brauchen. Wer nur weitergibt, was er gelesen hat, kann dir den Weg kaum zeigen. Frag deshalb Leute mit eigener, zertifizierter Praxis.

Prüffrage: Lass dir von jedem Berater ein KI-Projekt zeigen, das er selbst gebaut hat, samt Zahlen.

Team

Ist dein Team bereit?

Wurde die Kompetenz in den letzten zwei Jahren aufgebaut? Haben deine Kollegen zwei bis drei Jahre KI-Erfahrung? Wissen sie, was Firmen wollen und wie man mit KI Umsatz, Erträge und Produktivität steigert? Ein Kurs am Freitag ersetzt keine zwei Jahre Praxis. Finde die Innovatoren in deiner Firma, die wirklich mit KI arbeiten, und frag sie.

Prüffrage: Frag drei Kollegen nach ihrem letzten KI-Ergebnis, das beim Kunden Wirkung hatte.

Steuerung

Wer verantwortet den Nutzen?

Deshalb scheitern Piloten ohne Ziel und ohne Messung: Sie kommen nie in den Betrieb. Laut dem MIT-NANDA-Bericht The GenAI Divide vom Juli 2025 erzielen 95 % der untersuchten Organisationen keinen Ertrag aus generativer KI. Nur 5 % der integrierten Piloten schaffen Millionenwerte. Entscheide aus Erfahrung und Bauchgefühl, nicht nach Beraterfolien.

Prüffrage: Wer in der Geschäftsleitung trägt den Nutzen jedes KI-Piloten, und welche Zahl misst ihn?

Diese Fragen sind zum Nachdenken da, du musst sie nicht beantworten:

  • Wem hörst du zu, und hast du deinen Fokus noch?
  • Dein Leitbild ist zehn Jahre alt. Ist es abgenutzt, und wie viele Mitbewerber sind längst auf denselben Zug aufgesprungen?
  • Warum kommen Kunden nicht mehr so begeistert wie vor zehn Jahren, und warum zögern sie mit Aufträgen?
  • Warum ist das Geschäft schwerer geworden? Musst du deine Strategie hinterfragen, und was kannst du besser machen?
  • Arbeitest du mit Leuten, die dein Geschäft verstehen, oder lässt du dich von Blendern einwickeln?
  • Hast du deinem Vertrieb schon fertige, KI-gestützte Kundendaten samt Offerte geliefert, mit denen er sofort anrufen und handeln kann?

Daher gilt: Wer diese Fragen ehrlich beantwortet, findet zurück auf Kurs. So machen es die Schweizer: hinschauen, erkennen, besser machen. Du hast es bis hierher geschafft. Sei mutig wie ein Pionier und hör auf die Leute, die es selbst gemacht haben.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Chat-KI ist fast vier Jahre alt. ChatGPT, Bing Chat, Claude und Microsoft 365 Copilot kamen zwischen November 2022 und März 2023.
  • Schweizer Firmen nutzen KI mehrheitlich. Laut UBS sind es rund 60 %, aber nur 5 % stellen KI ins Zentrum ihres Geschäftsmodells.
  • Zahlen pro Kanton fehlen. Die feinste belegte Ebene ist die Sprachregion, und auch dort gibt es nur Zahlen zur Bevölkerung.
  • Kunden suchen Anbieter mit KI. Laut G2 beginnen 52 % der befragten Käufer die Anbietersuche mit KI-Werkzeugen.
  • Berater, Team und Steuerung entscheiden über den Kurs. Laut MIT NANDA erzielen 95 % der untersuchten Organisationen keinen Ertrag aus generativer KI.
  • ICT-Dienstleister brauchen eine eigene KI-Strategie. Die meisten Firmen verlassen sich laut UBS auf externe Anbieter.

Warum jetzt der Zeitpunkt ist

Am 30. Oktober 2026 hat Inside IT über die Firmenkundensparte der Swisscom berichtet. Am 2. November folgte die Netzwoche. Der Konzern gliedert seine KI-Beratung in die Tochter Swisscom Digital Technology aus. Rund 570 Mitarbeitende wechseln dorthin, Stichtag ist laut einem Swisscom-Sprecher der 1. April 2027.

Der Betrieb der KI-Plattformen bleibt bei Swisscom Business Customers. Einen Stellenabbau hält die Quelle für möglich, nennt aber keine Zahl. Das Unternehmen begründet den Schritt mit schnellerer Innovation, einfacherer Zusammenarbeit und besserer Unterstützung für Firmenkunden. Wer Details braucht, liest die beiden Meldungen im Original. Einen ersten Bericht dazu gibt es auch hier im Blog.

Als Nachzüglerin sehe ich ihn nicht. Er betreibt seit Längerem eine eigene KI-Plattform und stellt das Schweizer Sprachmodell Apertus bereit. Gerade deshalb ist die Meldung ein Signal: Selbst ein Anbieter dieser Grösse richtet 2026 seine Organisation neu auf KI aus. Wer kleiner ist und noch orientiert, hat weniger Zeit, als er denkt.

Zeitleiste 2022–2026

Die Eckdaten lassen sich in Minuten prüfen. Oft heisst es pauschal "Copilot Anfang 2023". Belegt sind zwei Daten: Microsoft hat am 7. Februar 2023 den neuen Bing als "copilot for the web" vorgestellt, den Copilot für Microsoft 365 am 16. März 2023.

Vier KI-Starts in vier Monaten
Alle vier Produkte standen vor dem April 2023 bereit, danach folgen zwei Schweizer Meldungen
OpenAIMicrosoftAnthropicSchweiz
  1. 1
    30. Nov 2022: ChatGPTOpenAI stellt den Chatbot als Forschungsvorschau vorKostenlos nutzbar
  2. 2
    7. Feb 2023: Bing ChatDer neue Bing mit KI, von Microsoft "copilot for the web" genanntErste grosse Suchmaschine mit Chat
  3. 3
    14. Mär 2023: ClaudeAnthropic kündigt seinen Assistenten anNach ChatGPT der zweite Wettbewerber
  4. 4
    16. Mär 2023: Microsoft 365 CopilotKI in Word, Excel, PowerPoint, Outlook und TeamsDer Schritt in den Büroalltag
  5. 5
    5. Dez 2025: BFS-Erhebung43 % der Bevölkerung haben schon generative KI genutztBefragung im Frühling 2025
  6. 6
    2. Nov 2026: SwisscomKI-Beratung zieht in eine Tochter, Start am 1. April 2027Meldung von Inside IT und Netzwoche

Quellen: OpenAI, Microsoft (zwei Blogbeiträge), Anthropic, BFS, Netzwoche.

Zwischen ChatGPT und heute liegen knapp vier Jahre. In dieser Zeit sind die Produkte erwachsen geworden. Wer 2023 mit einem kleinen Pilot begonnen hat, hat heute drei Zyklen aus Test, Fehler und Korrektur hinter sich. Ein Wettbewerber, der erst jetzt anfängt, holt diese Erfahrung nicht in einem Quartal auf.

Dazu kommt das Tempo. Der Stanford AI Index 2026 berichtet, dass der Anteil der Organisationen mit KI-Einsatz weltweit von 55 % im Jahr 2023 auf 88 % im Jahr 2025 stieg. Generative KI setzen 70 % in mindestens einer Geschäftsfunktion ein. Agenten sind laut dem Bericht erst im einstelligen Prozentbereich verbreitet, das nächste Feld ist also offen. Ob die Entwicklung exponentiell verläuft, lässt sich aus diesen Zahlen nicht ablesen. Der Anstieg in zwei Jahren spricht aber nicht für Gemächlichkeit.

Schweiz nach Regionen

Eine belegte Rangliste der Kantone gibt es nicht. Das Bundesamt für Statistik erhebt die Nutzung generativer KI nur bei Personen. Für Unternehmen liegen keine Zahlen nach Kanton, Grossregion oder Sprachregion vor, deshalb steht hier keine Rangliste. Die Tabelle zeigt die feinsten belegten Ebenen und sagt jeweils, ob sie Firmen oder Bevölkerung betreffen.

Ebene Befund Quelle und Jahr Bemerkung
Schweiz, Firmen
Rund 60 % nutzen KI, 5 % stellen sie ins Zentrum des Geschäftsmodells
UBS, Mai 2026, etwa 2500 Firmen
Viel Nutzung, wenig System
Schweiz, Firmen
Etwa 10 % der Grossfirmen setzen KI in mindestens 5 von 6 Bereichen ein, bei Kleinstfirmen sind es 2 %
UBS, Mai 2026
Der Abstand liegt bei der Firmengrösse
Deutschschweiz, Bevölkerung
74,1 % nutzen KI-Chatbots
Comparis, April 2026, 1035 Personen
Keine Firmenzahl
Romandie, Bevölkerung
81,6 % nutzen KI-Chatbots
Comparis, April 2026
Die Westschweiz führt bei den Privaten
Chancen oder Risiken
Mehr Chancen erwarten 50 % (Deutschschweiz), 42 % (Romandie), 37 % (Tessin)
Im Tessin überwiegt die Skepsis, 43 % erwarten mehr Risiken
Stadt und Land, Bevölkerung
52 % (Stadt), 41 % (Agglomeration), 36 % (Land)
BFS, Internetnutzung 2025, Alter 16 bis 74
Der Wert gilt für alle Personen, nicht für Firmen

Wer führt, wer hinkt hinterher? Bei Unternehmen gibt es keine regionale Auswertung. Die Daten zeigen drei andere Gefälle. Grosse Betriebe sind vorn, Kleinstfirmen hinten. Nach Branchen führen laut UBS ICT, Finanz und Pharma, zurück liegen Bau, Verkehr, Gesundheit und Kultur. Bei den Privaten liegt die Romandie vor der Deutschschweiz, das Tessin ist am skeptischsten.

Kantonale Indizien lassen sich nur als solche einordnen. Das Sprachmodell Apertus haben im September 2025 die ETH Zürich, die EPFL in Lausanne und das Rechenzentrum CSCS entwickelt. Trainiert wurde es auf dem Supercomputer Alps in Lugano. Das zeigt Forschungsstärke an diesen Orten, sagt aber nichts über die Nutzung in den Firmen vor Ort.

Wo Dienstleister Kunden verlieren

In der Praxis zeigt sich: Anbieter ohne erkennbare KI-Strategie kommen bei Auftraggebern seltener in die engere Wahl. Eine Zahl zur Investitionsbereitschaft liegt für die Schweiz vor und zeigt nach oben: In einer Umfrage von Dun & Bradstreet planen 60 % der Schweizer Organisationen höhere KI-Investitionen in den nächsten zwölf Monaten (cash.ch, 19. Mai 2026). Das ist eine Absicht, keine Ausgabe.

Zwei belegte Bausteine passen zu dieser Beobachtung. Erstens sind Kunden auf ihre Anbieter angewiesen. Laut UBS verlassen sich die meisten Schweizer Firmen bei KI auf externe Partner, und KMU nennen fehlendes Personal und fehlende technische Mittel als Hürde. Zweitens ändert sich die Anbietersuche. In einer G2-Studie vom Juni 2026 mit 335 Interviews nutzen 52 % der Käufer zuerst KI für Recherche und Shortlist. Die Studie ist global und nicht auf die Schweiz oder ICT bezogen.

52 %
der Käufer beginnen die Anbietersuche mit KI (G2, global)
60 %
der Organisationen planen höhere KI-Investitionen (Dun & Bradstreet, Schweiz)

Quellen: G2, Juni 2026; Dun & Bradstreet, Mai 2026.

Daraus folgt: Firmen, die zögern, verlieren an Boden, während andere einen Schritt nach vorne machen. Deshalb kommt ein Anbieter, den eine KI-Recherche nicht als klar aufgestellt zeigt, seltener in die Shortlist. Das trifft besonders Firmen, die den Markt mit ein bis zwei KI-Evangelisten bearbeiten, während die Breite im Haus fehlt.

Von welchen Ländern man lernen kann

Firmen: die Spitze in Nordeuropa

Ein sauberer Vergleich ist schwierig. Eurostat misst Unternehmen ab 10 Beschäftigten in der EU, die Schweiz fehlt dort. Laut der Statistikbehörde der EU, Stand 2025, liegt die Spitze in Nordeuropa.

Firmen mit KI-Einsatz 2024 und 2025Eurostat, Stand 2025 · Anteil der Firmen ab 10 Beschäftigten, sortiert nach 2025.
20242025

Quelle: Eurostat, Pressemitteilung 2025. Doppelsäulen nullbasiert.

Bevölkerung: Rang 14 für die Schweiz

Zudem liefert Microsoft für den Ländervergleich der Privatnutzung die breiteste Grundlage. Laut Microsoft AI Diffusion, Q2 2026 nutzen weltweit 18,8 % der 15- bis 64-Jährigen generative KI. Die Schweiz kommt auf 39,1 %, gegenüber 32,4 % im ersten Halbjahr 2025, und steht auf Rang 14. Sie ist in dieser Erhebung erfasst und hat Luft nach oben: Die Emirate liegen über 30 Punkte vorn, Irland und Frankreich gut zehn.

Bevölkerung mit generativer KI 2025 und 2026Microsoft AI Diffusion Report, H1 2025 und Q2 2026 · Anteil der 15- bis 64-Jährigen, sortiert nach 2026.
20252026

Quelle: Microsoft AI Economy Institute, Global AI Diffusion Report H2 2025 (Werte H1 2025) und Q2 2026. Ausgewählte Länder, der Rang gilt unter allen erfassten Ländern. Doppelsäulen nullbasiert.

Dabei liegen Irland, Frankreich und Norwegen mit 49,4 bis 49,9 % gut zehn Punkte vor der Schweiz. Grossbritannien erreicht 43,7 %. Österreich (35,4 %), die USA (33,0 %) und Deutschland (32,3 %) liegen dahinter. Die Schweiz steht also im oberen Drittel der Auswahl, aber klar hinter der Spitze.

Die Schweiz liegt vor Deutschland und Österreich. In der Schweiz nutzen 39,1 % der Bevölkerung generative KI, in Österreich 35,4 %, in Deutschland 32,3 %. Wer in der Schweiz noch nach Deutschland schaut, um zu sehen, was dort gelingt, schaut in die falsche Richtung. Die Zeit der Wende ist da: Die Schweiz muss nicht mehr zum Nachbarn aufschauen, sie misst sich an der Spitze.

Zudem gehören Statistiken der EU kritisch gelesen. Eurostat erfasst die Schweiz gar nicht, und die EU will die Schweiz enger an sich binden, weil sie davon profitiert. Wer solche Zahlen unbesehen übernimmt, lässt sich übers Knie legen und ausnehmen wie eine Weihnachtsgans.

Daher gilt für die Schweiz: Die Bevölkerung nutzt KI deutlich mehr als im Weltschnitt, bei den Firmen fehlt ein Eurostat-Wert. Orientieren kannst du dich an Dänemark und Finnland, weil dort der Firmeneinsatz binnen eines Jahres stark gewachsen ist. Bei der Bevölkerung lohnt der Blick auf Irland, Frankreich und Norwegen.

Was das für den internationalen Auftritt heisst

Dabei misst sich die Schweiz gern international. Ihre ICT-Anbieter und Exportbetriebe treten im Ausland gegen Anbieter aus Ländern an, in denen mehr Menschen KI nutzen. In der Praxis zeigt sich: Firmen, die bei KI zögern, verlieren an Boden, während andere einen Schritt nach vorne machen. Mit KI lassen sich Präsenz auf Märkten und Marktanteile sichern.

Dazu passen drei Studien, jede für einen anderen Punkt. Der erste ist der Einkauf. Laut IDC standen KI-Fähigkeiten bei der Wahl eines strategischen IT-Dienstleisters 2023 auf Rang sechs, im August 2025 auf Rang eins. Grundlage ist eine Befragung von 700 europäischen Organisationen. IDC verkauft selbst Marktforschung und bewirbt auf der Seite ein eigenes Webinar, das Eigeninteresse gehört also zur Einordnung.

Der zweite Punkt ist die Sichtbarkeit. Laut Pew Research Center (22. Juli 2025) klickten US-Nutzer bei Google in 8 % der Besuche auf einen Suchlink, wenn eine KI-Zusammenfassung erschien. Ohne Zusammenfassung waren es 15 %. Die Daten stammen von 900 Erwachsenen im März 2025 und gelten für die USA und für Google.

Der dritte Punkt ist der Umsatz. Der Überblick von Tania Babina (NBER Working Paper 35123, Stand August 2026) fasst zusammen, dass KI-Investitionen mit höherem Umsatzwachstum einhergehen. Laut den dort zitierten US-Studien aus der frühen KI-Phase konzentriert sich der Umsatz in Branchen mit mehr KI-Investitionen stärker bei grossen Firmen. Es handelt sich um Korrelationen, das Papier ist ein Diskussionspapier ohne Begutachtung.

Beleg Befund Grenze der Aussage
IDC, 27. August 2026
KI-Fähigkeiten bei der Anbieterwahl: Rang 6 (2023), Rang 1 (August 2025)
Europäische Käufer, 700 Organisationen, Anbieter von Marktforschung
Pew Research, 22. Juli 2025
Klicks auf Suchlinks: 15 % ohne, 8 % mit KI-Zusammenfassung
Nur USA und Google, 900 Erwachsene
NBER 35123, August 2026
KI-Investitionen gehen mit mehr Umsatzwachstum einher
Korrelation, Diskussionspapier

Daraus ergeben sich drei Handlungen für Firmen, die international auftreten:

  • KI-Angebot sichtbar machen. Eine öffentliche Seite in der Sprache der Zielmärkte nennt Leistungen, Preisrahmen und Referenzen mit KI-Bezug.
  • In KI-Antworten auffindbar sein. Stelle jeden Monat die Anbieterfrage deiner Kunden an ChatGPT, Copilot, Claude und Gemini. Halte fest, ob deine Firma in den Zielmärkten genannt wird.
  • Nachweise liefern. Veröffentliche Fälle mit Zahlen, die ein Einkäufer im Ausland prüfen kann, etwa Durchlaufzeit oder Kosten vor und nach dem KI-Einsatz.

Einordnung: Was das für ICT-Dienstleister und ihre Kunden heisst

Die Daten widerlegen das Bild eines Landes, das KI verschläft. Sie zeigen ein Land, das KI nutzt und kaum steuert. Für einen ICT-Dienstleister liegt darin das Risiko: Die Kunden probieren selbst, und sie vergleichen Anbieter mit KI-Werkzeugen. Wer dann keine erkennbare Strategie hat, wirkt wie ein Verwalter von gestern. Belegt sind Nutzung, Abhängigkeit von Partnern und das Suchverhalten der Käufer.

Praktisch heisst das drei Dinge. Erstens braucht ein Anbieter eine öffentlich lesbare KI-Strategie mit Produkten, Preisen und Referenzen, nicht nur ein Governance-Papier. Zweitens braucht er Wissen in der Breite, nicht bei ein bis zwei Personen. Drittens sollte er seinen Kunden zeigen, wie sie KI kontrolliert einsetzen. Dazu passt die Analyse zu MCP-Servern ohne Governance, die zeigt, wo fehlende Regeln Risiken öffnen. Für Kunden gilt: Frag deinen Anbieter, welche KI-Fälle er bereits betreibt.

Fazit

Fast vier Jahre nach ChatGPT ist Abwarten keine Strategie mehr. Die Schweiz nutzt KI breit, aber selten systematisch, und sie liegt bei der Bevölkerung auf Rang 14 des Microsoft-Vergleichs. Handle nach dem, was belegt ist: Prüfe diese Woche, wie dein Unternehmen oder dein Dienstleister bei einer KI-Recherche auftaucht.

Quellen: OpenAI, ChatGPT, 30. November 2022, Microsoft, Bing, 7. Februar 2023, Microsoft 365 Copilot, 16. März 2023, Anthropic, Claude, 14. März 2023, BFS, 5. Dezember 2025, Eurostat, 11. Dezember 2025, Stanford AI Index 2026, IDC, 27. August 2026, Pew Research, 22. Juli 2025, NBER, Working Paper 35123, MIT NANDA, The GenAI Divide, Juli 2025. Stand: 8. November 2026.

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